Test: Rapido 640 15 Bilder Zoom

Rapido 640 im Test: Erfrischend anders

Komfort- und Kompaktmobil zugleich: Der Rapido 640 vereint durch trickreiche Grundrissplanung beide Welten miteinander. Aber funktioniert das wirklich? promobil hat in sich angeschaut und getestet.

Keine großen Gesten, kein Pulverdampf. Die französische Revolution von Rapido kommt unauffällig daher. Der 640 unterscheidet sich äußerlich kaum von anderen kompakten Teilintegrierten.

Nur das große hintere Fenster auf der Beifahrerseite mag überraschen, ein Hinweis auf ein großes Schlafzimmer im Heck. Erstaunlich, denn mit sechseinhalb Meter Länge gehört der Rapido 640 zu den kürzeren Teilintegrierten auf dem Markt. Ihm genügt ein Radstand von 3,80 Meter Länge. So ergibt sich ein guter Kompromiss aus Wendigkeit und Fahrstabilität.

Hoher Fahrkomfort und genügend Zuladung

Der Rapido erweist sich als überaus angenehmer Begleiter, der seine Passagiere mit ausgewogenem Federungskomfort verwöhnt und von lästigen Nebengeräuschen verschont. Details wie eine Aufbautür, die über die fernbediente Zentralverriegelung geöffnet wird, lernt man rasch zu schätzen.

Die Unbeschwertheit geht dem Franzosen bei der obligatorischen Testfahrt auf die Waage nicht verloren. 450 Kilogramm Zuladung bescheinigt ihm die Messung, was für ein Paar samt Gepäck genügt. Und der Rapido 640 ist definitiv ein Zwei-Personen-Mobil.

Der Rapido eignet sich bestens für Paare

Wer unbedingt will, kann die Längsbänke zwar zum Bett umbauen oder sogar noch ein Hubbett dazubestellen. Wenn nötig wandeln weitere Umbauarbeiten die zwei Bänke zu Sitzplätzen in Fahrtrichtung einschließlich Dreipunktgurten.

Dennoch lässt man besser die Finger davon. Nicht nur, weil es dann eng wird im kompakten Rapido und weil die hinteren Plätze kaum für lange Strecken geeignet erscheinen. Speziell hinter dem Beifahrersitz ist der Zugang erschwert und Beinfreiheit kaum vorhanden. Im Einsatz als Familienmobil geht der eigentliche Reiz des neuen Grundrisses verloren: Der Rapido 640 verlangt von Paaren trotz seiner Kürze in keiner Fahr- oder Wohnsituation irgendwelche Umbauarbeiten - sieht man einmal von der denkbar einfachen Drehung der vorderen Sitze ab.

Wie in einer kleinen Wohnung ist alles an seinem Platz und so konzipiert, dass sich zwei Reisende nicht gegenseitig im Weg stehen. Der gesamte Bug ist für den Salon reserviert, nicht riesig, aber gerade so, dass man beide Bänke als Beinauflage nutzen kann. Vis-à-vis sitzen und essen? Auf den Längssofas ebenfalls kein Problem. Die leicht verschiebbare Tischplatte folgt immer der gewünschten Funktion.

Mitten im Raum: Die Küche

Die wahre Innovation besteht jedoch in der Anordnung der Küche. Quer in den Raum gestellt, wird sie zum Raumteiler zwischen Wohn- und Schlafzimmer. Das wirkt in keiner Weise beengend, sondern eher auflockernd. Zumal die Einrichtung des 640 nichts mehr mit früheren Serie-6-Modellen von Rapido gemeinsam hat: Zum Modelljahr 2014 zündete die günstigste Rapido-Reihe eine Charme-Offensive mit vielen optischen Nettigkeiten sowie neuen Wahlmöglichkeiten.

Der schmucke Küchenblock macht viel aus seiner kleinen Grundfläche. Eine seitlich ausklappbare Arbeitsfläche schafft den nötigen Spielraum fürs Kochen. Die Vorratshaltung ist dank Kühlschrank mit großem Gefrierteil und ausreichenden Fächern unproblematisch. Vorsicht nur beim Beladen des Hängeschranks: Er öffnet sich in Fahrtrichtung, hat aber keinen stabilen Verschluss. Was fehlt sonst? In wenigen Fällen eine dritte Kocherflamme, häufiger ein Mülleimer.

Zwischen Kühlschrank und Spüle bleibt ein breiter Durchgang zum Heck. Gewöhnung verlangt hier die Stufe am Boden. Weil auch der Übergang von der Sitzgruppe zur Küche eine Abstufung hat, sollte man im Rapido 640 selbst auf kurzen Distanzen konzentriert unterwegs sein.

