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LMC Liberty Finish A 7405 G: Habe die Ehre

Das stattliche Alkoven-Mobil LMC Liberty Finish A 7405 G steht unter einem guten Stern, seine Basis stellt der neue Mercedes Sprinter.

LMC– das steht nicht nur für Lord Münsterland Caravan, sondern auch für hochwertige Teilintegrierte und Integrierte mit einer gewissen Eleganz. Dieser Tradition verpflichtet sich jetzt auch der A 7405 G, mit dem erstmals ein großes Alkovenmobil auf Basis des neuen Mercedes Sprinter zum Test antritt.

Technische Daten (Stand: Oktober 2006)
Hersteller: LMC
Modell: LMC Liberty Finish A 7405 G
Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter 515
Typ: Alkoven
Preis: ab 72990 EUR
Sitze mit Gurt: 4
Schlafplätze: 6
Zul. Gesamtgewicht: 5000 kg
Länge: 7970 mm
Breite: 2320 mm
Höhe: 3180 mm
Basismotor: Turbodiesel
KW: 135
PS: 184

Dabei nutzte das Traditionsunternehmen die Chance des Chassis-Wechsels, um den Aufbau grundlegend zu überarbeiten. Der Neue gefällt nicht nur durch seinen schicken, aus doppelwandigem, glasfaserverstärktem Kunststoff aufgebauten Alkoven, sondern geriet gleichzeitig höher und länger als sein Vorgänger.

Da erscheint es in Anbetracht der großen Heckgarage nur angemessen, den neuen Fünf-Tonnen-Sprinter zu nutzen. Doch die gewonnene Größe fordert auch ihren Tribut: Der Radstand des Leiterrahmen-Fahrgestells misst stolze 4,32 Meter. Dennoch verbleibt ein Hecküberhang von 2,65 Meter. Entsprechend klein fällt der hintere Böschungswinkel aus. Um mit dem ausladenden Heck den Asphalt zu touchieren, bedarf es nicht erst einer Fährenrampe, unter Umständen genügt ein hügeliger Stellplatz. Und wie fährt sich der Neue mit einem so großen Aufbau?

Sprinter-typisch kam der Komfortaspekt bei der Chassis-Auslegung der neuen Baureihe nicht zu kurz. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Lenkung jedoch direkter und die satte Straßenlage erinnert etwas an den ehemaligen Sechs-Tonnen-Sprinter. In Anbetracht ihrer Tragfähigkeit geht auch die hintere Starrachse noch als komfortabel durch, obwohl sie etwas zum Poltern neigt. Insgesamt gleitet der Liberty damit bei angepasstem Tempo souverän über kurvenreiche Land- und Schnellstraßen. Dennoch: Bei hektischen Manövern kann er sich ein leichtes Schaukeln um die Mittellage nicht ganz verkneifen. Lässt man dem 150 PS-Motor freien Lauf, so schiebt er die imposante Kulisse bis zu einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von Tacho 130 gegen den Fahrtwind voran. An Steigungen lässt der Vierzylinder jedoch seine Grenzen erkennen. Wer regelmäßig die beeindruckende Zuladung von über einer Tonne ausschöpfen will, sollte über das optionale 184-PS-Aggregat nachdenken.

Der LMC debütiert mit Fünfgang-Automatikgetriebe, was beim Anfahren am Berg, im Stadtverkehr und auf langen Autobahnetappen einen echten Komfortgewinn offeriert – besonders mit dem optionalen Tempomat. Der laufruhige und leise Motor arbeitet dabei weitgehend unbemerkt. Nur beim Beschleunigen ruft er sich mit höheren Drehzahlen in Erinnerung. Ein manueller Schalteingriff ist zwar möglich, wird jedoch von der Elektronik nur in einem engen Drehzahlbereich zugelassen. Dennoch hilfreich, um beim Bergabfahren die Motorbremswirkung zu erhöhen.

