Alles über Morelo Home
Einzeltest: Morelo Home 79 LX 15 Bilder Zoom

Morelo Home 79 LX im Test: Unterwegs zu Hause im Morelo Home

Morelo baut ausschließlich Fahrzeuge im Liner-Format. Durch ein Fiat-Chassis als Basis der neuen kleineren Baureihe werden die Luxusmobile jetzt erschwinglicher. Erster Test des Morelo Home.

Man kann sich diesem Morelo Home aus zwei Richtungen nähern. Liner-Interessenten finden hier eine etwas kompaktere und günstigere Alternative zu jenen Modellen, die üblicherweise auf einem schweren Iveco Daily basieren. Wer dagegen von vorneherein einen Integrierten auf einem Fiat-Chassis sucht, wird im Home 79 LX wohl das Maximum erkennen, was sich auf einem zweiachsigen Ducato-Fahrgestell realisieren lässt.

Das Fahrgefühl im Liner

Von der Perspektive hängt es deshalb auch ab, wie man das Fahrgefühl empfindet. Der Liner-Käufer freut sich über das angenehm leichte Handling des Fiat und den ausreichend kräftigen, relativ genügsamen 3,0-Liter-Motor, der bei angemessener Fahrweise gut mit dem automatisierten Getriebe harmoniert. Ihn stört allenfalls, dass beim Anfahren am Berg auf feuchter Fahrbahn schon einmal die Vorderräder scharren. Einfacher wird es, wenn man das ESP samt Hill-Holder-Funktion mitbestellt, das inzwischen Teil des unverzichtbaren Chassis-Pakets ist. Sonst muss man wie beim Testwagen trotz automatisiertem Getriebe beim Start an der Steigung mit der Handbremse eingreifen.

Fiat-gewohnte Integriertenfahrer wundern sich vielleicht eher, dass im Home keine Fahrertür vorgesehen ist, begeistern sich aber schnell für das erhabene Liner-Gefühl. Die großen Bugscheiben erlauben beste Panoramasicht und sind an den Seiten doppelt verglast.

Ein Rollladen an der Windschutzscheibe macht die Isolierung komplett und dient überdies als Sonnenblende – einfach genial. Angesichts des insgesamt sehr hohen Auf- und Ausbauniveaus fällt jedoch auf, dass die Dämmung der Motorgeräusche keine Spitzenposition erreicht, sondern im oberen Mittelfeld anzusiedeln ist. Es gibt außerdem Integrierte mit einer eleganter geformten Umgebung des Fiat-Armaturenbretts. Der Home versteckt selbst die massive Hubbettmechanik nur unvollkommen – und offenbart dadurch gleichzeitig seinen Charakter. Blendwerk ist seine Sache nicht.

Zuladung versus Autarkie

Auch dem kleinen Morelo gelingt es, durch Geradlinigkeit und beständige Materialien unverrückbare Solidität auszustrahlen, die sich nicht zuletzt im Gewicht niederschlägt. Beim mit Diesel, Gas und Frischwasser befüllten Testwagen durfte man gerade einmal 260 Kilogramm zuladen. An der Hinterachse war in diesem Zustand bereits die zulässige Grenze überschritten. Zur Entlastung des Morelo sei aber erwähnt, dass das getestete Exemplar Extras im Wert eines Mittelklasseautos an Bord hatte, die eine halbe Tonne Mehrgewicht mitbringen. Darunter große Bordbatterien und ein 250-Liter-Frischwassertank, der wie bei jeder promobil-Wiegung bis zum Rand gefüllt wurde.

Nicht praxisfremd, denn die überdurchschnittliche Autarkie passt hervorragend zum Wesen des Home. Der Liner-Fahrer wird sie als selbstverständlich empfinden. In der Ducato-Klasse ist es willkommener Luxus, wenn Strom und Wasser fast wie zu Hause fließen. Den Ansprüchen an ein rollendes Heim wird die Einrichtung ohnehin gerecht.

Erwachsenes Format und handfeste Qualität

Im Wohnraum verzichtet der Morelo wie im Fahrerhaus auf optische Effekte oder auf gewollte Originalität beim Einzelbetten-Grundriss. Die Stärke des Home 79 LX liegt darin, dass er alle bekannten Elemente in erwachsenem Format und handfester Qualität ausgewogen auf dem durchgehend stufenlosen Boden arrangiert.

