Alles über Hymer Exsis-I
Premiere, Hymer Exsis 13 Bilder Zoom

Vorstellung Hymer Exsis: Stadt, Land, Bus

Der neue Hymer Exsis-i rückt der erfolgreichen B-Klasse näher denn je – doch er bleibt kompakter. Die erste exklusive Probefahrt.

Es erscheint wie ein ungeschriebenes Gesetz: Integrierte Reisemobile sind mindestens 2,30 Meter breit. Man benötigt nicht einmal die Finger einer Hand, um die Ausnahmen abzuzählen. Der Hymer Exsis-i gehört seit jeher zu diesen Sonderfällen. Genau 2,19 Meter misst die neueste Ausführung in der Breite. Gegenüber dem bisherigen Exsis-i legen die zum Caravan-Salon neu aufgelegten Modelle 578 und 674 damit um fünf Zentimeter zu. Dennoch halten sie einen respektvollen Abstand zur 2,35 breiten B-Klasse .

Macht sich der Unterschied beim Fahren des Exsis-i wirklich bemerkbar? Die exklusive Ausfahrt führt den Prototyp schnurstracks in die engen Altstadtgassen der Hymer-Heimat Bad Waldsee. Mit wenig rücksichtsvoll geparkten Baustellenfahrzeugen, Gegenverkehr und einem engen Stadttor entpuppt sich die Durchfahrt als Hindernisparcours. Hier kommt es auf jeden Zentimeter und beste Übersichtlichkeit an.

Der Exsis-i schlägt sich tapfer, gibt selbst dann nicht auf, als haltende Paketdienstler nur an vorbeifahrende Pkw gedacht haben. Keine Frage, Integrierte müssen nicht unbedingt in Städte fahren. Doch wenn es nötig ist, bleibt der Fahrer eines Exsis-i gelassener als der Steuermann einer B-Klasse. In anderen Punkten haben sich die beiden neuen Exsis-i-Modelle dem großen Bruder angenähert. Sie basieren auf dem Fiat Ducato und nicht mehr auf dem Ford Transit wie die bekannten Exsis-i - diese Varianten werden weiterhin gebaut.

Der neue Bug erinnert nun an die B-Klasse, obwohl der Vorbau eigens für den schlankeren Exsis-i entwickelt wurde. Zwei statt drei Scheibenwischer genügen. Anstelle des seit einer gefühlten Ewigkeit verwendeten Kühlergrills mit dem Hymer-Schriftzug als Öffnungen, glänzt der Exsis-i mit Chromlettern - was zweifellos edler erscheint.

Ohnehin wäre es ein Missverständnis, wenn man den Exsis-i für eine Billig-B-Klasse halten würde. Marketingleiter Bernhard Kibler: „Wir möchten keine einfachere B-Klasse bauen, sondern ein eigenständiges Fahrzeug mit eigenen Werten.“ Die Technik unterstreicht das: Der Exsis-i basiert auf einem Alko-Fahrgestell und verzichtet auf Holz in der Aufbaukonstruktion. Die Bodenplatte des Exsis-i besteht aus robustem GfK.

Um die Höhe passend zum Kompaktkonzept auf 2,75 Meter zu begrenzen, kam ein Doppelboden analog zur B-Klasse allerdings nicht in Frage. Die Wintertauglichkeit soll dennoch auf vergleichbarem Niveau liegen. Bernhard Kibler: „Ich weiß aus Kundengesprächen, dass dieses Thema oft zwangsläufig mit einem Doppelboden in Verbindung gebracht wird. Das muss aber nicht sein.“ Kibler verweist auf die doppelschaligen, mit PU-Schaum isolierten GfK-Wannen, die beide Wassertanks umgeben.  Zudem verteilt die Combi-6-Heizung ihre Wärme bis in das Armaturenbrett.

