Die Basis bildet ein Knaus Sky I, die Elektronik stammt von Xtronic. 9 Bilder Zoom

Digitale Bedienung im Knaus Sky I: Geballte Elektronik von Xtronic

Die Basis bildet ein Knaus Sky I, im Inneren steckt geballte Elektronik von Xtronic. So eng wie dieses Reisemobil war bisher noch keins mit der digitalen Welt vernetzt. Wir haben’s ausprobiert.

Das Camp-Connect System verbindet: Die Geräte an Bord miteinander, den Besitzer mit dem Mobil und das Fahrzeug mit der Welt. Xtronic reizt mit dem Camp-Connect-Car auf Basis des Knaus Sky I die Grenzen der Connectivität fast aus.

Knaus ist auf diesem Gebiet in der Caravaning-Branche ohnehin schon einer der Vorreiter. Trotzdem hat das Unternehmen das Kooperationsangebot von Xtronic gerne angenommen. Die Systementwickler aus Böblingen haben auf diesem Gebiet als Teil der Automobilindustrie nämlich noch mehr Erfahrung. "Wir wollten mit der Kooperation zeigen, wie weit man bei diesem Thema gehen kann", sagt Alexander Wehrmann, Sprecher von Knaus-Tabbert. Die Antwort lautet: sehr weit.

Manche Grundfunktionen von Camp-Connect sind schon von Systemen wie der Truma iNet-Box oder der Mobile Home Automation von Alpha-tronics bekannt. Lichter, Heizung und Klimaanlage lassen sich zum Beispiel zentral über eine App auf Tablet, Smartphone oder der iWatch fernsteuern. An Bord über ein W-LAN, von außerhalb über eine Verbindung per Mobilfunk. Auch schon bekannt ist die Füllstandsanzeige von Wassertanks und Batterien, die auf dem Display erscheint. Gleiches gilt für Steuerung der Musikanlage oder des Fernsehers.

Neu ist, dass Xtronic neben diesen Funktionen zur Komfortverbesserung zudem eine Sicherheitskomponente in das Camp-Connect-System einbaut. In den Spiegelgehäusen, an der Windschutzscheibe und am Heck befinden sich Rangierkameras. Über die Kameras können die Insassen auf dem Display auch beobachten, ob sich jemand am Mobil zu schaffen macht.

Gaswarner und Bewegungsmelder sind ebenso an Bord. Letztere werden auch genutzt, um das Licht automatisch einzuschalten, wenn man Fahrzeug oder Bad betritt. Mit einem Wisch lassen sich die Sensoren deaktivieren.

Vernetzung heißt für Xtronic auch, das System an die Außenwelt anzubinden. Im Menü findet sich ein Reiter, hinter dem man in Zukunft Live-Informationen zu Camping- und Stellplätzen in der näheren Umgebung finden soll. Idealerweise kann die Camp-Connect-App künftig sogar anzeigen, an welchem Baumarkt die nächste Nachfüllstation ist, sobald das Gas ausgeht. Wer zu Hause ein Smart-Home-System hat, soll es auf Reisen kontrollieren können.

Am interessantesten ist aber der grundlegende Ansatz von Xtronic. Anders als Truma beim iNet-System oder Alphatronics bei seiner Mobile Home Automation stellt das Unternehmen aus Böblingen keines der angeschlossenen Geräte selbst her. Xtronic vernetzt Fremdkomponenten, die auf dem Markt sind. Den Gasfüllstand übermittelt zum Beispiel der Gaslevel von Gaslock. Die Klimaanlage ist von Dometic und die Heizung von Truma. "Wir stellen nur die Plattform zur Verfügung, an die wir alle Geräte anschließen können, die von ihren Herstellern freigegeben werden", sagt Xtronic-Geschäftsführer Daniel Schmid. Je mehr Hersteller mitmachen, umso attraktiver wird das System am Ende.

Diese Offenheit bedeutet auch, dass Camp-Connect Knaus-Tabbert nicht exklusiv zur Verfügung steht. Wenngleich man in Jandelsbrunn einige Anregungen daraus ziehen möchte, wird der umgebaute Sky I 650 LEG, so wie er bei Xtronic steht, vermutlich nicht in Serie gehen. Dafür könnte es sein, dass Xtronic sein System in Zukunft auch anderen Reisemobilherstellern offenlegt.

Portraits Redaktion

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Andreas Becker

Datum

23. Februar 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 02/2016.
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