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Leser testen Carthago C-Tourer Sport: Vier Paare berichten

Entspannt, aber ausführlich nahmen vier Paare den Carthago C-Tourer Sport in die Mangel. Insgesamt waren die promobil-Leser damit über 3.000 Kilometer unterwegs. Ein Praxistest der besonderen Art.

Gute Gelegenheiten muss man beim Schopf packen. Und so bewarben sich etliche Leser, als wir in promobil zum ausführlichen Test des Carthago C-Tourer Sport im Rahmen eines einwöchigen Kurzurlaubs aufriefen. Letzendlich hatten vier Paare das Glück, am Test teilnehmen zu können. Sorry an die übrigen Bewerber. Weitere Leseraktionen mit anderen interessanten Reisemobilen werden folgen.

Den Carthago C-Tourer Sport wählten wir mit gutem Grund aus. Eingeführt zur Saison 2015, markiert der Sport das untere Ende des Carthago-Angebots. Eng verwandt mit dem C-Tourer ist er jedoch 4500 Euro günstiger. So kostet etwa der I 142 mit Querbett 71 450 Euro Grundpreis. Das ist immer noch weit weg von günstig. Doch für einen Carthago lässt das aufhorchen.

Welche Abstriche macht Carthago bei dem günstigen Preis?

Natürlich bedingt der günstigere Preis Einsparungen etwa bei der Ausstattung. Der Sport hat beispielsweise kein Alko-Chassis wie der C-Tourer, sondern baut auf dem Flachrahmen des Fiat Ducato auf. Außerdem ist der Möbelbau geringfügig einfacher, was aber kaum auffällt, weil er mit seinem andersfarbigen Dekor völlig eigenständig wirkt – trotz gleicher Grundform wie beim C-Tourer. Da kommt bei manchem die berechtigte Frage auf: "Ist das noch ein echter Carthago?" Doch man kann sie ebenso gut anderherum stellen: Haben der geringere Individualisierungsgrad und die größeren Serien baugleicher Fahrzeuge nicht sogar einen positiven Einfluss auf die Qualität der Wohnmobile?

Die Leser jedenfalls begegnen dem Sport völlig unvoreingenommen. Je zwei Modelle mit Querbett und zwei mit Einzelbetten stehen für den Test zur Verfügung.

Wie kommt das Design an?

Die vier Paare haben nicht die Spur den Eindruck von Billigmobilen. Das Interieur wirkt auf die meisten hochwertig, gut verarbeitet und gemütlich. Die cremefarben abgesetzten Klappen wirken frisch. Und geradezu ideal findet Christa Thomas-Lutsch die Griffe der Hängeschranktüren, die ergonomisch in der Hand liegen und sich leicht öffnen lassen.

Sandra Krönung hat es besonders das Lichtkonzept angetan, das auch auf indirekte Beleuchtungselemente nicht verzichtet. Besonders gelungen ist das an der Küche.
In der Kombüse zeigen sich die unterschiedlichen Ansprüche der Nutzer fast am deutlichsten. Brigitte Andres etwa, die jeden Tag zu Hause kocht, braucht das nicht zwingend auch im Urlaub. Und im Sommer macht Grillen – vor der Mobiltour – ohnehin mehr Spaß. Die Küchenutensilien aus ihrem Kastenwagen hat sie beim Sport in einer einzigen Schublade untergebracht. Dagegen kocht Familie Dümmel gern im Urlaub.

Allerdings sei der Kocher eigentlich zu klein für drei Töpfe. Aber zwei Flammen würden den meisten ohnehin genügen. Edel und super zu reinigen ist der schwarze Glasboden unter den Flammen, tatsächlich viel besser als eine Edelstahlwanne. Vielfach gelobt wird der Mülleimer in der unteren Schublade. Allerdings wäre das durchaus Platz für einen zweiten, wie Jürgen Dümmel anmerkt.

Carthago C-Tourer Sport: Viel Stauraum

Allgemein zufrieden sind die Tester mit dem Stauraum­angebot. Die raumhohen Kleiderschränke seien ausreichend groß, und sollte man ausweichen müssen, kommt man auch an die Kleiderstange unter dem linken Einzelbett sehr gut heran. Das Fußende des Betts lässt sich für einen bequemeren Zugang hochklappen.

Besonders die Radler unter den Testern haben sich zudem über die großen Heckgaragen gefreut. Eine größere Klappe hat Jürgen Dümmel auf der linken Seite vermisst. Fast alle Tester stört, dass die große Tür rechts nur im 90-Grad-Winkel öffnet. Carthago ließ anklingen, man würde in absehbarer Zeit eine bessere Lösung vorstellen.