Auch die Serienausstattung des Exsis-i soll die Werte gehobener Reisemobilklassen widerspiegeln. Weder für den 130-PS-Motor noch für elektrisch verstellbare Außenspiegel, Fliegenschutztür oder Kaltschaummatratzen sollen Exsis-i-Käufer extra zahlen. Der exakte Ausstattungsumfang stand zum Redaktionsschluss aber noch nicht fest, ebenso wenig die Grundpreise, die sich zwischen 60.000 und 65.000 Euro bewegen dürften.

Genauere Hinweise gibt es auf das Gewicht: Durch die Kombination aus leichtem Alko-Rahmen und schlankem Aufbau versprechen sich die Entwickler Vorteile gegenüber etablierten Integrierten. Thomas Buschle, Teamleiter Aufbau: „Der Exsis-i soll ein ehrlicher 3,5-Tonner sein. Wir haben Gewicht eingespart, damit der Kunde auch dann noch genügend Zuladung hat, wenn er typische Extras mitbestellt.“ Als weiteres Beispiel für den Leichtbau nennt Buschle eine GfK-Wanne am Heck. Sie bildet den Boden der großen Garage und macht schwere Rahmenverlängerungen überflüssig.

Die erste Wiegung zeigt, dass die Richtung stimmt. Wer noch geringere Werte erwartet, übersieht, dass es sich beim Exsis-i 674 um ein ausgewachsenes Einzelbetten-Modell mit 7,20 Meter Länge handelt.

An der Sitzgruppe braucht daher niemand eine drangvolle Enge befürchten. Der Exsis-i macht sein Handicap an Innenbreite durch ein etwas schmaleres Sofa und einen klappbaren Seitensitz wieder wett. So gelangt man bequem vom Fahrersitz ins Heck und entdeckt dabei, dass es auch in Küche und Bad gut klappt: Die Anrichte wird durch ein hochklappbares Brett erweitert. Im Sanitärraum schwenkt das Waschbecken samt Rückwand zum Duschen zur Seite.
Etwas mehr Großzügigkeit wünschte man sich im Gaskasten, wo die Flaschen unpraktisch hintereinander stehen. Anders als bei vielen Einzelbett-Modellen muss man im 674 aber nicht nach dem Kleiderschrank suchen. Er erstreckt sich ganz konventionell in voller Höhe. Vollwertigkeit demonstrieren ebenso die breiten Matratzen. Darunter findet man statt Lattenrosten ein Abstandsgewirke, das den gleichen Zweck erfüllen soll. Hier wird die Gewichtsreduzierung sichtbar. Ansonsten erscheint der Kompakte nicht weniger gediegen als eine B-Klasse. Zum Modelljahr 2012 ist der Exsis-i endlich richtig im Hymer-Programm angekommen.

Auf einen Blick: Exsis-i 674

Preis: steht noch nicht fest
Basis: Fiat Ducato, Alko-Tiefrahmen, Frontantrieb, 96 kW/130 PS
Gesamtgewicht: 3500 kgLänge/Breite/Höhe: 7200/2190/2750 mm
Empfohlene Personenzahl: 2-4   
Baureihe:
Neben dem 674 wird es ein weiteres Einzelbetten-Modell auf Fiat Ducato geben: Der 6,75 Meter lange 578 verzichtet auf einen hohen Kleiderschrank.
Info: Telefon 0 75 24/99 90, www.hymer.com

Erste Messung: Das Gewicht

Bei Prototypen verzichtet promobil normalerweise auf eine Wiegung. Zu groß sind die Unterschiede zwischen dem Erstling und späteren Serienmodellen. Im Falle des Exsis-i waren Hymer-Entwickler und promobil-Team gleichermaßen neugierig: Der weitgehend serienfertige Prototyp des 674 rollte beim Fototermin auf eine Waage. Ohne Flüssigkeiten und Gas an Bord wog er genau 2830 Kilogramm. Seine Masse im fahrbereiten Zustand dürfte damit bei gut drei Tonnen liegen - kein schlechter Wert für ein über sieben Meter langes Einzelbetten-Modell.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Frank Eppler

Datum

22. Juli 2011
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