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Dauertest Knaus Van I 600 MG

Abschluss-Bewertung des Integrierten

Knaus Van I 600 MG Dauertest Foto: Dino Eisele 29 Bilder

Zieleinlauf: Der promobil-Dauertest ist ein Langstreckenrennen – darum steht der kompakte Integrierte von Knaus genau richtig auf der alten Zielgeraden bei Le Mans. Wie schlug er sich?

23.08.2017 Jürgen Bartosch

„Ein Jahr ist schnell vorüber – so lang man Träume noch leben kann“, sang einst die Münchner Freiheit. Das Jahr mit dem Knaus-Dauertestwagen ging ebenfalls schnell vorbei, was sicherlich auch daran lag, dass manche Traumziele mit ihm angesteuert wurden: Sardinien, die französische Atlantikküste, Schweiz, Südtirol, italienische Riviera, Pfalz, Fränkische Schweiz und Eifel – so lesen sich die Einträge der Touren im Fahrtenbuch.

Und immer wieder ist dort zu lesen, wie handlich und agil sich der Knaus Van I 600 MG fahren lässt. Wie gut auch Reisemobil-Novizen mit ihm zurechtkamen. Aber auch, dass der Integrierte trotz kompakter Abmessungen genug Platz selbst für drei oder vier Personen bietet.

Das Modellkonzept überzeugte – die Redaktionsmitglieder wie auch viele Besitzer –, ablesbar an den Zuschriften, die wir bekommen haben. Dafür an dieser Stelle ein dickes Dankeschön. Viele Modelle mit diesem Grundriss sind heute 6,99 Meter lang und verwöhnen mit einer separaten Dusche.

Viel Lob und etwas Kritik für das Knaus-Hubbett

Knaus Van I 600 MG Dauertest Foto: Dieter S. Heinz
Redakteurin Sophia Pfisterer: „Richtig gut schlafen konnte ich im Hubbett. Mit der großen Matratze fand ich es bequemer als das aus zwei Matratzen bestehende Heckbett."

Der bewusst kompakt gehaltene Knaus Van I 600 MG begnügt sich mit 6,76 Meter, was sich auch positiv auf die Gewichtsbilanz auswirkt und die Vier-Personen-Nutzung als 3,5-Tonner noch einigermaßen realistisch möglich macht. Überwiegend Lob heimsen auch die Betten ein, insbesondere das Hubbett vorn, das breiter und besser gefedert ist als das Heckexemplar. Hinten fühlen sich Große wohler, weil die Matratze länger ist. Zwei Stufen machen den Aufstieg relativ bequem, ähnlich hilfreich dient sich vorn die Seitenbank an.

Einzelne Kritik gab es für den fehlenden Vorhang am Hubbett und das nicht abschaltbare Nachtlicht im Cockpit, das empfindliche Schläfer stören kann. Außerdem löste sich schon bei der ersten Reise der Stoffbalg vorne rechts aus der Kederschiene an der Decke. Da sich dieser Zustand bis zum Testende nicht verschlimmerte, blieb es ein kleiner optischer Mangel. Bei anderen Exemplaren, wie dem von Maik Heußmann, wurde daraus ein nervendes Dauerproblem.

Im Winter bleibt es kalt im Heck

Am Heckbett monierten manche Nutzer den Liegekomfort auf der dünnen Matratze, die auf einem Lattenrost mit wenig Federweg aufliegt. Zudem bleibt es im Winter hier eher kühl – eine Erfahrung, die sich auch mit mehreren Lesererfahrungen deckt. Eine gezieltere Beheizung wäre hier sinnvoll. Dafür bringt die geschickt in der Sitztruhe platzierte Heizung das Hubbett vorn und die Sitzgruppe im Winter ohne Probleme auf die gewünschte Temperatur.

Die optionale L-Sitzgruppe im Knaus Van I 600 MG mit frei stehendem Tisch ist zwar gemütlich, aber wegen der kleinen Tischplatte eher für die Zwei-Personen-Nutzung geeignet. Für vier ist die reguläre Halbdinette mit erweiterbarem Einhängetisch die bessere Wahl. Zwei Erwachsene sitzen auf der schmalen Bank auf Dauer allerdings nicht besonders komfortabel. Die hellen Polsterbezüge blieben über die Testdauer auch nicht ganz von Flecken verschont.

