Alles über Laika Kreos
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Laika Kreos 3009 im Test: Italienische Momente

Mit selbstbewusster Linienführung setzt sich der Laika Kreos 3009 gekonnt in Szene. Was hat der elegante Einzelbettenwagen noch zu bieten?

Silberstreifen auf weißem Grund – mit seinem vornehmen Chic wirkt der lang gestreckte Laika Kreos 3009 wie geschaffen, um über nächtliche Piazzas zu flanieren. Auch im Interieur zeigt sich der anmutige Südländer modebewusst und durchgestylt. Doch in der Reisepraxis zählen noch andere Qualitäten. Und darauf fokussiert der Supercheck.

Design ist nicht alles – und so bietet der schöne Laika auch praxisnahe Details und einen konsequent für zwei Reisende ausgelegten funktionalen Grundriss. Auch die hochwertige Bordtechnik kann gefallen. Doch der gebotene Komfort hat seinen Preis: Das füllige Leergewicht mahnt zur Ausstattungsdiät.

Die imposante Gesamtlänge von 7,36 Meter ist in Aktion kaum zu spüren, und selbst auf gewundenen Nebenstrecken lässt sich der Laika dynamisch und fahrstabil bewegen. Die Mischung aus Fahrkomfort und Stabilität überzeugt auch bei flottem Tempo auf der Autobahn. Auf den Boden der Tatsachen findet sich der Pilot indes beim Rangieren wieder: Der Wendekreis um 16 Meter fordert bei kniffligen Park- und Wendemanövern einen routinierten Fahrer. Und weckt den Wunsch nach der optionalen Rückfahrkamera.

Während man im geräumigen Ducato-Fahrerhaus auch auf langen Etappen angenehm entspannt reist, ist die Rückbank eher für kurze Distanzen ausgelegt. Das Sitzpolster ist zwar angenehm straff und auch leicht konturiert, doch die Lehne steht wie in vielen Reisemobilen unbequem steil. Vorbildlich zeigt sich dagegen die Gurtmechanik mit höhenverstellbarem oberem Umlenkpunkt. Der Tisch davor lässt sich zum Schutz der Passagiere allerdings nur absenken. Demontierbar ist er nicht.

Die Geräuschkulisse während der Fahrt ist vergleichsweise gering und weitgehend klapperfrei. Das gilt als Hinweis für eine solide und verwindungssteife Bauweise der Wohnkabine. Lediglich im Bereich des gewölbten Dachfensters über dem Fahrerhaus und von der Aufbautür her entstehen mit zunehmendem Tempo leichte Windgeräusche.

Nicht unproblematisch ist zudem der fast 2,40 Meter lange Hecküberhang. Er schwenkt beim Rangieren deutlich aus, und auf Fährenrampen oder steileren Hofeinfahrten droht Bodenkontakt.

Dem Fahrer bietet der Laika die unverbaute Übersicht des Fiat Ducato – keine Selbstverständlichkeit. Da das Cockpit mit einem konventionellen, zurückversetzt montierten Vorhang verdunkelt wird, stören weder Schienen noch Rahmen.

Die Eleganz des Außendesigns komplettiert Laika innen mit einer Komposition aus dunklen Holzdekorflächen und gebürsteten Aluminium-Leisten. Dabei übernehmen die Metallelemente zum Teil auch tragende Funktion im Möbelbau. Das gewisse Etwas sind schließlich die LED-Lichtleisten oberhalb der Hängeschränke.

Die Küche

Hier gibt es sowohl vor wie auf der Theke viel Platz, und die Ausstattung ist mit Vierflammkocher, Backofen, Dunstabzug und großer Kühl-Gefrier-Kombination komplett.

Details wie die solide Edelstahlarmatur, die aus dem Haushaltsbereich bekannten Selbsteinzüge der Schubladen und einem herausnehmbaren Besteckkasten belegen eine detailverliebte Planung der Kombüse.

Dem kritischen Betrachter wird auch der saubere Übergang von der Arbeitsfläche zur Wand auffallen, wo eine Dichtleiste das Saubermachen erleichtert. Kritik erntet dagegen der abends zu dunkle Gang vor der Küche. Hier fehlt eine Deckenlampe.

Der Sanitärbereich

In der Praxis überzeugt der Waschbereich mit einem sehr soliden, großen Waschbecken aus Mineralwerkstoff und genügend Bewegungsraum. Mit zwei Hänge- und einem Unterschrank ist der Stauraum für zwei Reisende üppig, und mit einem Seitenfenster sowie einer Dachhaube lässt sich dieser Bereich vorbildlich belüften. Zwischen Waschbecken und Wand fehlt jedoch eine Dichtfuge.

