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Reimers Solitär: Luxusmobil für Zwei

Der Reisemobilhändler Reimers baut mit dem Solitär ein eigenständiges Luxusmobil für zwei Passagiere.

Neue Wege beschreiten, das wollen sie alle. Frank Reimers scheint wirklich gut dabei zu sein und strotzt nur so vor Erfindergeist. Dafür spricht sein erstes Exponat, das luxuriöse Alkovenmobil Reimers Solitär, aber auch seine Vita.
Technische Daten (Stand: April 2007)
Hersteller: Reimers Reisemobil GmbH
Modell: Reimers Solitär
Basisfahrzeug: MAN TGL
Typ: Alkoven
Preis: ab 229000 EUR
Sitze mit Gurt: 2
Schlafplätze: 5
Zul. Gesamtgewicht: 7490 kg
Länge: 8600 mm
Breite: 2450 mm
Höhe: 3500 mm
Basismotor: Turbodiesel
PS: 206

Seit rund 20 Jahren verkauft und vermietet er nördlich von Hamburg Reisemobile, unter anderem Fahrzeuge der Marken RMB, Carthago und Phoenix, also bestes Anschauungsmaterial für den Bau von herausragenden Luxusmobilen.

Vor der Händlerzeit, in seinen Studentenjahren und später noch als Angestellter in einer Bank fertigte und verkaufte Reimers pro Jahr nebenher ein bis zwei selbst entworfene Reisemobile. Seit er als Händler tätig ist, war ihm dieses Hobby nicht mehr vergönnt, bis er sich vor kurzem entschlossen hat, die Sache nochmals und sehr ernsthaft anzugehen.
Als Hülle für seinen Reisetraum ließ er sich von Hersteller Phoenix eine Alkovenleerkabine auf MAN TGL mit rund achteinhalb Meter Länge aus GfK bauen.

Intensiv musste Reimers suchen, bis er ein Unternehmen fand, das ihm Echtglas-Isolierfenster (25 mm) auf sein spezielles Maß fertigt. Mit der Firma Alux-Luxar wurde er schließlich fündig. Die Fenster sind aus Sicherheitsgründen nicht zu öffnen und weil die Belüftung des Mobils Dachhauben, Lüfter sowie ein rundum laufendes Kanalsystem an der Decke übernehmen. Bei Bedarf pumpt die Klimaanlage Truma Saphir zusätzlich kühle Luft über diesen Weg ins Fahrzeug.

Ähnlich aufwendig ausgebaut ist die Warmwasserheizung Alde 3010. Sie bedient zwei Heizkreisläufe, das Leitungsnetz im Fußboden und die Konvektoren, die im Wohnraum, aber auch in der Heckgarage und weiteren Staufächern angebracht sind. Unter der Eingangsstufe befindet sich ein offenes Schuhfach mit kleinem Heizkörper, in dem feuchte Schuhe gut belüftet besonders schnell trocknen.

Hinter dem Fahrerhaus und dem Alkoven schließt sich eine geräumige Wohnstube mit zwei Sofas und einer Bar an. Der erste Bargrundriss übrigens, der auch mit zwei Barhockern aufwarten kann. Die Wand, Decke und Sofas sind mit Nanova belegt oder gepolstert, ein Alcantara-ähnliches Textil, aus dem Flecken (Ketchup, Kaffee oder Tinte) mit warmem Wasser und kurzem, leichtem Wischen entfernt werden können. Die Möbel kleiden sich mit Mahagoni-Echtholzfurnier, in der Küche und im Bad gesellt sich rötlicher Granit als leichtes Sandwich dazu. Der Boden besteht aus echtem Bucheparkett.
Die Möbelbeschläge sowie die Armaturen in Küche und Bad würde sich mancher Schöngeist für zu Hause wünschen. Vor allem der kleine Wasserfall am Waschbecken ist spektakulär. Die separate Runddusche und die Porzellantoilette komplettieren die Pracht im Bad.

Weniger aufregend sind die durchschnittlich ausgestattete Küche und das separate Schlafzimmer, das den Raum über der Garage einnimmt. Das Bett ist mit Froli-Unterfederung und Fünfzonen-Kaltschaummatratze gut gefüllt, mit 1,45 Meter zwar durchaus breit, mit 1,90 Meter doch ein wenig kurz.

Unter der Kabine im Chassisbereich tut sich einiges. Ganz hinten wartet die beheizte Garage auf Roller oder Rad, beherbergt aber auch noch sauber aufgeräumt die Stromversorgung, die aus zwei Akkus mit je 210 Amperestunden, einem 60-Ampere-Ladegerät und einer Brennstoffzelle besteht. Hinter einer Schürze hängt der Gastank (150 Liter), daneben stehen im separaten Kasten zwei gängige Fünf-Liter-Flaschen als stille Reserve.

Der Frischwasserspeicher fasst rund 1000 Liter, sollte aber in der Fahrgestellversion mit 7,5 Tonnen Gesamtgewicht besser nicht komplett befüllt werden – die Zuladung liegt bei 500 Kilogramm. Ebenso dürfte es bei dieser Variante unmöglich sein, die großen Unterflur-Stauräume legal zu nutzen.

Wer das will, kann den 206 PS starken MAN um 1,4 Tonnen auflasten lassen, muss dann jedoch den Lkw-Führerschein nachweisen. Bei einem Grundpreis jenseits der 200 000-Euro-Marke ist dies sicher das kleinere finanzielle Übel.

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Datum

8. April 2007
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