Alles über Morelo Loft
Der Morello Loft 82 LBX sorgt mit seiner gefälligen Front und seinem markanten Grill für einen unverwechselbaren Auftritt. 16 Bilder Zoom

Morelo Loft 82 LBX im Test: Aufsteiger der Oberklasse

Der Aufsteiger der Oberklasse heißt Morelo. Mit welchen Vorzügen die erst fünf Jahre alte Marke punkten kann, haben wir uns am beliebten 8,4-Meter-Einzelbettenmodell der Baureihe Loft angeschaut.

Morelo schaffte es vom Fleck weg, Modelle zu entwickeln, die auf dem Markt gut ankommen. Kein Wunder eigentlich, wenn man weiß, dass die Macher der Marke im gehobenen Segment bereits alte Hasen sind. Ein Erfolgsfaktor bei Oberklasse-Integrierten ist sicherlich ein standesgemäßer Auftritt. Die Kunst, den quaderförmigen Aufbau gefällig zu gestalten, ist hier augenscheinlich gelungen.

Zumal nach dem jüngsten Facelift, das die Front noch ansprechender gerundet zeigt und die Einzelscheinwerfer zu attraktiven Augen zusammenfasst, ohne vom bereits markentypisch markanten Kühlergrill abzurücken. Neben dem noblen Aushängeschild Palace und der auch auf Fiat Ducato erhältlichen günstigsten Baureihe Home ist die mittlere Linie Loft zentral in der Oberklasse angesiedelt mit Grundpreisen ab rund 150.000 Euro.

Als Basis dient stets der Iveco Daily in der Sechs- oder Sieben-Tonnen-Variante – keine Überraschung, schließlich macht der Daily für die meisten Modelle dieser Klasse das Kreuz breit. Klare Anzeichen dafür zu entdecken ist aber gar nicht leicht, denn weder außen noch innen findet sich ein Iveco-Schriftzug. Und durch das eigenständige Armaturenbrett und Lenkrad müssen selbst Daily-Kenner genau hinschauen, um einzelne Bedienelemente sicher zu identifizieren.

Wie in dieser Klasse üblich ist die komplette Kommandobrücke nach oben und vorn versetzt. Dafür verwendet Morelo ein sogenanntes Filigran-Podest, das bei vergleichbarer Stabilität 100 Kilo leichter sein soll als die bisherige Bauweise. Das ist auch nötig, wie der Blick auf die Wiegeergebnisse des gut ausgestatteten Testwagens zeigt. Die Vorderachslast sollte man hier im Auge behalten – ansonsten ist die Zuladung dank der 7,2-t-Auflastung aber sehr üppig.

Der Gewinn an Wohnraumund das durchgängige Fußbodenniveau sind neben den verbesserten Sichtverhältnissen die Hauptvorteile der Fahrerhausverlagerung. Aus der ersten Reihe ergibt sich ein erhabenes Fahrgefühl. Die nach außen versetzten Fahrerhaussessel gewähren dabei nicht nur bequemen Durchgang, sondern auch guten Ausblick durch die Panorama-Frontscheibe für einen Sozius.

Ungeübte Fahrer lassen sich von den wuchtigen Fahrzeugmaßen und den fühlerartig vorgestreckten Busspiegeln leicht beeindrucken. Tatsächlich Bedarf es etwas Training, sich in der Sechsfach-Bespiegelung zurechtzufinden und zu lernen, wo man in welcher Situation am besten hinschaut. Dann kann man aber etwa im rechten Bugspiegel gut erkennen, wie viel Platz beim Einparken noch bis zum Vordermann bleibt.

Und hinten hilft der opulente Alpine-Naviceiver mit Doppellinsen-Rückfahrkamera und schwenkbarem Touchscreen. Für stattliche 3790 Euro sagt die Stimme aus dem Off dann sogar beim Grenzübertritt automatisch die geltenden Tempolimits an – ein hilfreicher Service.
Um sie auch einzuhalten, bewährt sich der Tempomat, denn allzu leicht beschleunigt der potente 205-PS-Topmotor in Komplizenschaft mit der sanft schaltenden Acht-Gang-Automatik den Loft auf unerlaubtes Geschwindigkeitsterrain – bis er bei Tacho 130 elektronisch gebremst wird.