Versöhnlich stimmen die Edelstahlarmatur und die solide Türklinke. In der separaten Dusche gegenüber wird die Stehfläche zwar durch den Radkasten beschränkt, insgesamt reicht die hinter der stabilen Schiebetür gebotene Bewegungsfreiheit aber aus. Eine Dachhaube sorgt für Belüftung.

Praktisch: Nasse Jacken können zum Abtropfen an eine klappbare Kleiderstange gehängt werden. Während das Bad einen bequemen Außenlichtschalter bietet, findet er sich hier ungeschickt innen an der Decke platziert.

Der Stauraum

Die Wohnkabine offeriert ein gut nutzbares Stauraumangebot. Im Dachbereich über der Sitzgruppe verwahren fünf Hängeschränke und drei offene Ablagen den täglichen Kleinkram schnell bei der Hand. Die Verschlüsse sind leicht zu bedienen und verriegeln beim Schließen selbsttätig. Bord­elektrik und Frischwassertank belegen die beiden Sitztruhen.

Der Kleiderschrank ist automatisch beleuchtet. In den Bettkästen finden sich mit drei Schränken, einer großen Schublade und einem Treppenstufenfach reichlich Staumöglichkeiten. Eine zweite Außentür erleichtert in der großen Heckgarage das Verzurren von Fahrrädern an den soliden Bodenösen. Durchdacht: Der Boden der Heckgarage besteht aus einer Kunststoffwanne mit eigenem Wasserablauf.

Der Termin auf der Waage entlarvt den Test-Kreos ein wenig als Pummelchen: Mit 3500 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht bietet der Teilintegrierte samt 3,0-Liter-Motor, komplett gefülltem Wassertank und etwas Zubehör lediglich 260 Kilogramm Zuladung. Das ist selbst für zwei Reisende wenig.

Eine praxisgerechte Zuladung erreicht der Laika in der getesteten Konfiguration nur mit dem optionalen Vier-Tonnen-Chassis. Dann greifen allerdings die be­kannten Beschränkungen.

Eine gewisse Entschärfung der Problematik bietet der 50 Kilo leichtere 130-PS-Motor sowie die Möglichkeit, den Frischwasservorrat für die Fahrt per leicht zugänglichem Ablasshahn von 100 auf 50 Liter zu reduzieren.

Die Bordtechnik

Die fast nahtlosen Übergänge vom Fahrerhaus zum Aufbau sowie robuste Seitenschürzen aus Aluminium zeugen von einem hohen Fertigungsstandard.

Der Aufbau mit Styro­foam-Isolierung setzt zwar noch auf holzverstärkte Eckverbindungen, der im Spritzwasserbereich gelegene Unterboden ist jedoch ganz aus feuchteresistentem GfK gefertigt. Während die Außenwände mit Aluminium beplankt sind, besteht das Dach aus weitgehend hagelfestem GfK.

Nicht ganz überzeugen können die eher hakeligen Verschlüsse der Außenklappen und die zwar robuste, aber mit aufgesetzter Fliegenschutztür geräuschvoll schließende Aufbautür, deren Fenster auch nur einfach verglast ist. Als einer der ersten Her­steller rüstet Laika den Kreos konsequent mit energieeffizienten LED-Lampen aus. Modern erscheint auch das vielseitige Display-Kontrollbord mit optional integrierter Zeitschaltuhr für die Heizung.

Wer auf den 157-PS-Motor verzichten kann, spart sich nicht nur 2345 Euro und 50 Kilogramm, sondern auch manchen Liter Diesel und einige Einschränkungen – mit der dann realistischen 3,5-Tonnen-Zulassung. Besser investiert ist das Geld in das Komfortpaket mit Funk-Zentralverriegelung für Fahrerhaus- und Aufbautüren, Cockpit-Klimaanlage und Panoramadachfenster sowie Alarmanlage mit Raumüberwachung und Motorwärmetauscher für den Wohnraum für zusammen 2520 Euro.

So bekommt der Käufer einen eleganten Zwei-Perso­nen-Cruiser mit vielen durchdachten Detaillösungen und ansprechender Verarbeitung.

Basisfahrzeug: Fat Ducato, Iveco Daily
Preis: 57377 - 68387 Euro
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Autor

Foto

Foto: Konstantin Tschovikov, Uli Regenscheit

Datum

4. März 2009
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