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Phoenix Liner 8500 L im Test: Wagen-Burg

Massiv wie ein Silberbarren schiebt sich der Phoenix Liner um die Kurve. Die schlichte Eleganz strahlt Solidität aus. Doch wie macht sich der 8500 L im Test?

Spektakuläres Design war nie die Sache von Phoenix. Die Aufbaukanten leicht gerundet, das Heck mit Formteilen eingerahmt, dezente Lidstriche über den Augen und dazu die Volllackierung in Silbergrau – das muss genügen. Letztere gehört zum aufpreispflichtigen Luxuspaket Futura, das 4400 Euro Preisvorteil verspricht – auch in der Oberklasse ist die Paketpreispolitik angekommen.

Sicher ein nettes Bonbon, aber in dieser Preisklasse, wo ein Fahrzeug wie der 8500 L mit einem Grundpreis von rund 150.000 Euro letztlich dann meist für 200.000 Euro vom Hof rollt, wohl nicht das alles entscheidende Kriterium.

Preis: 100.000 bis 150.000 €
Typ: Sondermobile
Schlafplätze: 5

Der wuchtige, massive Auftritt des Phoenix Liner ist kein leeres Versprechen. Solidität und Verarbeitung liegen auf einem hohen Niveau. Dabei kommt allerdings auch einiges Gewicht zusammen, und bei reichlicher Benutzung der Aufpreisliste muss die Vorderachslast im Auge behalten werden. Etwas mehr Finesse könnte der Möbelbau vertragen. Betten und Bad, Küche und Stauraum, Sitzgruppe und Wintertauglichkeit, Aufbau- und Bordtechnik sind bis auf wenige Details ohne Fehl und Tadel.

Basisfahrzeug - wenig Spielraum beim Gewicht

Ebenso hat sich durchgesetzt, den Fahrerhausboden inklusive Sitze und Armaturenbrett anzuheben, beim Phoenix um gut 30 Zentimeter, wodurch ein ebener Durchgang zwischen Fahrerhaus und Wohnraum sowie eine bessere Übersicht für den Piloten erreicht wird.

Die großen, hängenden Spiegel sind eine gute Ergänzung. Leider werden die Weitwinkelfelder teils von den Scheibenrahmen verdeckt.

Um den etwas raubeini­gen Daily attraktiver zu machen, spendiert ihm Phoenix serienmäßig den 176-PS-Motor, die Fahrerhausklimaanlage, den Tem­pomaten, die Vollluftfeder für die Hinterachse und Komfortsitze von Aguti. Das automatisierte Schaltgetriebe Agile gibt es günstig im Futura-Paket.

So ausgerüstet lässt sich mit dem 8500 L gemütlich Strecke machen. Auch ohne Luftfederung benimmt sich die Vorderachse ganz manierlich. Offenbar wurden die Drehstabfedern feinfühlig auf die Last eingestellt. Das sollte aber nicht dazu verleiten, das Thema Last an der Vorderachse auf die leichte Schulter zu nehmen. Mit gefüllten Tanks und den über 500 Kilogramm Extras an Bord blieben beim Testwagen gerade mal 125 Kilo Luft.

Aufbau - komplett holzfrei

Dach und Wände bestehen aus Alu-PU-Schaum-Alu-Platten, der Kabinenboden setzt innen und außen auf resistentes GfK. Die Boden-Wand-Verbindung wurde jüngst weiterentwickelt und vermeidet noch besser Wärmebrücken.

Den 38,5 Zentimeter hohen Doppelboden baut Phoenix mit Stehern aus Alu-Sandwichplatten und einem ungewöhnlichen Fußboden aus Kunststoffwabenmaterial – leicht, stabil und einfach zu bearbeiten.

Damit ist der Aufbau komplett holzfrei. Selbstbewusst gewähren die Phoenixianer darauf stolze 10 Jahre Dichtigkeitsgarantie.

Ausbau - gemischtes Bild

Großzügig und bequem zeigt sich die Sitzlandschaft des 8500 L. Die L-Bank bietet zwei Dreipunktgurte. Nach einem kleinen Umbau können hier zwei Kinder oder ein Erwachsener mitreisen.

Für die Nacht stehen zunächst einmal die Einzelbetten im Heck bereit – wobei einzeln nur zum Teil stimmt. Auf 1,50 der 2,00 Meter Liegelänge sind beide Betten mit einem Zwischenpolster verbunden. Das reicht längs eventuell für den Enkel und bietet sich quer als Doppelbett an.

Hohen Schlafkomfort gewähren die Kaltschaummatratzen auf gummigelagerten Lattenrosten. Als kaum weniger bequem erweist sich auch das, allerdings optionale, Hubbett. Die solide Konstruktion lässt sich zudem elektrisch heben und senken – eine feine Sache, die jedoch einiges wiegt: 90 Kilo nennt die Preisliste für die Option Hubbett statt Schränken.

Apropos Schränke. Der Möbelbau ist von solider Machart, zählt aber nicht gerade zu den Vorzeigeobjekten des Phoenix. Keine Furnieroberfläche lässt den Feingeist mit der Zunge schnalzen, keine aufwendigen Spezialbeschläge den Techniker anerkennend nicken.

Eine Ausnahme bildet nur der Küchenblock, der mit stabilen Schubladen mit Endeinzug und pfiffigen Unterteilungen, sowie einer Arbeitsplatte aus Mineralwerkstoff (Aufpreis) gefallen kann. Auch die übrige Ausstattung lässt kaum Wünsche of­fen bis hin zum großen Kompressorkühlschrank – Spezialität der getesteten Modellvariante.

Santiärraum - geschickt gebaut

Nach gängigem Muster stehen sich Bad und Dusche gegenüber und lassen sich zu einem Raum verbinden. Durch geschickte Platzierung kommt man darin ganz gut zurecht, die üppige Bewegungsfreiheit eines Raumbads findet sich aber nur im Schwestermodell 8500 BG oder den etwas längeren 8800er Varianten.

Reichlich Accessoires verschönern und erleichteren die Benutzung des Bads. Eine Keramik-Festtanktoilette gibt es ebenso gegen Aufpreis, wie ein veredeltes Waschbecken aus Mineralwerk­stoff.

Sinn fürs Detail beweist die abnehmbare Kleiderstange in der Duschkabine.

Bordtechnik - grundsolide Arbeit

Alleine der Elektroverteiler, der im Kleiderschrank hin­­ter einer Acrylglastür prangt, würde einem Einfamilienhaus zur Ehre gereichen. Die Installationen sind überwiegend in Ka­nälen verlegt, die wichtigsten Kom­ponenten beschriftet.

Ob Wassertanks, AGM-Batterien, Wechselrichter oder Klima­anlage – im Doppelboden ist die umfangreiche Bordtechnik sauber installiert und komfortabel zu erreichen.

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Datum

22. April 2008
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