Solange sich der Motor nicht anstrengen muss, geht das einigermaßen leise vonstatten. Beim Beschleunigen dringen seine Lebensäußerungen jedoch relativ unverhohlen ins Cockpit. Unziemlich zeigt sich zudem die Vorderachsfederung bei Autobahn-Querfugen durch deutlich hör- und fühlbare Stöße. Mehr Milde verspricht die optionale Luftfederung. Im Testwagen war nur die Hinterachse mit Luftbälgen versehen.

Die große Sitzgruppe lässt kaum Wünsche offen. Dank Erweiterungsplatte nimmt es der Tisch auch mit opulenten Menüs auf. Die vielfältige, teils auch dimmbare Beleuchtung kann sowohl "hell" als auch "heimelig" – je nach Situation.

Tadellos präsentiert sich auch die Küche. Neben etwas echter Arbeitsfläche ist es vor allem das solide Bambusholz-Brett auf dem größeren von zwei Spülbecken, worauf man arbeiten kann. Schränke, Schubladen und Auszüge geizen weder mit Stauraum, Besteckkasten, Mülleimern noch Flaschenhaltern.

Die moderate Länge – "nur" 8,38 Meter sind für ein Oberklassemobil nicht so viel – macht sich am ehesten im Bad bemerkbar. Die Duschkabine rechts und das Bad links sind zwar keineswegs beengt und lassen sich durch sehr solide Türen auch zum Raumbad verbinden. Doch wer ein richtig opulentes Badezimmer sucht, greift besser zu den längeren Varianten 83 LXT oder 86 LBXT mit offenem Waschtisch und Eckduschkabine.

Unpraktisch erscheint jedoch, dass die Duschtür im Testmodell nach innen öffnet.
Das kann zwar verhindern, dass Wassertropfen beim Öffnen in den Gang fallen, erschwert aber den Einstieg und noch mehr die Nutzung der abnehmbaren Kleiderstange. Die Liegefläche im Heck lässt auch ohne Umbau stets die Wahl einzeln längs oder gemeinsam quer zu schlafen. Dafür reicht der Gang nicht sehr weit zwischen die Betten hinein, was den Zustieg geringfügig mühsamer macht. Die optionalen 5-Zonen-Matratzen mit Tellerfedern verfehlen ihre Wirkung nicht. Ähnlich bequem schläft man wahlweise auch im elektrisch absenkbaren Hubbett vorn – für zwei Erwachsene ist es jedoch ein wenig schmal.

Die Bedienelemente der Bordtechnik finden sich sinnvoll zusammengefasst in drei
Fächern – fast überall getrennt von den reichlich vorhandenen Stauräumen. Technisch auf dem aktuellen Stand präsentiert sich zuletzt auch die Aufbautechnik. Hier hat man bei der jungen Marke von Anfang an alles richtig gemacht.

Allgemeine Infos zum Morelo Loft 82 LBX

Gurte/Schlafplätze: 4/4
Zul. Gesamtgewicht: 7200 kg
Länge/Breite/Höhe: 8,38/2,40/3,39 m
Grundpreis ab: 155.900 Euro

Beladungstipps:

Gesamt- und Hinterachszuladung wie auch die Reifentraglasten haben mit dem Loft 82 LBX als 7,2-Tonner selbst mit 555 Kilo Extras an Bord kein Problem. Nur an der Vorderachse sieht es nicht ganz so üppig aus. Für zwei Personen reicht es noch gut, aber wer zu viert unterwegs sein will – und das Hubbett mitordert –, sollte den Daily 70 mit 2800 kg zulässiger Vorderachslast wählen.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Ingolf Pompe, Jürgen Bartosch (1)

Datum

10. Februar 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 01/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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