Test: Pilote Explorateur G 781 LGJE 13 Bilder Zoom

Pilote Explorateur G 781 LGJE im Test: Auf Deutschlandkurs

Pilote nimmt verstärkt die deutschen Reisemobilkäufer ins Visier. Der Explorateur will sie in der neuen Variante G 781 LGJE mit viel Platz und Komfort verwöhnen. promobil testet den Franzosen.

Auf dem Heimatmarkt des französischen Herstellers Pilote lief es schon einmal besser. Hierzulande sind Wohnmobile aber weiterhin stark gefragt. Kein Wunder, dass die Wünsche deutscher Kunden auch in Frankreich verstärkt in den Mittelpunkt rücken. Mit Blick auf diese Klientel konzipierte Pilote nun ein Modell, das Vorzüge von Reisemobilen diesseits und jenseits des Rheins verbinden soll.

Der neue Pilote Explorateur G 781 LGJE lädt im Bug zu einer gemütlichen Runde ein. Sechs Menschen können hier ohne großes Gedränge tafeln. Zum französisch geprägten Salon gesellen sich im Heck Einzelbetten, wie sie bei uns besonders gefragt sind. Zudem weiß man in Frankreich, dass für Verkaufserfolge in Deutschland auch die Technik stimmen muss. Zur Markteinführung des G 781 LGJE packt Pilote eine sonst optionale Warmwasserheizung dazu – was zum guten Preis-Leistungs-Verhältnis beiträgt – und verweist auf die hochwertige Konstruktion.

Der Aufbau kommt ohne Holz und Styropor aus und bringt seine Installationen im Doppelboden unter. Ebenfalls nicht alltäglich: Das GfK-Dach überlappt seitlich die Wände und sorgt hier für ungehinderten Ablauf von Regenwasser. Ganz bequem wie beim Pkw öffnet man die stabilen Türen mit einer Fernbedienung. Der Motorzugang kann sich im Konkurrenzumfeld ebenfalls sehen lassen. Lediglich das Einfüllen von Wischwasser ist ohne Hilfsmittel wie Trichter und Schlauch unmöglich.

Die Motorisierung des Pilote Expolorateur G 781

Am Fahrerplatz gibt sich der Explorateur keine Blöße. Spiegel, Sichtwinkel und Wischerfeld passen. Wohl auch deshalb fühlt sich der G 781 auf der Straße nicht ganz so sperrig an, wie 7,80 Meter Länge und 4,5 Tonnen Gesamtgewicht erwarten lassen. Lobenswert in diesem Zusammenhang: die serienmäßige Rückfahrkamera. Allerdings lässt der kleine Monitor und die schnell verschmutzte Linse am Heck noch Luft nach oben. Das gilt auch für die breite Sockelverkleidung des Fahrersitzes: Beim Anziehen der Handbremse kann man sich zwischen Bremsengriff und Sockel leicht die Finger einklemmen.

Beim Gasgeben gibt es dagegen nichts zu beanstanden. Mit dem im Testwagen eingebauten 177-PS-Motor zieht der mächtige Explorateur spürbar besser davon als ein typischer 3,5-Tonner mit üblichen 130 PS. Seine Geräuschdämmung kann nicht ganz mit den Klassenbesten mithalten, erreicht aber für sich betrachtet ein verträgliches Niveau.

Der schwere 3,0-Liter-Motor trägt andererseits Mitverantwortung für das hohe Gewicht auf der Vorderachse. Beim Testwagen, der überdies mit einer zweiten Bordbatterie hinter dem Beifahrersitz ausgerüstet war, blieben an der Vorderachse noch 250 Kilogramm Zuladung – ausreichend für zwei Personen, aber knapp für vier.

Zuladung und Grundriss - Wieviele Personen passen in das Mobil?

Doch will der Pilote Explorateur G 781 LGJE überhaupt ein Vier-Personen-Mobil sein? Zweifel daran lässt die gurtbestückte hintere Sitzbank aufkommen. Hier genügt die Höhe der Kopfstützen allenfalls für Kinder. Das Hubbett im Fahrerhaus erscheint eher wie eine willkommene Zusatzschlafgelegenheit denn als ständig nutzbare Doppelliege. Für letzteren Fall wünschte man sich eine größere Matratze und eine Dachluke darüber.

Zu zweit muss man sich um all dies wenig Gedanken machen. Zusätzliches Gewicht gelangt nicht auf die Sitzgruppe, sondern vor allem in die große Garage. Dann zählt die insgesamt erlaubte Zuladung von rund einer Tonne – ein hervorragender Wert. Auf den Sesseln und Bänken genießen Paare einen Bewegungsspielraum, der fast an das häusliche Wohnzimmer erinnert. Hier geht auch an trüben Tagen die Laune nicht gleich in den Keller. Die stimmungsvolle Beleuchtung trägt ihren Teil dazu bei.

