Alles über Hymer Exsis-I
Integrierte Wohnmobile
Weitere Artikel zu diesem Thema
Kauf-Tipp: Kurze Integrierte 21 Bilder Zoom

Kauf-Tipp kurze Integrierte: 10 Kompakte der Königsklasse

Klein, aber oho: Die Integriertenmodelle in dieser Auswahl locken, trotz maximal sechs Meter Länge, mit relativ viel Platz und Prestige. promobil zeigt die Modelle und gibt einen Überblick.

Napoleon war bekanntlich klein von Gestalt, brachte es aber dennoch zu Kaiserwürden. Ganz so ehrgeizig muss man gar nicht sein, um sich für eines dieser zehn Modelle aus der sogenannten Königsklasse zu interessieren. Denn neben dem Prestigegewinn, den ein integriertes Wohnmobil mit seiner exklusiven Frontgestaltung ver­spricht, locken auch ganz handfeste Vorteile dieser aufwendigen Bauweise – gerade bei kompakten Modellen.
Die Idee des Integrierten ist ja – wie der Name schon andeutet – das Fahrerhaus vollständig in den Wohnraum mit einzubeziehen. Und dieser Zugewinn an Lebensraum wirkt sich gerade bei kurzen Modellen besonders deutlich aus. Kurz heißt in diesem Fall maximal sechs Meter lang. Gerade dieses Kompaktsegment stößt auf zunehmendes Interesse, und mehr und mehr Marken mischen hier mit.

Welche Marken bieten Integrierte unter sechs Meter?

In zehn Baureihen auf dem Markt findet sich mindestens ein Modell mit maximal sechs Meter Länge. Nur eine Marke –Integrierten-Pionier Hymer – bietet sogar zwei Baureihen mit je einem Modell unter der Schallmauer. Mit der größten Auswahl innerhalb einer Baureihe können die französischen Schwestermarken Bavaria und Pilote aufwarten. Sie lassen dem Kunden jeweils die Wahl unter gleich drei Grundrissen innerhalb des Längenlimits.

Zwei Aufteilungen mit genau sechs Meter Länge finden sich immerhin im Programm der besonders schmal gebauten Dethleffs-Globebus-Integrierten. Die übrigen Marken belassen es bei einer Kurzversion im Modellangebot. Hinter den ganz eigenständigen Gesichtern steckt in allen zehn Fällen ein Fiat Ducato als Basisfahrzeug.

Unterschiede im Fahrverhalten

Unterschiede fürs Fahrverhalten ergeben sich darum erst auf den zweiten Blick. Beispielsweise wird die Wendigkeit beim Rangieren, aber auch der Geradeauslauf auf der Autobahn, vom Radstand beeinflusst. Der extrem kurze Achsabstand des Hymer B 504 zahlt sich in einem kleinen Wendekreis aus. Der lange Radstand von Itineo, McLouis und Pilote sorgt für mehr Spurtreue. Ein guter Kompromiss ist der 3,45-Meter-Abstand der übrigen Kandidaten. Bei fünf Modellen soll der Fahrer zum Grundpreis mit dem 115- PS-Basismotor vorliebnehmen. Selbst wenn dessen Leistung bei diesen kurzen und teils auch relativ leichten Modellen durchaus für passables Fortkommen sorgt, greift der Integriertenkäufer doch besser mindestens zum 130-PS-Aggregat. Schon wegen des Sechs-Gang-Getriebes, das die Drehzahl bei Autobahntempo senkt, und damit den Motorlärm, und so den Fahrkomfort hebt. Dethleffs und Hymer tun sich bei der Sicherheitsausstattung hervor und packen das ESP serienmäßig bei, letzterer außerdem auch beide Airbags.