Wieviel Platz bietet der Rapido 640 wirklich?

Die entscheidende Frage beim Blick ins Schlafzimmer aber lautet: Reicht der Platz rund um die Liegefläche, damit es wirklich wie ein echtes Queensbett von drei Seiten zugänglich ist? Menschen mit durchschnittlicher Statur können das Fußende passabel umrunden - solange die Schiebetür zum Wohnzimmer offen bleibt, sonst wird der Durchgang richtig eng.

Tagsüber erzeugt das große Seitenfenster optische Weite. Sein Format und die simplen Verriegelungen könnten aber auch bei Langfingern Interesse wecken. Was die Liegefläche betrifft, so muss man gegenüber klassischen Queensbetten auf ein paar Zentimeter in der Breite, nicht aber auf guten Liegekomfort verzichten.

Der Waschbereich schafft Privatsphäre

Die Schiebetür in der Aufbaumitte verschafft vor allem am breiten Waschtisch Intimität. Drangvolle Enge braucht man an dieser Stelle nicht zu fürchten. Vor dem stabilen Becken kann man sich besser bewegen als in vielen geschlossenen Sanitärräumen.

Um das Waschbecken tagsüber den Blicken zu entziehen, klappt man eine Abdeckung herunter. Der Wasserhahn verschwindet dezent im seitlich verschiebbaren Spiegelschrank dahinter. Auf diese Weise entsteht ein Schminktisch.

Bleibt als weitere Besonderheit noch der kombinierte Toiletten- und Duschraum. Beim Betreten heißt es wegen der hohen Bodenkante abermals Füße heben. Sonst gibt es nichts zu monieren.

Die bankförmige Toilette ist ebenso sitz- wie reinigungsfreundlich. Die Abtrennungen schwenken zum Duschen einfach in die richtige Position. Ein ausziehbares Trockengestell verleiht dem Raum überdies einen dritten Nutzen. Stauraum findet sich in einem Schrank hinter dem WC und rund ums Waschbecken.

Ohnehin ist der Rapido 640 gut auf den Platzbedarf von zwei Personen eingerichtet: Der Kleiderschrank neben dem Kühlschrank ist zwar schmal, aber hoch und ohne gymnastische Übungen erreichbar. Letzteres gilt auch für die Fächer unter dem Bett und jenes in der Sitztruhe am Einstieg sowie die Schuhschränke im Heck. Ebenso kann sich der Außenstauraum dank Beleuchtung, Zurrösen und seiner Durchlademöglichkeit bis unterhalb des Duschraums sehen lassen.

Die Ausstattung im Rapido 640

Einen Warmluftausströmer sucht man vergeblich, der aber wegen der benachbarten Heizung kaum nötig sein dürfte. Eher vermisst man einen weiteren Heizluftstrang in Richtung Sitzgruppe. So bleibt die Wärmeverteilung etwas hecklastig.

Sonst wird man im Rapido auch dort positiv überrascht, wo man eher selten hinsieht. Etwa angesichts der gut erreichbaren Bordbatterie, der soliden Rohre für Frisch- und Abwasser oder der tadellos zugänglichen Gasflaschen. Gehobenes technisches Niveau beweist der Aufbau durch robustes GfK rundum sowie PU-Kanten an der Bodenplatte.

Weiteres Erstaunen kann der Blick in die Preisliste auslösen: Der neue Rapido 640 ist der günstigste unter den zahlreichen Teilintegrierten der Marke.

Daten und Preise des Rapido 640

  • Preise: 54.425-59.625 Euro
  • Basis: Fiat Ducato
  • Längen: 5,99-7,39 m
  • Gesamtgewicht: 3500 kg
  • Modelle: ln der Serie 6 versammeln sich Teilintegrierte mit oder ohne Hubbett. In der kürzesten Variante, dem 600 FF, bildet es die einzige feste Schlafgelegenheit. Die größte Auswahl gibt es für Freunde des Queensbetts.

Klassische Möbelalternative

Die Erneuerung der Serie 6 von Rapido bringt mehr Wahlfreiheit bei der Einrichtung mit sich. Ab sofort dürfen sich Käufer entscheiden: Neben den moderneren, Montalcino getauften Möbeln wie im Testwagen gibt es auch eine klassische Variante. Die Elegance-Einrichtung verzichtet auf glänzenden Lack an den Hängeschränken. Stattdessen machen Kanten aus massivem Holz an den Klappen und an der Küchenarbeitsplatte den Reiz aus. Die Entscheidung ist dabei reine Geschmacksache. Montalcino wie Elegance kosten keinen Aufpreis.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Ingolf Pompe

Datum

23. Oktober 2013
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