iNet-Box Fernsteuerung auf Smartphone und Tablet 13 Bilder Zoom

Truma iNet-Box im Lesertest: Dauereinsatz im Wohnmobil

promobil und Truma haben vier Familien zum Lesertest des inet-Systems eingeladen. Nach einem Vierteljahr kennen die Tester die Eigenschaften des Systems genau und ziehen Bilanz.

Truma hat den Marktstart der iNet-Box im Sommer 2015 als Beginn einer neuen Ära angekündigt. Eine intuitive Bedienung von Heizung und Klimaanlage und mehr Komfort sind die Versprechen, die der Hersteller mit seinem Steuersystem verbunden hat. Wie viel Komfortgewinn die App-Fernsteuerung auf dem Smartphone oder Tablet-Computer wirklich bringt, haben vier Leserfamilien im Herbst und Winter getestet.

Beim Auswerten der Fragebögen entsteht fast der Eindruck, dass die Smartphones und Tablets bei den Testern nicht mehr stillstehen. Überraschenderweise nutzen alle die App-Fernsteuerung selbst im Mobil gerne, obwohl sie dort jederzeit zum Bedienteil greifen könnten. "Ich weiß ja noch nicht einmal, wie das CP-Plus im Detail funktioniert", sagt Jürgen Freitag, in dessen Mobil erst mit dem Einbau der iNet-Box das analoge Bedienteil CP-Classic durch ein neues CP-Plus ersetzt wurde. Wie den meisten Lesertestern ist es ihm einfach lieber, die Temperatur von der Sitzgruppe oder vom Bett aus mit dem Smartphone oder dem Tablet zu regeln.

Das zeigt auch, dass die wichtigsten Funktionen des Systems im Nahbereich einwandfrei funktionieren. Über eine instabile Bluetooth-Verbindung und zu lange Reaktionszeiten der Geräte klagt auf jeden Fall keiner der Tester. Die Kritik bezieht sich eher auf kleine Details. Martin Vogelmann fehlte im Bluetooth-Modus zum Beispiel das Feedback des Systems. "Es ist nicht immer gleich klar, ob die neue Einstellung schon übernommen wurde", schreibt er in seinem Bewertungsbogen.

Vogelmanns sind bekennende App-Nutzer. Das CP-Plus kommt bei Vogelmanns dagegen nur noch selten zum Einsatz.

Das ist anders, wenn Heizung oder Klimaanlage aus großer Entfernung via Mobilfunk gesteuert werden. Dann antwortet die iNet-Box mit einer SMS, sobald sie die Einstellungen übernommen hat.

Wobei im Mobilfunkmodus die Statusabfrage eine sehr gefragte Funktion ist. Alle Tester nutzen ihre App, um zu checken, ob die Energieversorgung und die Batteriespannung in Ordnung sind. Egal ob das Auto gerade für längere Zeit auf seinem Abstellplatz parkt oder auf dem Campingplatz steht. Es sind ähnliche Features, die die Tester als Systemerweiterungen gut fänden. Wünsche nach einer Anzeige des Gas- und Frischwasserfüllstands oder der Kühlschranktemperatur kommen zum Beispiel oft auf. Ganz gelegen käme manchem Lesertester aber auch, wenn man das Reisemobil per Smartphone orten könnte.

Wie viele dieser Vorschläge umgesetzt werden, ist nicht absehbar. Truma ist aber bemüht, das iNet-System um die eine oder andere Funktion zu erweitern. Inzwischen feilen die Entwickler am Bestehenden. Letztlich haben ihnen die Lesertester auch die eine oder andere kleine Aufgabe mitgegeben.

Während der Schneewanderung im Winterurlaub im Zillertal heizen Bodo und Doris Lauterbach ihre Heizung rechtzeitig wieder an.

1) Doris und Bodo Lauterbach: Luft nach oben

Grau und kalt war es in der Kasseler Gegend am Tag, bevor die Lauterbachs im Januar in den Winterurlaub aufbrachen. Bei dem Wetter hatte Doris Lauterbach wenig Lust, in das kalte Reisemobil zu steigen und die Schränke zu packen. Also gab sie ihrem Mann Bodo Bescheid, der per Smartphone die Heizung anschaltete. Wenige Stunden später konnte das Beladen beginnen. Das Fahrzeug stand im Übrigen nur wenige Meter von der Haustür der Lauterbachs entfernt. Die Smartphone-Fernsteuerung hat das Reisemobilistenleben bequemer gemacht, bestätigt Bodo Lauterbach. Er und seine Frau haben es jetzt auf jeden Fall immer schön warm, sobald sie das Mobil betreten. Denn die beiden zücken auch auf Schneewanderungen oder beim Skifahren immer mal wieder das Handy und fragen den Temperaturstatus im Fahrzeug ab. Im Übrigen ist sich das Paar einig, dass die Steuerung der Truma-Geräte per App übersichtlicher und intuitiver ist als mit dem Bedienteil CP-Plus.Ganz ohne Aussetzer ist das iNet-System im Mobil der Lauterbachs nicht ausgekommen. Das erste Software-Update wurde zum Beispiel etwas holprig übertragen und die Statusabfrage zeigte manchmal 60 Grad Wassertemperatur an, obwohl die Combi-Heizung im Reisemobil gar nicht lief. Das hätten die Entwickler aber mittlerweile behoben, meint Bodo Lauterbach.

