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Test: Mercedes Sprinter

Zusammen mit einem leichten Facelift bekommt der Sprinter das erste ESP der 3,5-Tonnen-Klasse.

Gehetzte Kurierfahrer brachten das Thema auf die Tagesordnung: Durch steigende Unfallzahlen immer kräftigerer Kastenwagen kam die Fahrsicherheit von Transportern ins Gerede. Von dieser Diskussion profitieren nun auch die durchweg entspannteren Reisemobilfahrer. Der Mercedes Sprinter - als Paketzubringer wie als Basisfahrzeug der Reisemobil-Oberklasse gleichermaßen beliebt - kann ab Herbst mit ESP ausgerüstet werden. Hinter dem Kürzel, das im modernen Pkw- Bau längst so leicht wie ABS über die Lippen geht, verbirgt sich das elektronische Stabilitätsprogramm. Ein Computer erkennt instabile Fahrzustände und ist in der Lage, ein einzelnes Rad gezielt abzubremsen, um den Wagen blitzschnell wieder auf Kurs zu bringen.

Wie gut das System in der Praxis funktioniert, zeigten erste Testfahrten. Bestand bei einer zu forsch angegangenen Kurve bislang die Gefahr, dass der Sprinter mit dem Heck ausbricht, verhindert das ESP solche Eskapaden schon im Ansatz. Ausweichmanöver führen nicht mehr zu schweißnassen Händen, sondern zu sanft, aber spürbar zupackenden Bremsen. Sollte das nicht ausreichen, kann der schnelle Rechner zusätzlich die Motorelektronik, damit die Seitenführungskraft der Antriebsachse beeinflussen. Selbst offensichtlich unvernünftige Fahrmanöver auf rutschiger Straße pariert das ESP erstaunlich gut - solange es physikalische Gesetzmäßigkeiten zulassen. Serienmäßig wird das ESP zunächst in Kastenwagen und Kombi eingesetzt und steht damit entsprechenden Camping- Ausbauten zur Verfügung. Erst im Frühjahr 2003 können auch Fahrgestellvarianten mit ESP ausgerüstet werden. Eine spezielle Anpassung der Regelelektronik für hohe Kofferaufbauten könnte dann auch Reisemobile mit ähnlicher Schwerpunktlage sicherer machen.

Zwei Einschränkungen stehen allerdings einer weiten Verbreitung im Wege. Wie das ABS wird ESP bei den Reisemobil- Fahrgestellen unter 3,5 Tonnen nur gegen Aufpreis (etwa 150 Euro) angeboten. Und für höhere Gewichtsklassen ist die Anti- Schleuder-Hilfe auch in Zukunft nicht vorgesehen. Weitere Neuentwicklungen kommen allen Reisemobilen auf Mercedes Sprinter zugute. Die Getriebeautomatik hält nun auf breiter Front Einzug ins Programm (siehe Kasten). Klarglasscheinwerfer signalisieren von außen den neuen Jahrgang. Der auffällig gerippte Grill dazwischen erinnert an die Geländeboliden der M-Klasse. Direkt aus den Mercedes- Pkw stammt der Regensensor. Im Paket mit einer neuen Frontscheibenheizung ergänzt er die lange Aufpreisliste. Dort findet man nun ebenfalls einen Rückfahrwarner für Kastenwagen und Kombi und ein besonders hochwertiges Radiogerät. Das Sound 40 Pro genannte System integriert MP3-Player, Navigation, Telefon und den Zugang zum Mercedes-Internet-Portal. In einem anderen Punkt ist der aufgefrischte Sprinter dann wieder ganz Nutzfahrzeug: Längere Wartungsintervalle (60 000 km, Ölwechsel 30 000 km) senken die Betriebskosten.

Technische Daten (Stand: September 2002)
Hersteller: DaimlerChrysler
Modell: Sprinter 308 CDI
Typ: Campingbus
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 5640 mm
Basismotor: Diesel
KW: 60
PS: 82
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Autor

Datum

19. September 2002
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