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Test: Robel Megaron TG 630 FB

Holz, Handwerk und Sinn für die Praxis vereinen sich zum Gesamtkunstwerk mit Nutzwert.

Nur Liebe lässt Blüten wie den Robel Megaron TG 630 FB treiben und gedeihen. Die Liebe zu Werkstoff, Handwerk und zum Reisemobil. Kaum jemand, der mit diesem Robel in Berührung kommt, kann sich dieser Gewissheit entziehen. Dabei macht einem der Teilintegrierte das Verlieben nicht einmal leicht. Unscheinbar ist er und nicht sonderlich modebewusst. Zu Zeiten, in denen sich Reisemobilhersteller mit automobilem Design brüsten, wirken schwarze Stoßfänger, Rammschutzleisten, Scheibenrahmen und das konventionelle Streifendekor in Blau ein wenig antiquiert. Eine Teilschuld daran trägt sicher auch die Basis des gezeigten Testfahrzeugs. Immerhin gibt es für den schon etwas betagten VW LT 35 mit 109 PS eine Alternative. Zahlreiche Käufer, so Robel, greifen zum feineren Mercedes-Benz Sprinter, der trotz 129-PS-Dieselmotor glatte 1000 Euro weniger kostet. Schon der zweite, intensive Blick lässt die Optik-Kritiker verstummen. Der hintere Stoßfänger? Perfekt angepasst. Die Dichtmasse? Wie mit dem Lineal gezogen. Die Fensterrahmen? Meisterhaft in die Wände aus GfK-Sandwich eingelassen. Ein leichter Zug am Griff genügt, und die schwere Eingangstür mit dem getönten Fenster schwingt aus ihrem passgenau sitzenden Rahmen. Wer die niedrige Schwelle ins Innere des Megaron überwunden hat, findet sich wieder in einem piekfeinem Echtholz-Ambiente und erblickt gegenüber sogleich ein Markenzeichen von Robel: die runde Spüle, die, in Holz gefasst, über den Küchenblock hinausragt.

Zu den Besonderheiten des Megaron TG 630 gehören aber vor allem auch die beiden bequemen Sessel quer zur Fahrtrichtung, die ihn ganz konsequent zum Zwei-Personen-Mobil machen. Zwischen den soliden Sitzen, deren Unterbauten sowohl den Gasflaschenkasten als auch die perfekt installierte Gelbatterie schlucken, steht der stabile, einbeinige Tisch mit Echtholzumrandung, der mit einer Drehung den Durchgang von Fahrerhaus in den Wohnbereich freimacht. Echtholz spielt bei Robel eine wichtige Rolle. Auf den Möbelfronten schimmert Furnier aus Erlenholz, massive Leisten verdecken Kanten und Abschlüsse. An den Möbelwangen verleimt Robel nur Foliendekor, dessen Finish gegenüber Echtholz deutlich abfällt. In keiner Ecke des schmucken Ausbaus verderben Materialfehler oder Nachlässigkeiten den Gesamteindruck. Nur dass die Robel- Konstrukteure für die Möbelklappen Aufsteller aus schnödem Plastik verwenden, überrascht ein wenig. Eine Vielzahl sehr schmucker und praxisgerechter Details zeugt davon, dass die Verantwortlichen bei Robel Fahrzeugbau in Emsbüren nicht nur Reisemobile bauen, sondern sie auch benutzen. Zum Beispiel der Teppich: Er wird von robusten Federdruckknöpfen fixiert, rutscht keinen Millimeter, ist aber trotzdem in Windeseile aus dem Auto geschafft.

Praktisch, weil übersichtlich und aufgeräumt ist auch die Technikzentrale des Robel, die sich unter dem Bett versteckt. Dort bollert die Trumatic C 6002, gluckst das Wasser im 120 Liter großen Frischwassertank und sammeln sich die Gasleitungen am gemeinsamen Verteilerblock. Nicht nur in Vermietfahrzeugen hilfreich ist die detaillierte Beschriftung der einzelnen Schalter und Hebel. Das Bett selbst setzt sich aus Latexmatratze und stabilem Lattenrost mit Aluminiumgestell zusammen. Kräftige Gasdruckaufsteller stemmen den Lattenrost samt Matratze und Bettzeug nach oben, um den Zugang zu Stauraum und Technik zu ermöglichen. Der Liegekomfort auf dem straff gepolsterten Doppelbett ist ausgezeichnet. Dass es sich zum Fußende hin auf allzu schlanke 94 Zentimter verjüngt, liegt in der Natur der Sache. Schließlich müssen sich Personen jeglicher Statur im Gang zwischen Bett und Waschbereich bewegen können. Um dessen rundes Waschbecken herum gruppieren sich Schränke und offene Ablagen bester Machart und Funktionalität. Klinisch nüchtern wirkt dagegen der Toilettenraum des Megaron, weshalb die glänzenden Duscharmaturen sofort ins Auge stechen. Fast scheint es, als hätte das Bad etwas weniger Liebe abbekommen als der Rest des Wohnraumes mit der ganzen Pracht aus viel Holz. Viel Holz: Dieses Stichwort passt - salopp ausgedrückt - auch auf den Preis des Robel Megaron TG 630 FB. 64 000 Euro sind für ihn zu überweisen. Aber echte Liebe währt lange. Die Anlagen dafür sind goldrichtig.

Technische Daten (Stand: September 2002)
Hersteller: Robel Mobil
Modell: Megaron TG 630 FB
Basisfahrzeug: VW LT 35
Typ: Alkoven
Preis: ab 64000 EUR
Sitze mit Gurt: 2
Schlafplätze: 2
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 6300 mm
Breite: 2290 mm
Höhe: 2850 mm
Basismotor: Diesel
KW: 80
PS: 109
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Autor

Datum

3. September 2002
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