Der Zefiro 282 TL ist ein Familienmobil der etwas anderen Art. 14 Bilder Zoom

Roller Team Zefiro 282 TL im Test: Familienmobil der etwas anderen Art

Der Roller Team Zefiro 282 TL löst einige Raumprobleme etwas anders: Der Test klärt die Vor- und Nachteile des italienischen Hubbett-Teilintegrierten mit ungewöhnlichem Einzelbetten-Grundriss.

Wenn die Kinder zu Teenies werden und zunehmend eigene Wege gehen, überlegt sich mancher Familienvater, ob ein Hubbett-Teilintegrierter nicht ein guter Kompromiss wäre.

Dabei bevorzugen viele Paare Einzelbetten wegen des einfachen Zugangs und der ungestörten Nachtruhe. Wird darunter eine Fahrradgarage eingebaut, ist das Zubettgehen aber meist doch mit Stufensteigen und Kopfeinziehen verbunden. Wer dagegen auf eine Garage verzichten kann, bekommt den Blick frei für andere Grundrissideen – wie im neuen Zefiro 282 TL. Seine Einzelbetten sind über einen breiten Mittelgang sehr bequem erreichbar.

Einfach draufsitzen und hinlegen – das nutzt man auch mal gerne für ein Mittagsschläfchen, zumal das Schlafzimmer mit einer Schiebetür flugs abtrennbar ist und die üppige Kopffreiheit gepaart mit dem Panorama-Dachfenster trotzdem kein Engegefühl aufkommen lässt. Das rechte Bett erreicht fast zwei Meter Länge, das linke zehn Zentimeter weniger.

Lattenrost und Matratze ergeben eine passable Kombination – zum Fokus auf den Schlafkomfort würden aber dickere und hochwertigere Matratzentypen noch gut passen. Eine große Liegefläche wie bei typischen Heckeinzelbetten lässt sich hier allerdings nicht aufbauen.

Das Hubbett ist in dieser Hinsicht eine Alternative. Das elektrische Absenken funktioniert einfach, schnell und zuverlässig, die Liegemaße und der Unterbaukomfort qualifizieren es aber vor allem für Kinder und Jugendliche. Wobei in der Länge durchaus noch fünf bis zehn Zentimeter rauszuholen wären, angesichts der breiten Lücken bis zu den Wänden. Dann würden Kissen und Kuscheltiere auch weniger leicht nach unten plumpsen. Eine Parallelnutzung von Hubbett und Sitzgruppe ist mit Einschränkungen übrigens möglich. Mit Gemütlichkeit hat das dann aber nicht mehr viel zu tun.

Die verbreitet die Sitzgruppe aus Eck- und Längsbank ansonsten schon – und auch eine gewisse Eleganz durch die angenehmen, cremeweißen Kunstlederbezüge. Auf ein Bodenpodest an der Sitzgruppe verzichten die Zefiro-Konstrukteure. Die unvermeidliche Stufe liegt darum an der Stoßkante zum Fahrerhaus. So erreicht die Stehhöhe an der Sitzgruppe aber immerhin 1,90 Meter, und der Fußboden ist bis ins Heck stolperfallenfrei.

Dort findet sich das Bad. Gemeinsam mit dem Kleiderschrank und der separaten Dusche darf es sich über die gesamte Aufbaubreite ausdehnen. Die reizvolle Kombination aus uniweißen und dunkleren, lebhaft gemaserten Holzdekor-Flächen gibt auch dem Sanitärbereich einen modernen Anstrich. In der Duschkabine im Eck gibt es Platz genug um ausgiebig zu Duschen, der Radkasten schränkt nur wenig ein. Die teils nur aus foliertem Sperrholz gebauten Wände sollten aber möglichst wenig Wasser abbekommen.

Eine herunterklappbare Kleiderstange an der Decke macht den Raum auch als Trockenkammer nutzbar. Allerdings halten die zierlichen Befestigungsschrauben zu wenig Gewicht aus. Kleine Defizite in der praktischen Nutzung sind auch dem großen Kleiderschrank gegenüber anzukreiden. Die Kleiderstange ist quer zur Fahrtrichtung eingebaut, sodass die Kleidung hintereinander und nicht übersichtlich nebeneinander hängt, wenn man vom Bad aus zugreifen möchte.

Genügend Stauraum findet sich im Aufbau verteilt – auch wenn man zu viert unterwegs ist. Sechs große Hängeschränke über den Einzelbetten und zwei unten am Hubbett stehen dafür ebenso bereit wie drei praktische Schubladen in den Bettkästen. Als großzügige Ablage dienen die drei offenen Fächer in der T-Haube über dem Fahrerhaus. Die Campingmöbel lassen sich in den Bettkästen unterbringen, die jeweils von innen und außen zugänglich sind. Bei sehr sperrigen Tischen und Stühlen kann es allerdings eng werden. Rechts gibt es ganz hinten in der Ecke noch ein zusätzliches Außenfach, das sich dank flexibler Trennwand auch mit dem Bettkasten vereinigen lässt.

Die Aufbautechnik der Roller-Team-Modelle wurde in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Holz spielt keine Rolle mehr, weder in der Wandstruktur noch auf der Innenseite. GfK und XPS-Schaum sind die dominierenden Materialien. Äußerlich sichtbar wird die gewachsene Solidität an den PU-Rahmenfenstern mit eleganten planen Außenscheiben. Die Schürzen und Anbauteile bestehen dagegen weiterhin aus schlichten Kunststoffteilen.

Das große Dachfenster über dem Cockpit und das Schlafzimmer-Heki gehören zur ungewöhnlich reichhaltigen Serienausstattung, ebenso wie die umfangreiche LED-Beleuchtung und ein Solarpanel sowie das bunte, vielseitige Kontrollbord, das die Ladestände der Batterien auch in Prozent anzeigt.

In der Küche kann man als weitere Beispiele den 141-Liter-Kühlschrank und die Zentralverriegelung der Schubladen und Auszüge nennen. Allerdings funktioniert Letztere nicht zuverlässig. Eine Kocherzündhilfe wäre sinnvoller.

Auch bei der Basis ist vieles Serie: Airbags, Tempomat, Klimaanlage, Rückfahrkamera und 130-PS-Motor (der 115er wird gegen Minderpreis angeboten!). Beim Gewicht rächt sich diese angenehme All-in-Strategie allerdings ein wenig. Für die 3,5-t-Zulassung muss das Wasser auf 50 Liter, das Gas auf eine Aluflasche und der Dieseltank auf 60 Liter beschränkt bleiben. Eine Auflastung ist in der Praxis der bessere Kompromiss.

Roller Team Zefiro 282 TL

  • Gurte/Schlafplätze: 5/4–5
  • Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 7,43/2,31/2,82 m
  • Grundpreis ab 52.690 Euro

Beladungstipps

Als 3,5-Tonner ist die Zuladung mit vier Personen schnell ausgereizt. Immerhin ist die Serienausstattung dabei ungewöhnlich umfangreich. Gar zu fünft an Bord, schafft er die Zuladungsnorm nur unter Ausnutzung aller Kniffe (reduzierter Wasser- und Gasvorrat, 60-L-Dieseltank). Will man regelmäßig zu viert oder fünft unterwegs sein, ist das Maxi-Chassis die bessere Wahl.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Christian Hass

Datum

19. Februar 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 02/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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