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Test: Niesmann + Bischoff Arto 59 B

Er wird edler und eine ganze Klasse eleganter: Der Arto von Niesmann + Bischoff nähert sich dem großen Bruder Flair an.

Die Richtung ist klar: „Wir orientieren uns an der Autoindustrie“, erklärt Jürgen Kasper ziel- und selbstbewusst. Das Vorbild des Produktgruppenleiters Flair und Arto von Niesmann + Bischoff für den neuen Arto ist bereits beim ersten Blick auf den Neuling eindeutig: Mercedes heißt der Orientierungspunkt für die zweite Generation. Der bisherige Arto trat kantig und fast ein wenig grobschlächtig auf, erinnerte in seinem Äußeren an den Werbespruch einer schwäbischen Schokoladenfabrik („quadratisch, praktisch, gut“). Der Arto II kommt im Vergleich zum Vorgänger stilistisch wie auf Samtpfoten daher, obwohl sein Karosseriekörper identisch blieb. Das Gesicht aber macht den Unterschied: Fein modelliert tritt der neue, chromumrandete Kühlergrill nun plastisch hervor, links und rechts abgegrenzt durch versetzt angeordnete Rundscheinwerfer. Die Motorhaube umkurvt die inneren Lampen gar gekonnt ein Stück weit – feine Design- und Konstruktionsarbeit, wie sie kennzeichnend ist für gehobenen Automobilbau. Da ist sie auf einmal wieder, die angestrebte Verwandtschaft, in diesem Fall zum feinen Mercedes Coupé CLK. „Beim neuen Arto ist mehr dran, das macht viel mehr her“, freut sich Kasper an den ausgearbeiteten Details.

Und es macht gar nichts, dass die angedeutete Weltkugel aus dem bisherigen Grill verschwunden ist, niemand wird das wenig edel wirkende Element vermissen. Auch der Stoßfänger mit eingearbeitetem Lufteinlass ist neu und zeigt elegante Züge: Die Öffnung ist nun schwungvoll und ein- statt bisher zweiteilig, fügt sich harmonisch in die neuen Gesichtszüge des Arto ein. Angedeutete Stoßstangenecken proportionieren das Teil zusätzlich. Zum neuen Kopf des Arto gehört auch eine andere Windschutzscheibe, schräger angeordnet und etwa zehn, zwölf Zentimeter flacher als bisher. Die elegantere Form hilft beim sanften Übergang in die Dachpartie, deren Stirn ein paar Falten als Struktur erhalten hat. Auch an anderer Stelle ist der neue Arto runder, erwachsener und wertiger geworden. Gewölbte, aufgeklebte Eckelemente fassen zusammen mit vergrößerten Rückleuchtenträgern und dem leicht gebogenen Mittelteil des Stoßfängers das unverändert gerade Heck ein. Durch diese optischen Tricks wirkt es jedoch auf einmal leicht gewölbt. „Es ist alles runder geworden, das Heck hat mehr Formenspiel“, formuliert es Arto-Vater Kasper. Eine elegantere Anbindung der Dachreling sowie eine höher angesetzte Tür mit ebenem Einstieg und einer nun zweistufigen, elektrisch betätigten Treppe ergänzen zusammen mit neuem Dekor das Erscheinungsbild. Auch im Innenraum des Arto geht es einen Schritt vorwärts. Jürgen Kasper erklärt das Ziel: „Alle Dinge, mit denen der Kunde direkt in Kontakt kommt, müssen einen guten Eindruck machen.“

Dieser Eindruck beginnt mit der Küche, die eine neue, praktischere Einteilung erhalten hat. Die Besteckschublade ist nun frei zugänglich, versteckt sich nicht mehr hinter einer Tür. Niesmann + Bischoff spendiert dazu dem Arto die Zentralverriegelung der Küchenschubladen, wie sie der Flair seit Herbst vergangenen Jahres besitzt und die Büromöbeln entlehnt ist. Küchen- und Thekenplatten enden nicht mehr in geraden Kanten, sondern tragen jetzt einen leichten Schwung. Weitere Änderungen im Innenraum betreffen neue, funktionellere Möbelgriffe, andere Bezugstoffe sowie straffere und hochwertigere Sitzpolster, ein neues Sideboard beim Bargrundriss und eine Rückwand für das Fernseherfach. Erst beim Fahren zu bemerken: Die analog zum Flair aufwendigere Geräuschdämmung reduziert den Motorlärm erheblich. Geblieben sind die Varianten, der Arto ist unverändert in zwei Längen zu bekommen. In Vorbereitung ist eine Barvariante für den Arto 69. Ebenfalls geblieben ist das Aufbaukonzept: Im Multifunktionsboden nimmt eine GfK-Wanne die Bordtechnik auf; gleichzeitig wird so die Isolierung im wichtigen Bodenbereich optimiert. Die Preise steigen trotz der zahlreichen Neuigkeiten nur moderat. Damit gehört der Arto mit einem Einstandspreis von gut 100 000 Mark wie bisher zur Einsteigerklasse unter den Traummobilen.

Technische Daten (Stand: Juli 2001)
Hersteller: Niesmann + Bischoff
Modell: Arto 59 B
Basisfahrzeug: Fiat Ducato Maxi
Typ: Integrierter
Preis: ab 56495 EUR
Sitze mit Gurt: 2
Schlafplätze: 5
Zul. Gesamtgewicht: 3400 kg
Länge: 6120 mm
Breite: 2250 mm
Höhe: 2960 mm
Basismotor: Diesel
KW: 94
PS: 127
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Autor

Datum

12. Juli 2001
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