Fiat-Camper-Spezial-Chassis: Königsklasse auf dem Flachrahmen

Sieben der zehn Modelle legen die Bodenplatte des Aufbaus auf das Fiat-Camper-Spezial-Chassis, auch Flachrahmen genannt. Dieser Rahmen ist ein guter Kompromiss, er baut tiefer und ist dabei auch relativ leicht und günstig. Der Itineo setzt als einziger auf den klassischen Leiterrahmen, dessen Vorteile in einer höheren Steifigkeit und dem stufenlosen Durchgang zwischen Fahrerhaus und Aufbau zu sehen sind. Die beiden Hymer-Modelle nutzen dagegen nur den Ducato-Triebkopf und flanschen daran einen Alko-Tief­rahmen an. Der ermöglicht einen tieferen Schwerpunkt, ist leichter und bietet eine nahezu freie Wahl des Radstands. Obendrein federt die Hinterachse feinfühliger durch ihre Einzelradaufhängung und baut kompakter wegen der im Achsrohr integrierten Drehstabfedern. Das kommt insbesondere bei Heckgaragenmodellen dem Stauraumangebot zugute. Wer auf besondere Handlichkeit Wert legt, achtet neben der Länge auch auf die Fahrzeugbreite. Drei der zehn Modelle sind deutlich schmaler als die üblichen 2,30 bis 2,35 Meter. Hymer Exsis-i und Knaus Van I liegen bei 2,22 und 2,20 Meter. Der schlankste (2,15 m) und gleichzeitig auch niedrigste (2,62 m) kurze Integrierte auf dem Markt ist der Dethleffs Globebus I.

Kurze Integrierte: Kompakt und schlank

Auch beim Gewicht hilft ein kompakter Aufbau sparen. Rund 850 Kilo Zuladung verspricht so der, allerdings auch eher sparsam ausgestattete Dethleffs im Serienzustand. Mit 820 Kilo sind es beim breiteren, aber auf Leichtbau getrimmten LMC kaum weniger. Und auch der Hymer Exsis-i kann mit immer noch 800 Kilo stolze Reserven anbieten. Für die typische Zwei-Personen-Besatzung sollte es aber bei allen zehn Modellen reichen. Wer auch mal zu viert unterwegs sein möchte, schaut aber besser genauer hin, ob auch mit der Wunschausstattung die Zuladung noch reicht.

Aufbaukonstruktionen

Recht groß ist die Bandbreite der Aufbaukonstruktionen innerhalb dieser Auswahl. Das Dach des Dethleffs Globebus hüllt sich zwar serienmäßig in hagelresistentes GfK, die Isolierung ist aber rundum aus einfachem EPS-Schaum, und der Unterboden bleibt noch dem Holz treu. Letzteres gilt auch für den McLouis, der aber immerhin die Wände holzfrei ausführt und mit geschlossenzelligem XPS-Schaum isoliert. Dach und Wände sind mit GfK beplankt. XPS-Schaum und GfK nutzt Knaus für den Boden, verlangt für das GfK-Dach aber Aufpreis – so wie auch bei den beiden Hymer-Baureihen. Alles andere bieten letztere serienmäßig: die hochwertige PU-Schaum-Isolierung in Dach und Wänden sowie die moderne, holzfreie Bodenplatte mit beidseitig GfK und XPS-Schaum. Der kompakte Exsis-i verzichtet auf einen Doppelboden. Der findet sich dagegen in der B-Klasse und nimmt dort neben der Bordtechnik sogar auch noch etwas Gepäck auf. Ein Technikdoppelboden, also ohne Staufächer, findet sich bei den eng verwandten Modellen von Bavaria und Pilote sowie beim LMC. So oder so eine feine Sache, weil der Warmluft durchströmte Zwischenboden nicht nur die Wasseranlage, sondern auch die Füße warm hält. Die vier französischen Modelle von Bavaria, Pilote, Rapido und Itineo als auch der LMC isolieren den Aufbau rundum mit XPS-Schaum. Auch beim aufpreisfreien GfK-Dach besteht Einigkeit. Damit dieses resistente Material auch den Wagenboden schützt, müssen Bavaria- und Pilote-Käufer jedoch tiefer in die Tasche greifen.

