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Pleitner Athano: Aus einem Guss

Der Pleitner Athano ist der erste Integrierte auf VW T4. Das macht ihn nicht nur optisch außergewöhnlich.

Der VW T4 gehört zu den zierlichen Transportern. Doch das ist sicher nicht der einzige Grund, warum er als Basis für Integrierte bislang nur beim Pleitner Athano zum Einsatz kommt. Mangels Windlaufchassis im VW-Angebot muss Pleitner das Fahrerhaus eines Fahrgestells mit langem Radstand zerlegen, um danach die GfK-Karosserie aus eigener Produktion darauf zu setzen.
Sauber verarbeitet und aus hochwertigen Materialien gefertigt, wirkt die Kabine dann auch wie aus einem Guss. Als optische Besonderheit modelliert Pleitner seinem 98 850 Mark teuren Athano das hübsche, rundliche Gesicht des VW T4 rund um die Original-Bugstruktur. Dagegen wirkt die plane Heckwand, die optisch nur durch die ausziehbare Stoßstange unterbrochen wird, etwas fantasielos. Nur gegen Aufpreis schneidet Pleitner ein Loch für die empfehlenswerte Fahrertür in die linke Seite.
Doch nicht nur äußerlich orientiert sich der Athano am Serienfahrzeug. Mit zwei Airbags und ABS setzt Pleitner einen bei Integrierten einmaligen Sicherheitsstandard. Dazu passt, dass im Fahrerhaus Sportscraft- Pilotensitze mit gut anliegenden, integrierten Gurten zum Einsatz kommen. Weniger passend ist die dadurch erhöhte Sitzposition. Lenkrad und Bedienelemente liegen tiefer als gewohnt, was je nach Körpergröße zu einer unentspannten Haltung führt. Außerdem sind die Sitze dem Hubbett im Weg.

Um es herunter zu schwenken und den Lattenrost verbreitern zu können, müssen Fahrer- und Beifahrersitz umständlich verstellt werden. Die dünne, aber straffe Schaumstoffmatratze des Betts ist im Bereich der Lattenrostverbreiterung klappbar. Hinter dem drehbaren Fahrersitz schließt sich beim getesteten Grundriss das Bad an. Über dem ovalen Waschbecken mit Holzumrandung hängt ein Wandschrank. Mehr Ablagen und Fächer gibt es nicht. Massive Duscharmaturen aus dem Haushaltsbereich und die sauberen Silikonverfugungen unterstreichen Pleitners hohen Anspruch an die Qualität des Athano. Dass der Duschvorhang nur die Toilette abdeckt und nicht die Echtholzverblendungen, erscheint dagegen unverständlich, denn Platzangebot sowie Frisch- und Abwassertankvolumina stehen dem Duschvergnügen nicht im Weg. Die Möbelzeile auf der linken Fahrzeugseite komplettiert der raumhohe Kleiderschrank mit Einlegeboden. Die Metallscharniere mit Aufstellern passen qualitativ bestens zu den stabilen Möbeln, deren Rahmen und Klappen bis auf die Füllungen aus Massivholz bestehen. Hier findet sich edles Ahorn-Furnier. Auf einem Podest thront die Hecksitzgruppe. Dank massiven Unterbaus aus Vierkantrohr wirken die Sitzstaukästen so solide wie gemauert. Unter der linken Sitztruhe bollert die Heizung und erwärmt gleichzeitig Gaskasten und den Außenstauraum, der sich bis unter die rechte Truhe zieht. Den Freiraum unter dem Podest füllt Pleitner mit dem 100-Liter-Wassertank. Besonders gelungen ist die Absenkmechanik des großen Tisches: Der Rohrfuß verschwindet auf Knopfdruck einfach im Boden. Eine Feder drückt ihn nach dem Lösen der Arretierung von selbst wieder nach oben. Auch der stabile Tischunterbau aus dicken Aluprofilen sucht seinesgleichen. Links neben der Eingangstür findet die Bordtechnik ein verstecktes und sicheres Plätzchen im Staukasten. Ladegerät, Batterie, Druckwasserpumpe, Sicherungen und Verteiler sind dort gut installiert.

Der verbleibende Raum auf der rechten Seite des kompakten Integrierten ist für die Küchenzeile reserviert. Während der Zweiflammkocher dank großem Flammenabstand in Ordnung geht, müssen sich die kleine Spüle und der einfache und billige Kunststoffwasserhahn Kritik gefallen lassen. Ultrastabil sind die vier Auszüge an den Schubladen. Das gilt nicht für den Küchenblock selbst. Während der Fahrt fällt er durch unschöne Quietschund Knarzgeräusche auf. Bei der Rüttelprobe zeigen sich dann auch recht große Bewegungsspielräume der ganzen Konstruktion, die auch den beleuchteten 82-Liter-Kühlschrank beherbergt. Die einfach unterteilten Küchenoberschränke sind wie alle Dachstauschränke sicher per Drucktastenschlösser verriegelt. Unter der GfK-Motorhaube arbeitet der 2,5-Liter-TDI mit 102 PS. Die kraftvolle, aber knurrige Maschine ist vor allem beim Beschleunigen deutlich zu vernehmen. Dafür entschädigt sie mit moderatem Verbrauch. Bei durchweg zügigen Testfahrten flossen 12,3 Liter Diesel durch die Düsen. Erstaunlich gut kommt das Fahrwerk mit dem ausladenden Aufbau zurecht. Befürchtungen, der Athano würde wegen der schmalen Spur kippelig, sind unbegründet. Selbst schnelle Kurven umrundet er narrensicher. Lediglich die Kurvenneigung ist sehr ausgeprägt. Hier bringen Spurverbreiterungen und Breitreifen ein wenig Abhilfe, die Pleitner für zusammen 2160 Mark anbietet. Ein weiterer Pluspunkt zum Schluss: Die gegen Aufpreis beheizbare Frontscheibe stammt vom Mercedes- Lkw Atego. Sie ist also fast überall auf der Welt schnell und günstig zu haben.

Technische Daten (Stand: März 2001)
Hersteller: Pleitner
Modell: Athano
Basisfahrzeug: VW T4
Typ: Alkoven
Preis: ab 50541 EUR
Sitze mit Gurt: 4
Schlafplätze: 2
Zul. Gesamtgewicht: 2775 kg
Länge: 5750 mm
Breite: 2510 mm
Höhe: 2850 mm
Basismotor: Diesel
KW: 75
PS: 102
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Datum

11. März 2001
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