Der Komfortanspruch setzt sich bei den beiden höheneinstellbaren Pilotensitzen im Fahrerhaus fort. Das Serienfahrzeug wird zusätzlich über einen drehbaren Beifahrersitz verfügen. Damit entsteht hier eine gemütliche Leseecke oder ein Plätzchen, um sich einfach mal etwas zurückzuziehen. Der in das Armaturenbrett integrierte Schaltknauf und ein sich eng an die Fahrersitzkonsole schmiegende Handbremshebel schaffen Platz für einen breiten Durchgang zum Wohnraum. Zusätzlich schwenkt ein Lattenrost des Alkovenbetts bei Bedarf nach oben, was die ohnehin stattliche Kopffreiheit noch erhöht. Angenehm straff gepolstert sitzen die Passagiere in der zweiten Reihe, für lange Etappen stehen die Lehnen jedoch zu steil. Auf Wunsch gibt es für die Bank hinter dem Fahrer zwei weitere Beckengurte.

Noch nicht ganz ausgereift erscheint die Küche. Auf der einen Seite zeugt die Dunstabzugshaube und der gegenüber dem Küchenblock auf Augenhöhe platzierte Kühlschrank von Praxisnähe. Auf der anderen Seite muss das Kochfeld ohne Piezo-Zündung auskommen, und die ausziehbaren Drahtkörbe in den Unterschränken haben ein zu weitmaschiges Gitter. So rutschen Kleinteile schon mal eine Etage tiefer. Um dann an den Inhalt zu gelangen, sind drei Handgriffe nötig – Drucktastenschloss entriegeln, Tür ganz öffnen, Korb raus. Große Schubladen mit Einhandbedienung wären besser. Zu kurz sprangen die LMC-Entwickler mit dem winzigen, im Spülbeckenbereich integrierten Mülleimer – er ist kaum größer als eine Milchpackung. Die endgültige Serienversion soll einen zweiten Abfallbehälter in der Tür besitzen.

Solide Arbeit liefert LMC indes bei den Schlafstätten. Sowohl im Alkoven- wie auch im Heckbett sind Lattenroste serienmäßig, im Heck gibt es sogar hochwertige Kaltschaummatratzen. Der Umbau der Dinette braucht dagegen Geduld: 210 Zentimeter Liegelänge werden nur durch Einbezug der ausziehbaren Längssitzbank erreicht. Wem eine Bettlänge von 182 Zentimetern ausreicht, erhält wesentlich einfacher eine straff gepolsterte, 130 Zentimeter breite Liegefläche durch schlichtes Absenken des Dinetten-Tisches.

Das geräumige Bad ist dem morgendlichen Ansturm des voll belegten LMC durchaus gewachsen – zwei Reisende können es gleichzeitig nutzen. Zum einen fällt die pflegeleichte Dusche großzügig aus, zum anderen bleibt bei geschlossener Brauseabteilung genügend Platz vor dem Waschbecken. Unverständlich wirkt da der serienmäßige 50-Liter-Frischwassertank. Eine Erweiterung auf 112 Liter Tank kostet aber keinen Aufpreis. Etwas knapp bleibt der 85-Liter-Abwassertank.

Eine besondere Anmutung gelang dem westfälischen Hersteller im Wohnraum. Die gebogenen und furnierten Klappen der Hängeschränke vermitteln in Kombination mit dem gerundeten Alkoven-Zugang ein wenig Yachtflair.

Einen Schwerpunkt legte LMC auf die Wintertauglichkeit. Mit dem Alde-Paket bestückt verwöhnt der Libertynicht nur mit der behaglichen Wärme einer konventionellen Warmwasserheizung, sondern auch mit einem beheizten Fußboden. Bei diesem System verteilt sich die Wärme der im Boden verlegten Rohre über eine Aluminiumschicht auf die ganze Fläche. Der isolierte und beheizte Abwassertank gehört zur Serienausstattung.
Passend zur eleganten Linienführung bemühte sich LMC um eine makellose Außenoptik.

So sind die Be- und Entlüftungsgitter des Kühlschranks nicht in der Wand, sondern unsichtbar in Dach und Boden platziert – Servicearbeiten am Kühlaggregat sollen laut LMC dennoch kein Problem sein. Ebenso verbirgt sich die Außensteckdose in der Garage, wo sich auch Ladegerät und Batterie finden. Der aufpreisfreie Metalliclack tut ein Übriges, damit sich der A 7405 ganz in die Tradition der schicken LMC-Teil- und Vollintegrierten einreiht.

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Datum

28. September 2006
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