Unter solchen Umständen überlegt man auch nicht lange, wenn es darum geht, Besuch einzuladen. Der wäre sicher beeindruckt, wenn man die Tischplatte wie durch Zauberhand auf eine Fläche von fast einem Quadratmeter erweitert. Zwei Reisende kommen im Explorateur auch Nachts prima klar. Vorausgesetzt, es handelt sich nicht in beiden Fällen um Zwei-Meter-Menschen, denn die fahrerseitige Liegefläche ist nur 1,85 Meter lang.

Schlafen im Pilote Explorateur

Breite mittlere Stufen sichern einen gymnastikfreien Aufstieg, zumal man anschließend bequem auf dem Bett Platz nehmen kann, um sich in aller Ruhe in die Waagrechte zu begeben. Man braucht auch nicht so schnell wieder aufzustehen. Die zahlreichen offenen und geschlossenen Ablagen reichen nicht nur für Handy und Brille, sondern auch für eine halbe Bibliothek.

Den Freiraum zwischen den Betten kann man wie weithin üblich mit einem ausklappbaren Brett und zusätzlichen Matratzenteilen überbrücken. Trotz der dann verlockend großen Liegefläche wird man diese Möglichkeit wohl kaum allabendlich nutzen.

Die zwei Zwischenpolster könnten rutschfester sein und erschweren den Aufstieg etwas, der mit einer dreistufigen Leiter gleichwohl akzeptabel erscheint. Schwerer wiegt die Tatsache, dass die breite Liegefläche den Zugriff auf die Kleiderschränke an den Fußenden blockiert. Ohnehin sind die beiden geräumigen Fächer kein Muster an Ergonomie. Man erreicht sie ausschließlich gebückt von der Seite, nicht wie andernorts über eine hochklappbare Liegefläche.

Das Bad

Mit dem Sanitärtrakt gerät die Leiter übrigens nicht in Konflikt. Ein Vorhang übernimmt die Trennung von Bett und Bad. Die einzige Tür im Mittelteil bewegt sich in die andere Richtung und hat die beliebte Doppelfunktion: Einerseits schließt sie – wenn gewünscht – den kleinen Wasch- und WC-Raum ab, andererseits kann sie das gesamte Sanitärabteil gegenüber Wohnraum und Küche abschotten. Weil zwischen Tür und Decke ein deutlicher Spalt bleibt, darf man hier keine völlig geruchsdichte Trennung erwarten.

Davon abgesehen, kann das Bad als gelungen gelten. Handhabung, Bewegungsmöglichkeiten und Staufächer lassen kaum Wünsche offen. Nicht nur die Körperpflege, sondern auch das unvermeidliche Saubermachen im Bad geht hier leicht von der Hand. Die geräumige Dusche wird dank ausziehbarem Handtuchhalter außerdem zum Trockenraum.

Entspannt kann man im langen Explorateur gleichfalls die Küchenarbeit anpacken. Zahllose Fächer und ein großer Kühlschrank helfen bei der Vorratshaltung. Wer vor dem Kocher werkelt, hat alles Wichtige in Griffweite, ohne selber im Weg zu stehen. Eine kleine Theke als Raumteiler in Richtung Sitzgruppe hilft dabei ebenso wie der Umstand, dass die Hängeschrankklappen offen stehen können, ohne gleich die Kopffreiheit oder Beleuchtung zu beeinträchtigen. Für eine Abtropffläche, die beim Spülen praktisch wäre, reichte der Platz leider nicht mehr.

Wassersystem und Heizung

Noch etwas anderes könnte beim Abwasch auffallen: Gemessen an der Fahrzeuggröße fällt das Volumen des Abwassertanks mit 95 Litern nicht üppig aus. Sollte es einmal nötig sein, wäre eine manuelle Reinigung des Behälters außerdem kaum möglich. Die übrigen Installationen sind dagegen – überwiegend durch Luken im Doppelboden – leicht erreichbar. Einen durchdachten Eindruck macht ebenfalls die Heizung. Das Alde-Warmwassersystem erwärmt das Fahrzeug mit eindeutigem Schwerpunkt auf den Wohnbereich. Zwei Konvektoren kümmern sich dabei um den sensiblen Bereich vor und hinter der isolierenden Frontverdunkelung. Hingegen bleibt es im Schlafzimmer ein paar Grad kühler. Im Testwagen heizte außerdem eine optionale Truma-Luftheizung an der Sitzgruppe im Fußraum kräftig ein. Sie kompensiert die systembedingte Trägheit des Warmwassersystems wirkungsvoll, so dass man das einladende Wohnzimmer des Explorateur auch bei spontanen Ausfahrten in der Nebensaison richtig genießen kann.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Ingolf Pompe

Datum

23. April 2014
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