Grundriss und Einteilung

Bei der Grundrisswahl gilt es, zunächst eine zentrale Frage zu klären: Reicht das Hubbett als Hauptschlafgelegenheit? Wer diese Frage mit "Nein" beantwortet, landet bei den Modellen mit Heckbett. Der Dethleffs Globebus I 2 und der LMC Explorer I 595 platzieren das Doppelbett längs, was einen bequemen Betteinstieg und ein relativ großes Bad daneben ermöglicht. Beim LMC reicht der Platz sogar für eine separate Dusche und einen großen Kühlschrank in der Küche. Für den kleinen Kleiderschrank bleibt dabei aber nur der Platz über dem Fußende des Betts. Viel größer ist er im Dethleffs zwar auch nicht, steht aber separat zwischen Bett und Sitzgruppe. Die Halbdinette-Sitzgruppe bietet hier sogar noch einen kleinen Seitensitz. Campingmöbel und weiteres Sperrgut kommen in den Bettstaukästen unter.

Fahrräder im Trockenen zu transportieren ist das Privileg der Querbett-Modelle. Der Bavaria Arctic I 60 LG, die beiden Hymer-Varianten, der Rapido 803 F und der Knaus 550 MD kommen hier in Frage. Wobei die Knaus-Garage am meisten Volumen mitbringt. Dieses lässt sich noch steigern, ordert man das optionale Alko-Chassis, das ohne den ausladenden Blattfederbock auskommt. Die beiden Hymer bringen diesen Vorteil serienmäßig mit, ansonsten sind ihre Garagen aber schmaler als beim Knaus.

Im neuen Kompaktbad mit Klappwaschbecken spart der Hymer Exsis-i 414 den Platz, den er besonders dem relativ breiten Heckbett zukommen lässt. Ähnlich sind auch die Modelle von Rapido und Bavaria arrangiert, wobei letzterer es sogar schafft, gegenüber der Eckbank noch einen Seitensitz unterzubringen. Dafür muss der Kleiderschrank unter das Heckbett schlüpfen. Im Knaus reicht der Platz vorn nur noch für eine Halbdinette. Mit der Küche daneben ergibt sich so in dem relativ schmalen Aufbau ein recht gedrängter Raumeindruck. Einen eigenen Weg geht dagegen der Hymer B 504, in dem er sich im Heck mit einem Einzelbett – oder wahlweise Etagenbetten – begnügt und so Länge spart.
Auf das Hubbett als Hauptschlafgelegenheit setzen die Modelle von Itineo, McLouis und Pilote. Diese relativ neuen Grundrisse bieten einen geradezu verblüffenden Raumeindruck. In den wirklich großen Sitzgruppen mit sieben Plätzen, Winkelküchen mit stattlichen Kühlschränken und vor allem den üppigen Bädern mit separaten Duschen wähnt sich der Betrachter wie in deutlich längeren Fahrzeugen. Erkauft wird diese Großzügigkeit durch den Verzicht auf ein ständig verfügbares Bett und den Mangel an einem Sperrguttauglichen Stauraum.

Preis: Mit dem sollten Sie rechnen

Der Einstieg in die kompakte Königsklasse gelingt mit dem etwas einfacher ausgestatteten Dethleffs bereits für rund 52.000 Euro. Das Gros des Angebots liegt bei etwa 60.000 Euro. Den höchsten Obolus verlangt das aufwendig gebaute Doppelbodenmodell Hymer B 504 für 74.000 Euro. 

 

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Bernd Thissen, Archiv

Datum

4. April 2014
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++
+++ Viele Tipps +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
Mit enormem Entwicklungsaufwand hat Hymer wieder eine NEUE B-KLASSE auf die Räder gestellt. 07:49 Hymer B-Klasse 588 Dynamic Line vor 7 Monaten
1.672 Aufrufe
Carthago Chic C-Line I 4.9 07:58 Carthago Chic C-Line 4.9 im Supercheck vor 10 Monaten
4.904 Aufrufe
  • Alle Bereiche
  • News
  • Tests
  • Stellplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
Alle Marken von A-Z