Also fällt das Fazit gut aus. "Ich muss mich bei der Bewertung auf die Anwendungen beschränken, die schon vorhanden sind, und die laufen prima", sagt Bodo Lauterbach. Er sieht aber auch noch Luft nach oben und würde über seine App gerne noch die Füllstände der Wassertanks und Gasflaschen abfragen können. Die Integration einer Reifendruckkontrolle fände er auch ganz in Ordnung.

2) Jürgen Freitag und Familie: Kleiner Minuspunkt bei der App-Integration

Das Bedienteil CP-Plus wird bei den Freitags noch benutzt. Nur dann, wenn sie das Reisemobil für längere Zeit abstellen und die Heizung ausgeschaltet werden muss. Das geht mit dem Drehknopf ein bisschen schneller, weil die Ladezeit der App wegfällt. Sonst sagt das Smartphone an, ob es im Mobil von Jürgen und Katja Freitag gerade 21 oder 22 Grad warm ist. "Ich steh doch nicht extra von der Bank auf, nur um die Heizung um ein paar Grad zu verstellen, wenn ich es auch einfacher haben kann", sagt Jürgen Freitag. Er findet es einfach bequem, wenn er sein Smartphone zücken und die Combi anwerfen kann. Auch weil er und seine Frau die Oberfläche der App sehr eingängig finden. Man muss kein Technikfreak sein, um die digitale Fernsteuerung zu verstehen. Deshalb dürfen gerne weitere Funktionen dazukommen. Neben der Statusansage für das Gas und die Motorbatterie wünschen sich die Freitags eine Lichtsteuerung und eine GPS-Ortung mit Alarmanlage.

Nicht ganz zufrieden ist Jürgen Freitag damit, dass das iNet-System im Mobilfunkmodus eine zweite App benötigt, um die Status-Mails anzuzeigen. Das würde er lieber direkt in das Truma-Programm integrieren.

3) Sylvia und Karl-Heinz Gruber: "Richtig gut"

Abseits der bekannten Straßen sind Karl-Heinz und Sylvia Gruber mit ihrem autarken Allrad-Mobil oft unterwegs. Auf Elba, Sardinien und Korsika können sie dabei manchmal nicht in vollem Umfang auf das iNet-System zurückgreifen. Stand das Mobil außerhalb der Reichweite von Mobilfunknetzen, funktionierte die App-Fernsteuerung auf weite Distanzen während Ausflügen nicht. Im Nahbereich lief über Bluetooth aber alles glatt. Eine permanente Verbindung auf weite Entfernungen fände Karl-Heinz Gruber besser. Dass das technisch aber kaum umsetzbar ist, sieht er ein. Sonst bezieht sich seine Kritik eher auf Detailfragen. Die App zeigt zum Beispiel nur an, wenn das System von Landstrom auf Bordstrom umsteigt. Ob es dabei zu einem permanenten Ausfall der externen Energieversorgung kam, meldete das System nicht. Gruber hat das Problem bei Truma angesprochen, sodass es mittlerweile auf der Agenda der Entwickler gelandet ist.

Da den Grubers nur ein paar kleine Probleme aufgefallen sind, fällt ihr Urteil positiv aus. "Wir finden die iNet-Box und ihre Funktionen richtig gut und setzen sie immer wieder ein", sagt Karl-Heinz Gruber. Er und seine Frau schalten Heizung und Klimaanlage in der Regel per App an und programmieren auch den Timer darüber. Was den Offroad-Campern noch fehlt, ist die Einbindung des Kompressorkühlschranks in das System. Damit ist zwar auch der Wunsch verbunden, das Gerät fernsteuern zu können. In der Hauptsache geht es aber um die Fernüberwachung, wenn das Auto in der Sonne steht oder im Bauch einer Fähre.

4) Monika und Martin Vogelmann: "Nicht mehr wegzudenken"

Aus dem Alkoven steigen Monika und Martin Vogelmann nur ungern herunter, nur um den Timer der Heizung umzuprogrammieren, wenn sie doch eine halbe Stunde länger im Bett liegen bleiben als geplant. Insofern ist die iNet-Box für die Vogelmanns recht praktisch. Jetzt holen sie nämlich immer das Handy von der Ablage, damit die Combi von Truma erst später mit dem Heizen anfängt. "Die iNet-Box ist bei uns nicht mehr wegzudenken", sagt Martin Vogelmann. Er heizt darüber meistens das Reisemobil vor, wenn sich der Skitag auf der Piste gerade dem Ende entgegen neigt. Obwohl sie die Einstellfelder auf dem Display etwas zu klein finden, um sie während der Fahrt im Mobil präzise zu bedienen, nutzen die Vogelmanns die App auch dann. Denn hinten sitzen ihre beiden Töchter, die es gerne warm haben, wofür die Truma-Heizung auch unterwegs laufen muss. Hierbei ist Martin Vogelmann gleich noch aufgefallen, dass man die Steuerung für den Wechselrichter in das iNet-System integrieren könnte. Im Sommer möchten es seine Töchter eher kühl und Reisemobilklimaanlagen brauchen 230 Volt Spannung, die während der Fahrt der Wechselrichter liefert. Monika Vogelmann fände dagegen eine einfache Alarmanlage inklusive GSM-/GPS-Ortung ein gutes Feature für das System.

Portraits Redaktion

Foto

Jacek Bilski, Lesertester

Datum

1. April 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 03/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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