Das Bad im Carthago C-Tourer Sport

Als Sanitärraum dient im Sport ein Kompaktbad, in dem 1,90-Meter-Mann Dümmel so seine Probleme mit dem Platz hatte. Die hohe Sitzposition auf der Toilette bemängeln alle Tester. Gleichwohl wird das Design gelobt. Und Reiner Lutsch gefällt besonders die Leichtigkeit, mit der man die Dusche umbauen kann. Er und Frau Christa haben regen Gebrauch von der Duschmöglichkeit gemacht und waren hinterher überrascht, dass dass nicht das ganze Bad überflutet und nass war.

Verbesserungsvorschläge: Den Lichtschalter näher am Eingang positionieren, den Spiegel so hoch setzen, dass er beim Händewaschen nicht lauter Spritzer abbekommt, und eine Tür, die so weit öffnet, dass man daran auch noch vorbeigehen kann. Die laute Druckpumpe fiel allen Testern auf. Hier will Carthago gegebenfalls nachbessern.

Quer- oder Einzelbetten - welcher Carthago C-Tourer ist komfortabler?

Geschlafen haben alle Tester gut, vorausgesetzt, sie lagen im richtigen Bett. Interessehalber probierte Brigitte Andres auch mal das Hubbett aus und musste in der Nacht mit Rückenschmerzen umziehen. Hinten dagegen überzeugte sie und ihren Mann Thomas der Schlafkomfort durchaus. Ob es die Einzelbetten sein müssten, die den beiden im Modell I 148 zur Verfügung standen, davon sind die beiden noch nicht überzeugt, obwohl der Zugang und das Raumgefühl im Schlafzimmer sehr gut sind. Doch die machen das Auto eben länger, und als Kastenwagenfahrer sind die beiden in der Hinsicht verwöhnt.

Keinerlei Klagen kamen über die Betten von Sandra und Stefan Krönung. Brigitte und Jürgen Dümmel genossen den Schlafkomfort und die offenbar hohe Matratzenqualität im Querbett. Dass sich die Leselampen in der Koje nicht einzeln schalten lassen, hat ihnen weniger gefallen. Carthago nahm die Anregung auf. Das müsste sich ändern lassen.

Nach sechs Nächten im Querbett weiß Familie Lutsch, dass ihr eigenes Mobil Einzelbetten haben muss. Der ohnehin etwas akrobatische Betteinstieg wird im Sport I 142 noch erschwert, weil die Aufstiegsstufen in Größe und Anordnung einfach nicht passen. Das Hubbett bräuchten die beiden nicht. Auch wenn alle zugestehen, dass das Lager über den Fahrersitzen sehr groß sei.

Wohnraum und Fahrkomfort

Mit der Sitzgruppe kamen alle zurecht. Nahezu genial findet Thomas Andres die einfache Verstellung des Tischs, der sich in alle Richtungen verschieben und drehen lässt. Das Wenden der Vordersitze gelingt leicht.

Und Langstreckentauglichkeit wird ihnen ebenfalls attestiert. Dank guter Übersichtlichkeit hatte kaum einer der Tester Schwierigkeiten beim Umstieg auf den Integrierten. Gewöhnungsbedürftig fand Reiner Lutsch das lange Armaturenbrett, nicht jedoch ohne schnell damit klar zu kommen. Unterschiedlich sind die Ansprüche an die Leistung. Während es Kastenwagenfahrer Andres nicht unter 148 PS machen würde, sind andere auch mit 130 PS absolut zufrieden.

Die Touren der Leser

Sechs Tage und sechs Nächte waren die acht Tester unterwegs. Ausreichend Zeit, den C-Tourer Sport in der Praxis zu testen. Alle vier Paare machten regen Gebrauch von dem Angebot. Am 7. April übernahmen die promobil-Leser die Testwagen in Carthago-City in Aulendorf und luden Gepäck und Reise­utensilien teilweise aus dem eigenen Reisemobil in ihr temporäres mobiles Urlaubsdomizil um. Nach einer Einweisung in die Fahrzeugtechnik ging’s auf die Piste. Insgesamt 3.100 Kilometer legten die vier Besatzungen bis zum 13. April zurück.

  • Familie Andres erkundete auf 600 Kilometern die Bodenseeregion zwischen Lindau und Radolfzell samt Hinterland und einem Abstecher zum Rheinfall.
  • Familie Dümmel (1.002 Kilometer) reiste zunächst nach Meersburg ("Immer wieder schön"). Titisee im Schwarzwald, Schloss Ehrstädt bei Sinsheim und Schwäbisch Hall waren weitere Ziele.
  • Sandra und Stefan Krönung genossen auf rund 500 Kilometer das gute Wetter in Hagnau am Bodensee sowie in Bad Dürrheim und Villingen-Schwenningen im Schwarzwald.
  • Reiner Lutsch und Frau Christa nutzten die Zeit für eine umfangreiche 1.000-Kilometer-Tour quer durch Süddeutschland von Freiburg bis zum Ammersee.

Die Testurteile unserer Leser können Sie in unserer Bildergalerie nachlesen.

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Karl-Heinz Augustin, Brigitte Andres

Datum

12. Juni 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 06/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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