Ungewöhnliche Erfahrung: Auf Sardinien führte die offizielle Straße den Knaus durch Furten. Knaus Van I 600 MG im Dauertest Zwischenfazit nach über 20.000 Kilometern

Die Küche des Van I ist geräumig und funktional

Mit der Küche des Knaus Van I 600 MG kamen die Benutzer gut zurecht. Man freut sich über den geräumigen und griffgünstig eingebauten 142-Liter-Kühlschrank, dessen Türfächer lediglich etwas zu schmal für typische Milch-Tetrapaks sind. In den Schubladen liegen Besteck und Kochgeräte stets griffbereit. Arbeitsfläche ist allerdings knapp auf dem Küchenblock. Die Kocherabdeckung und die klappbare Verlängerungsplatte am Einstieg können jedoch ein Stück weit aushelfen. Gelobt wird das gegenüber angeordnete Bad dafür, dass auch größer gewachsene Personen alle Funktionen gut nutzen können.

Der große Spiegel mit Schminkbeleuchtung erfreut nicht nur die weiblichen Besatzungsmitglieder, wie auch die gut zu reinigende Banktoilette. Der Clou an diesem Bad ist aber die über die Toilette schwenkbare Waschtischwand die flugs eine respektable Duschkabine entstehen lässt. Zur optimalen Nutzbarkeit fehlt allerdings noch ein Vorhang, der den Gang davor als Umkleidekabine abtrennt.

Ärgerlich: zu klein dimensionierte Befestigungen

Ein kleines, aber wiederkehrendes Ärgernis war die Befestigung der Klinke an der Sanitärraumtür. Die winzige Madenschraube, die die Klinke fixiert, lockerte sich von selbst – und nicht immer war gleich ein passender Inbus-Schlüssel zum Nachziehen zur Hand.

Knaus Van I 600 MG Dauertest Foto: Dieter S. Heinz
Redakteur Thomas Gerhard: "Im ersten Moment könnte man denken, dass man hier niemals das Gepäck von vier Reisenden unterbringt. Dann entdeckt man immer mehr praktische Stauräume wie das Schuhfach und die große Heckgarage."

Regalschrank und offene Ablagen nehmen reichlich Drogerieartikel auf. Größere Fächer etwa für Strandhandtücher gibt es aber nicht im Bad. Doch dafür steht der geräumige Kleiderschrank gleich nebenan in Augenhöhe parat, mit zwei recht üppigen Wäschefächern unterhalb des leider unbeleuchteten Hängeabteils. Allerdings rissen die kleinen Auflagenippel für die Zwischenböden nach und nach aus – hier wäre eine stabilere Befestigung gut.

Hängeschränke sind im Knaus Van I 600 MG dagegen rar gesät. Zur Verbesserung von Raumgefühl und Kopffreiheit hat man über dem Heckbett an den Seitenwänden nur schlanke offene Ablagen vorgesehen. Manche mehrköpfige Besatzung bekam beim ersten Augenschein darum schon ein wenig Zweifel. Doch bei näherem Hinsehen entdeckt man dann etwa das zweistöckige Fach unter dem Heckbett, das locker zwei typische Hängeschränke aufwiegt.

Die Heckgarage ist über zwei Seitentüren zugänglich

Knaus Van I 600 MG Dauertest Foto: Dieter S. Heinz
Redakteur Jürgen Bartosch: "Die fünf Fächer in der Heckgarage nehmen reichlich kleinteiliges Zubehör auf."

Dazu kommen ein Stufenfach in der Heckbetttreppe, ein Podestfach vorn und eine Sitztruhe in der Seitenbank, die über Deckel- und Seitenklappe gut zugänglich ist und sich als Schuhfach aufdrängt. Und für vieles andere steht obendrein die durchdachte Heckgarage bereit, die über zwei große Seitentüren gut zugänglich ist. Neben dem Hauptraum für Sperrgut, in dem auch Zurrösen nicht fehlen, gibt es in der Vorderwand stolze fünf praktische Fächer, die reichlich Zubehör aufnehmen können – seien es Kabeltrommel und Auffahrkeile oder Fahrradhelme und Federballschläger.

Einzig die Konstruktion der Heckabsenkung kann Wintercamper nicht überzeugen. An den ungedämmten Siebdruckplatten können schneefeuchte Skischuhe festfrieren, und diese Isolationslücke trägt sicherlich auch zum als zu kalt empfundenen Heckbett bei.

Erfreulich: Einfache Entsorgung

Knaus Van I 600 MG„Entsorgung super easy“ jubelt eine Notiz im Logbuch über den bequemen Umgang mit der Knaus-typischen zentralen Versorgungsbox. Alle Ventile zur Entleerung von Tanks, Boiler und Wasserleitungssystem sind hier leicht auffindbar und beschriftet – nicht nur für unerfahrene Nutzer eine sehr hilfreiche Sache. Die Beheizung des Abwassertanks lässt sich ebenso von hier via Strangsperre regulieren, und der integrierte Stromanschluss mit Bodendurchführung ist ein kleines Goodie, das stets erfreut.

