Alles über Bürstner Nexxo
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Der Bürstner Nexxo t im Test: Klassische Ziele

Ein günstiges, komfortables und schickes Urlaubs­domizil wie der Bürstner Nexxo t ist immer reizvoll.

Jeder Trend provoziert einen Gegentrend. Und nach der ersten Euphorie muss sich eine neue Entwicklung am Bewährten messen lassen.

Während die Neuheitenwelle der kompakten Teilintegrierten, der so genannten Van-Klasse, noch rollt – auch Bürstner beteiligt sich aktuell mit dem Travel-Van daran –, trauen sich hier und da auch „normalbreite“ Teilintegrierte neu auf den Markt. Bereits im Frühjahr dieses Jahres brachte Bürstner den Nexxo t raus: 2,30 Meter breit, aber trotzdem zeitgemäß?

Der Nexxo t – nur ein weiterer neuer Ford-Transit-Teilintegrierter auf dem Markt? Nein, der junge Bürstner-Spross ist keine billige Kopie. Die pfiffige Farb- und Formgebung setzt eigene Akzente im gehobenen Einsteigerbereich. Aber auch im Ausbau bietet der Nexxo einiges mehr als üblich. Eine clevere Duschkabinenlösung, ein be­quemes Bett, eine praktisch eingerichtete Winkelküche und eine ansprechende Sitzgruppe. Auch wenn auf den Grundpreis noch ein paar „Zwangsoptionen“ draufkommen, bleibt das Angebot attraktiv.

Aufbau

Das charakteristische Merkmal eines Teilintegrierten ist die Haube über dem Fahrerhaus. In bewährter Kooperation mit dem Hymer IDC-Designcenter ließ sich der Hersteller aus Kehl für das für Bürs­t­ner ungewohnte Basisfahrzeug Ford Transit eine Haube maßschneidern. Die doppelschalige GfK-Form nimmt die Sicken und Linien der Transit-Front geschickt auf und sorgt zusammen mit den seitlichen bogenförmig auslaufenden Fendern, die ebenfalls aus GfK gefertigt sind, für einen eleganten Übergang zum eigentlichen Aufbau.

Dazu sind das Basisfahrzeug und die GfK-Teile, die Alu-Schürzen sowie die ABS-Formteile blaumetallic lackiert. Dekoraufkleber am Aufbau vervollständigen den harmonischen Gesamteindruck. Die Fahrerhaus- und Frontstoßfänger-Lackierung kostet allerdings Aufpreis. Optional ist zudem ein Skyroof-Dachfenster für die Fahrerhaushaube erhältlich, die den optisch wertigen Eindruck noch verstärkt. Preisklassengemäß sind dagegen die vorgehängten Fenster mit Verriegelungshebeln ohne Sicherungsknopf. Was für Gaskasten und Heckstauraum als vernünftige Lösung gilt – relativ steife Türblätter mit Griffplattenschlössern –, kann für die ähnlich aufgebaute Eingangstüre nicht befriedigen.

Zumal das Schloss immer wieder hakelte und klemmte und die Schließbolzen das Dichtungsgummi beschädigten. Wenig Überraschendes bietet die Sandwichkonstruktion mit Styropor-Isolierung und herkömmlicher Verbindungstechnik. An der Verarbeitung gibt es wenig zu meckern.

Ausbau

Geradlinig und ohne Schnickschnack präsentiert sich der Möbelbau. Die schlichten Fronten gönnen sich mit einem dunkel abgesetzten und mattsilber eingerahmten Holzdekorstreifen ein wenig Schmuck. Die gefälligen Metallbügelgriffe mit integrierten Drucktastenschnäpper sind in haptischer wie funktionaler Hinsicht ohne Fehl und Tadel. Eine interessante Lösung kommt bei der Aufhängung der Klappen zum Einsatz: Sie stecken in Alu-Rohrprofilen, die gleichzeitig sta­bilisieren, als Scharnier dienen und obendrein einen optischen Akzent setzen. Separate Feder­aufsteller halten die Klappen offen. Die meisten Hängeschränke sind sogar mit höhenverstellbaren Zwischenböden aus­gestattet. Das Umstecken der Nippel ist jedoch fummelig, und die Regalböden sind nicht tief genug und können von den Auflagen rutschen.

