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Roller Team Granduca Garage

Geht es mit Kind und Kegel auf Reisen, sind Mobile mit Nehmerqualitäten gefragt. Ein Fall für den Roller Team Granduca Garage?

16.07.2001 Redaktion promobil

Ein Mobil so lang wie sein Name. Der gut sieben Meter messende Roller Team Granduca Garage zeigt Herz für den Nachwuchs: Großer Alkoven, Doppelbett mit Garage hinten und dazwischen viel Wohnraum für die ganze Familie. Alternativ zum Fiat Ducato bringt der Ford Transit das bekannte Konzept in Schwung. Teil einer gelungenen Familien-Politik? Der nüchterne Blick auf den Preis beschert dem neuen Ford keine Pluspunkte. Im Gegenteil: Der kräftigere Ducato JTD kostet sogar fast 4000 Mark weniger. Immerhin gehört beim Transit der Fahrer-Airbag zur Serienausstattung. Wichtige Argumente für den Transit liefert sein Fahrwerk. Dem Chassis gelingt in seiner Klasse derzeit der beste Kompromiss zwischen Komfort und sicherer Straßenlage. Der Granduca federt anständig, ohne sich gleich in jede Kurve zu werfen. Und dank Heckantrieb bringt er eine gute Traktion mit. Nur bei kurz aufeinander folgenden Bodenwellen kann sich das Mobil aufschaukeln. Ein wachsames Auge verlangt beim Granduca der große Hecküberhang. Zudem beschränkt die hintere Absenkung der Garage die Bodenfreiheit deutlich. Grünes Licht geben die geeichten promobil-Waagen: Zuladung, Achs- und Radlasten stimmen – allerdings nur, wenn die ohne Aufpreis angebotene Auflastung auf 3850 Kilogramm geordert wird. Die Bremsanlage hat jedenfalls keine Mühe mit der Masse und setzt unter den Basisfahrzeugen dieser Größe Maßstäbe. Das Transit-Fahrerhaus hinterlässt ein zwiespältiges Bild. Toll sind die vielen sinnvollen Ablagen und Staufächer. Mit grauem und billigem Plastik wirkt der Transit aber nicht sonderlich edel. Im Vergleich zum Vorgänger klar verbessert: Sitzposition und Lenkung.

Beim Start zunächst enttäuschend ist der neu entwickelte 120-PS-Turbodiesel. Wie in alten Zeiten wird die Nachbarschaft beim Anlassen aufgeschreckt. Nur zögernd lässt das laute Nageln bei warmem Motor nach. Die Drehmomentschwäche im Vergleich zur Konkurrenz kaschiert das kurz ausgelegte Getriebe; der fünfte ist ein echter Fahrgang. Kehrseite der kurzen Übersetzung: Schon bei Tempo 100 dreht der Motor lärmige 3000 Umdrehungen. Ohnehin fordert das bescheidene Drehmoment dem Motor häufiger höhere Drehzahlen ab, was sich in der Verbrauchsbilanz niederschlägt (siehe Testpass: Download). In einem neuen Transporter-Fahrerhaus nicht mehr zeitgemäß: Schalt- und Handbremshebel erschweren den Durchgang zwischen den Sitzen. Die erst im vergangenen Jahr vom Mutterkonzern Ci gegründete Marke Roller Team konnte bereits im Supercheck des Granduca 67 seine Qualitäten unter Beweis stellen (siehe promobil 11/2000). Der Aufbau des Testwagens war jedenfalls sauber verarbeitet, das glatte Alukleid wirkt im Zusammenhang mit dem geschwungenen Alkoven schick. Auf Einsteigerniveau liegen vorgehängte Fenster und schnödes Styropor im Wandsandwich. Die Alu-Wandbleche hat Ci reparaturfreundlich längs unterteilt, das Reserverad lagert gut zugänglich in der Heckgarage. Beim Öffnen der Klappe nerven allerdings die beiden schwergängigen Schlösser. Wie üblich ist die Garage Grundlage für ein Doppelbett darüber. Was hier fehlt, ist ein Lattenrost. Nicht so im Alkovenbett, dessen hinterer Teil sich zu Gunsten eines besseren Durchgangs zum Fahrerhaus vorschieben lässt. Wie beim Supercheck des Granduca 67 erweisen sich die Möbel als solide und hübsch. Die Schränke bekommen Unterteilungen und Einlegeböden mit Rüttelkanten.

Ein Schwachpunkt des Garagenwagens: der Mangel an Schrankraum. Durch die raumgreifende Unterbringung der Bordtechnik bleibt auch in den Sitztruhen kein freier Platz. Großzügigkeit prägt dagegen den Küchenbereich. Hier gibt es Stauraum und Bewegungsfreiheit, als Dreingabe nette Details wie ein elektrischer Zünder am Herd, ein Rollenauszug und eine rollengelagerte Schublade. Bei letzteren fehlen jedoch solide Verschlüsse. Wie in italienischen Mobilen üblich, besitzt auch der Granduca Garage eine – wenn auch knappe – separate Dusche im ansonsten großen Bad. In der Praxis bleibt das Brausewasser allerdings nicht nur im Duschbereich. Dennoch entspricht der ordentlich verfugte Sanitärraum in der Summe den Ansprüchen mobiler Familien. Vorurteile, dass es Italiener mit der Bordtechnik nicht so genau nähmen, kann der Roller Team nur teilweise entkräften. Relativ gut einsehbar ist zum Beispiel der Gasverteilerblock im Küchenunterschrank, es mangelt aber an einer soliden Befestigung. Die Tür zum hoch platzierten Gaskasten fällt schmal aus: Die Flaschen passen zum Tausch nicht aneinander vorbei. An der Wasserinstallation fällt auf, dass die gut zugängliche Druckpumpe auf Grund ungeschickter Montage unnötig Lärm macht. Zwei- felhaft, ob die Pumpe direkt neben der Außensteckdose einen guten Platz gefunden hat. Beim Entsorgen muss mehr als nötig rangiert werden, weil sich das Abwasser auf zwei Tanks mit Abläufen rechts und links am Mobil verteilt. Am Kontrollbord warnt lediglich eine Leuchtdiode vor Überfüllung. Positiv: Der Sicherungskasten steckt prima erreichbar hinter dem Fahrersitz. Roller Team setzt zum Heizen auf die altgediente Truma- Schrankheizung mit sichtbarem Blechkasten. Insgesamt ergibt sich eine etwas hecklastige Wärmeverteilung rund um das heiße Gehäuse. Die Abwasseranlage liegt, wie bei den vielen Modellen dieser Klasse, frostgefährdet unterflur. Beim Blick auf den einen oder anderen Schwachpunkt sollte man aber auch den Preis vor Augen haben. Der geräumige und gut ausgestattete Granduca auf Ford kostet gut 80 000 Mark.

Technische Daten (Stand: Juli 2001) Hersteller: Roller Team Modell: Granduca Garage Basisfahrzeug: Fiat Ducato 15 Typ: Alkoven Preis: ab 42256 EUR Sitze mit Gurt: 4 Schlafplätze: 6 Zul. Gesamtgewicht: 3400 kg Länge: 6950 mm Breite: 2220 mm Höhe: 2980 mm Basismotor: Diesel KW: 81 PS: 110

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