Knaus Van I 600 MG Dauertest Foto: Dieter S. Heinz
Der Einfüllstutzen für Frischwasser

Zum Ärgernis entwickelte sich jedoch der Wassereinfüllstutzen. Das Abschrauben des Tankdeckels wurde immer schwergängiger, und das Aufschrauben geriet zum Geduldsspiel, bis der Eingang in das ausfransende Gewinde gefunden war. Ähnliches gilt für die große Reinigungsöffnung, die per Hand kaum geöffnet werden konnte. Ein vorsorglich zaghaftes Zudrehen ist wegen der seitlichen Platzierung jedoch keine Option, um eine schleichende Undichtigkeit zu vermeiden. Chris Katz aus der Schweiz hat sich nicht nur über diese beiden Schwierigkeiten an seinem Van-I Gedanken gemacht und pfiffige Lösungen ersonnen, die man auf seiner Homepage anschauen und eventuell nachbauen kann.

Licht und Schatten zeigen sich auch beim Blick auf den Aufbau und seine Komponenten. Die Grundkonstruktion mit PU-Schaum statt Holzverstärkungen, GfK-Dach und Aluminium an Wänden und Unterboden kann weitgehend überzeugen. Auf der Habenseite verbucht werden zudem die Stauraumtüren mit praktischer Einhandbedienung, die robusten Alu-Seitenschürzen und die stabilen Alu-Rahmenfenster.

Türen und Hauben funktionieren nur mit Nachdruck

Knaus Van I 600 MG Dauertest Foto: Volker Breid
Die Dachhaube

Wegen störrischer Bedienbarkeit tauchen dagegen die Dachhauben immer wieder in Fahrtenbuch und Leserzuschriften auf. Wenig ruhmreich verewigen sich ebenso – hier wie da – die Fahrer- und Aufbautür. Beim Dauertest-Van-I musste die Fernbedienung erst umprogrammiert werden, damit sie die richtigen Befehle gab. Mehr noch störte das oft widerwillige Öffnen und Schließen der Türen, das Kraft und Wucht erforderte. Zumal sich der verbesserte Zustand nach dem Werkstattbesuch nur eine gewisse Zeit erhielt.

Dauerhaft erfolgreich war der Einsatz der Fachkräfte dagegen bei der Beruhigung des Hubbetts während der Fahrt. Dieses offenbar sehr typische Problem konnte durch zwei simple Sperrholzbrettchen gelöst werden, die dem Hubbett in Ruhestellung die Bewegungsfreiheit nahmen und so die heftigen Pochgeräusche abstellten, die zuvor befürchten ließen, dass der Cockpitcrew „der Himmel auf den Kopf fallen könnte“.

Knaus Van I 600 MG Dauertest Foto: Dieter S. Heinz
Chefredakteur Dominic Vierneisel: "Um die Dämmung der Motorgeräusche steht es nicht zum Allerbesten. Die Maschine dieselt stets vernehmlich vor sich hin. Wir hatten das schon bei früheren Knaus-Integrierten bemängelt. Von der versprochenen Verbesserung ist aber nichts zu hören."

Präsent blieben dagegen die deutlichen Motorgeräusche des Knaus Van I 600 MG, die ins Fahrerhaus dringen. Die durchaus vorhandenen Dämmmatten im Motorraum lassen jedoch vermuten, dass die Ursache tiefer liegen muss. Apropos Motorraum: Trotz erkennbarer Bemühungen der Knaus-Entwickler für die Zugänglichkeit der Servicepunkte – der Waschwasserstutzen ist nach vorn verlegt, und die Position des Ölpeilstabs ist mit einem Aufkleber markiert – ist das Hantieren im Motorraum ziemlich mühsam. Die komplett abnehmbare Motorhaube stört dabei zwar nicht, dafür braucht man einen Platz, um sie schadenfrei ablegen zu können, und das Wiedereinsetzen ist ein Vorgang, der erst einmal geübt sein will.

Panne an der Tankstelle

Eine echte Panne zwang den Knaus Van I 600 MG nur einmal unvermittelt in die Werkstatt. Beim Tanken floss der Kraftstoff plötzlich unten wieder heraus. Die provisorische Abdichtung kostete einen Urlaubstag. Zumindest konnte die Reise mit immer nur halb gefülltem Tank noch durchgeführt werden. Bei der Reparatur hinterher konnte die Werkstatt für das Loch im Zulaufschlauch des Tanks nur vermuten, dass die Ursache ein Schaden war, der bereits bei der Produktion entstanden ist.