Der Reihe nach: Da wäre ganz vorne ein Hubbett, das sich tief absenkt und über der gesamten Fläche viel Kopffreiheit gewährt. In der Oberklasse kann man angesichts einer Breite von knapp 1,30 Meter aber nur von einem üppigen Einzelbett sprechen. Fünf Personen finden dagegen in der Sitzgruppe bequem einen Platz, weil hier die sonst oft rudimentären Bankteile in Längsrichtung vollwertig ausfallen.

Eine optional verbreiterbare Tischplatte kommt allen entgegen. Bei dem noch nicht ganz serienfertigen Testwagen blieb der Wunsch nach einer einfacheren Höhenverstellung für die Vordersitze mit größerem Verstellbereich nach oben. Dann könnten auch die Bänke etwas höher ausfallen und besser mit der Tischhöhe harmonieren. So oder so hat man nicht weit entfernt guten Zugriff auf einen Flaschenauszug und etwas darüber auf Weingläser in der Vitrine.

Schmuckstück in der Küche ist die Arbeitsplatte mit zwei eingeformten Spülbecken. Sie gehört ebenfalls zu den passenden, aber gewichtigen Extras. Den Mangel an Abstellmöglichkeiten kann sie nicht mindern, doch sorgen Schneidbretter als Spülenabdeckungen für Arbeitsfläche. Rundherum Liner-gerecht: die Auszüge, die auch zwei Mülleimer beherbergen, sowie weitere große Fächer und der hohe Kühlschrank.

Direkt nebenan: der raumhohe Kleiderschrank. Home-Bewohner müssen ihre Hemden und Blusen nicht unter dem Bett hervorangeln, sondern können sie sogar in zwei Etagen griffgünstig sortieren. Im Heck schließen sich Sanitärbereich und Bett an.

Der viel strapazierte Begriff des Raumbads trifft hier ins Schwarze, denn sobald man die Tür als Raumteiler verwendet, bewegt man sich im Heck mühelos zwischen Bett, Dusche, Waschbecken und Toilette. Letztere lässt sich auch bei geschlossenem WC-Raum ohne Platzangst benutzen. Vor allem die Duschkabine muss sich nicht hinter häuslichen Bädern verstecken. Durch eine Kleiderstange darin dient sie auch als Trockenraum, was mit einer direkten Dach­entlüftung noch besser funktionieren würde.

Das Bad bildet eine Einheit mit dem Schlafzimmer. Dort erfüllen die Betten hinsichtlich Zugang und Komfort höchste Ansprüche. Leichter Dämpfer: Die Matratzen erreichen nicht ganz zwei Meter Länge, und ein Mittelpolster fehlt.

Um Zentimeter geht es ebenso bei der einzigen Aufbautür: Angesichts von acht Meter Gesamtlänge wären hier mehr als 50 Zentimeter Durch­gangs­breite keine Verschwendung. Durch und durch oberklassig gelangt man über große Pforten an die standesgemäß ausstaffierte Garage im Heck. Von dort aus wiederum führt der Weg auch zu Teilen der Bordtechnik. Ein routinemäßiger Kontrollblick in die Wasserbehälter ist jedoch nicht möglich. Morelo empfiehlt stattdessen die regelmäßige Reinigung des gesamten Wassersystems mit entsprechenden Mitteln.

Was die Wintereignung angeht, gibt sich der Morelo keinerlei Blöße. Der bis in jeden Winkel – und auf Wunsch auch im Fußboden – warmwasserbeheizte Home macht hier einmal mehr seinem Baureihennamen alle Ehre. So viel Wohnwert findet man auf einem zweiachsigen Ducato nur sehr selten.

Die Baureihe Morelo Home 79 LX im Überblick

Preise: 109.900-131.900 Euro
Basis: Fiat Ducato, Iveco Daily
Längen: 7,49-8,45 m
Gesamtgewicht: 4250-5600 kg
Modelle: Neben der getesteten Einzelbetten-Ausführung ist der Home auch als kürzeres Querbett-Modell oder mit Queensbett lieferbar. Als tragfähigere Basis stehen der dreiachsige Ducato sowie der Iveco Daily zur Wahl.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Jacek Bilski, Ulrich Kohstall

Datum

12. November 2014
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