Knaus Van I 600 MG Dauertest Foto: Dieter S. Heinz
Feindkontakt mit einer Säule – nicht schön, aber die Alu-Seitenschürzen zeigen sich robust.

Ansonsten zwang ein streikender Scheibenwischer bei Regenwetter zu einem Zwischenstopp. Nachdem die durchgebrannte Sicherung ersetzt war, konnte es weitergehen. Übrigens ein Problem, das gerade bei Integrierten häufiger auftritt – ein Satz passender Flachsicherungen sollte im Gepäck darum nie fehlen.

Die handlichen Maße und die gute Übersichtlichkeit – mit Ausnahme der schmalen Rückspiegel – sorgen dafür, dass sich auch Reisemobilanfänger sehr schnell mit dem Knaus Van I 600 MG anfreunden können. Was nicht heißt, dass unter widrigen Bedingungen dennoch Vorsicht geboten ist. Lustiger Logbucheintrag im März 2017: „Fahrverhalten bei Seitenwind und nassen, eisigen Straßen: Wie ein betrunkenes Kamel.“

Alles in allem war seine Fahragilität mit 150-PS-Motor aber einer der Pluspunkte des Knaus-Dauertesters. 10,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer konsumierte er im Schnitt über die fast 34.000 Kilometer Testdistanz – wobei Werte unter 10 Liter keine Seltenheit waren.

Das Ziel ist erreicht. Trotz manchem Ärgernis bleiben am Ende vor allem die Erinnerungen an Traumtouren mit ihm.

So bewährte sich das nachgerüstete Zubehör

Für fest eingebautes Zubehör bietet sich der Dauertester optimal an. Denn über die lange Testphase von einem Jahr bleibt genug Zeit, um die nachgerüsteten Geräte ausgiebig auszuprobieren.

Knaus Van I 600 MG Dauertest Foto: Dieter S. Heinz
Zubehör-Redakteur Benjamin Köbler-Linsner: "Für zuverlässige Stromversorgung sorgte das Ladesystem Offroad 100A von Ctek."

Im Herbst 2016 bestückten wir den Knaus Van I mit einem intelligenten Ladesystem von Ctek. Das unter dem Namen Offroad 100A vermarktete System besteht aus Ladegerät und Energiemanagementsystem. Letzteres steuert die Verteilung des Stroms auf Batterien und Verbraucher und verhindert eine vollständige Entladung der Bordbatterie. In Kombination mit einem Solarpanel von Büttner Electronic gehörten Energieengpässe der Vergangenheit an. Das Ladegerät erkennt selbständig, welche Stromquellen (Solar, Landstrom, Lichtmaschine) zur Verfügung stehen, und wählt automatisch die sinnvollste Energiequelle aus.

Im Februar 2017 rüsteten wir eine Satellitenanlage nach. Das TV-System mit „One-Cable-Solution“ ist ein Gemeinschaftsprodukt von Satellitenexperte Kathrein und dem fränkischen Elektronikunternehmen Alphatronics. Die Besonderheit an dem System ist, dass sämtliche Steuerungselektronik im Fernsehgerät der Alphatronics-SL-Linie integriert ist. Ein externes Steuergerät entfällt somit. Das vereinfacht nicht nur den Einbau, sondern spart auch Platz im Mobil. Der TV-Alltag wurde auch dadurch erleichtert, dass die Fernsehanlage mit nur einer Fernbedienung gesteuert werden kann. Nach dem Fernsehsignal musste die Satellitenanlage nie lange suchen: Bereits wenige Sekunden nach dem Aktivieren hat die Antenne die richtige Position erreicht. Möglich ist das, da die Antenne auf die Ortungsdienste des Smartphones zugreift.

Einen Funkadapter, der das TV-Signal auf Tablet und Smartphone projiziert, lieferte Kathrein gleich mit. In Erinnerung bleiben gesellige TV-Abende – nicht nur im Reisemobil. Denn die Reichweite des Funknetzwerkes ist groß genug, um das TV-Bild auch zum Stellplatznachbarn mitzunehmen.

Leser-Erfahrungen mit dem Knaus Van I 600

„Das Hubbett macht Geräusche und der Motor ist schlecht gedämmt“ – diese beiden Punkte stören auch Robert Rauh an seinem Van I Baujahr 2015. Außerdem moniert er den klapprigen Mülleimer an der Aufbautür, die fehlende 12-V-Steckdose im Wohnbereich, einen scheppernden Lautsprecher am Hängeschrank und die teils falsche und irreführende Bedienungsanleitung.„
Robert Rauh, Arnstein

“Wir sind nach wie vor von dem Grundriss begeistert„ schreiben Bernadette und Karl-Otto Wagner über ihren besonders kompakten, teilintegrierten Van TI 550 MD. Probleme gab es in rund fünf Jahren Nutzung mit einer verschmorten Zuleitung der Waschbeckenarmatur durch einen Einbaufehler und einer starken Undichtigkeit im vorderen Bereich. Beides wurde zufriedenstellend in der Werkstatt repariert. Ihr Fazit: “Alles in allem würden wir unser Wohnmobil wieder kaufen, würden uns aber über verbesserte Qualität freuen.
Bernadette und Karl-Otto Wagner, per E-Mail

„Ein solches Knaus-Wohnmobil werde ich nicht weiterempfehlen“ resümiert Jürgen Adelhardt als Neueinsteiger seine Erfahrungen mit seinem ersten Reisemobil, einem Van I 550 MD. Besonders der seit einem Jahr andauernde Streit um die mangelhaften Fahrerhaussitze, bei dem Knaus und Zulieferer Aguti den „Schwarzen Peter“ offenbar hin- und herschieben, frustriert ihn. Weitere Mängel erkennt Adelhardt im geräuschintensiven Hubbett mit schwergängiger Entriegelung, der schwachen Beheizung des Heckbetts, den schwergängigen Dachhauben und der knappen Bewegungsfreiheit im Bad des 550er-Grundrisses. Eine nachgerüstete Luftfeder brachte mehr Fahrkomfort.
Jürgen Adelhardt, per E-Mail

Knaus Van I 600 MG Dauertest Foto: Leser
Baute sich Chris Katz einfach selbst: kleine Ablage mit Becherhalter für den Fahrer

„Ich bin mit dem Kauf sehr zufrieden, bisher keine größeren Probleme,“ lautet das Fazit von Chris Katz aus der Schweiz über seinen Van I 600 ME. Seine Vorgaben waren: kompakte Länge und Breite, genug Zuladung mit 3,5 Tonnen, bequem zugängliche Einzelbetten, eine große Fahrradgarage, eine schöne Aussicht durch eine große Frontscheibe und das Ganze nicht zu teuer. Unter diesen Aspekten gefällt ihm seine Wahl nach wie vor. Andererseits gibt es auch Details, an denen er sich stört, wie den nicht abgedichteten Schacht der Toilettenkassette und die bei Auslieferung losen Verschraubungen, die auf eine nachlässige Endkontrolle schließen lassen. Anderen Mängeln half der versierte Bastler einfach selbst ab: siehe Foto unter e-typ2000.jimdo.com
Chris Katz, CH-Thayngen

„Für eine kleine Familie ideal“ empfinden die Heußmanns ihren Van I 600 MG vor allem, weil er so kompakt, wendig und funktionell ist. Allerdings konstatieren sie dem Knaus ebenso, dass die Verarbeitung erhebliche Mängel aufweist und die Bereitschaft zu helfen schon nach dem ersten Garantiejahr deutlich nachließ.
Familie Heußmann, per E-Mail

„Das klappernde Hubbett“ ist Hauptkritikpunkt der Wilhelms an ihrem Sky Wave 650 MF. Sie fragen darum nach der Werkstatt, die das Hubbett im Testwagen beruhigte: Es war der Fellbacher Boots- und Campingmarkt bei Stuttgart.
Monika u. Thomas Wilhelm, Memmingen

Fazit

Tolles Konzept, Qualität verbessern. Aus den Leserzuschriften und den Redaktionserfahrungen kristallisiert sich ein Fazit klar heraus: Die Modellidee des kompakten, handlichen Integrierten, der sich dennoch mit bis zu vier Reisenden komfortabel nutzen lässt, überzeugt nicht nur im Prospekt, sondern auch in der Praxis. Doch es gibt auch einige Ärgernisse, teils konstruktiv, teils durch nicht optimale Qualitätskontrolle oder zu geringe Sensibilität bei der Mängelbehebung bedingt. Dass sich einige Besitzer – trotz Problemen – dafür aussprechen, wieder einen Van I/TI zu kaufen, zeigt doch gerade, wie sehr es sich lohnt, an den Defiziten zu arbeiten. Knaus verspricht eine Qualitätsoffensive.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro 06/2017
Heft 07 / 2017 7. Juni 2017 146 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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