Der Kleiderschrank hat eine passende Größe. Eine äußerst praktische Sache ist der Wäscheschrank zwischen Kühlschrank und Heckbett – so was könnte jedes Mobil gebrauchen. Die fünf tiefen Fächer sind viel leichter erreichbar als die Hängeschränke über dem Bett. Das Stauraumangebot ist für die typische Zweipersonenbesatzung vielseitig und reichlich. So gibt es über dem Kleiderschrank sowie über und unter dem aus­gelagerten Kühlschrank noch drei geräumige Fächer. Weiteren Stauraum bietet die Seitenbanktruhe an. Bordtechni­sche Einbauten – Aufbaubatterie und Warmluftrohr – müssen dabei allerdings berücksichtigt werden. Der größte Stauraum findet sich im Bettkasten, der mittels Schottwänden dreigeteilt ist. Ein Kompartiment nimmt die Truma-Heizung nebst Ablasshähnen für das Wassernetz ein. Ein zweites, schlankes Abteil ist von innen über eine Tür, aber auch über die vordere Lattenrosthälfte zugänglich. Diese ist – durch eine Gasfeder unterstützt – aufklappbar und verschafft Zugang zum Außen­stauraum. Mangels Heckabsenkung bietet dieser Raum zwar nur Bettkastenhöhe, für Campingmöbel, Auffahr­keile und Wasserschlauch reicht es aber allemal. Zweiräder müssen
sich eh mit dem Heckträgerplatz begnügen.

Küche

Die geradlinige Formensprache des Möbelbaus bestimmt auch den Küchenblock. Die Arbeitsfläche teilen sich Spüle, Abtropffläche und Drei­flammkocher, allesamt in Edelstahl-Ausführung. Reine Arbeitsfläche bleibt da keine übrig, dafür müssen die Glasabdeckung des Kochers oder die als Schneidbrett ausgeführte Spülenabdeckung herhalten. Stauraum gibt es in Ober- und Unterschränken in angemessenem Maße. Der Küchenwinkel ist für den Gaskasten reserviert.

Sollte noch Platzbedarf bleiben, können weitere Fächer auf der anderen Seite, rund um den Kühlschrank akquiriert werden. Der ist in bequemer Höhe eingebaut und fasst 104 Liter. Ein 150-Liter-Gerät, auch als Backofen-Kombi, gibt es gegen Aufpreis. Eine wichtige Küchenoption wäre zudem der Dunstabzug (176 Euro) für den dachhaubenarmen Bereich.

Sanitärraum

Die typischen Teil­integrierten-Bäder kranken oft an ihrer schlanken Form mit wenig Bewegungsfreiheit. Meist reihen sich Waschtisch, Toilette und Dusche aneinander. Der Nexxo t 660 packt die Toilette in der Bankausführung ganz in die Ecke und die Dusche dafür in die Mitte. Zwei Faltwände breiten flugs ihre Doppelflügel aus, schon ist eine relativ geräumige Kabine mit fast quadratischer Grundfläche entstanden, in der es sich wirklich komfortabel Duschen lässt. Wäre der Brausestrahl etwas stärker, würde man kaum aufhören, bevor der Wassertank nicht geleert ist – oder das Wasser sich in der Bodenwanne staut, was unweigerlich passiert, wenn der Abwassertank überfüllt ist. Die offenbar dejustierte Tankanzeige meldet dabei „viertelvoll“.

Bordtechnik

Das Kontrollbord über dem Einstieg zeigt die wichtigsten Dinge in übersichtlicher Form an. Zur Elektroausstattung gehört zudem eine 100-Ah-Blei-Säure-Batterie, aus der die etwas spärlich bestückte Beleuchtungsausstattung versorgt wird. Die Gasanlage ist weitgehend unauffällig. Einzig die hintereinander stehenden Gasflaschen machen den Wechsel umständlich.

Das Abwasser wird unterflur von einem ungeschützten Tank aufgefangen, der gegen Aufpreis beheizbar ist. Extrakosten verursacht auch der 6000-Watt-Ofen von Truma, der über acht Ausströmer ordentlich einzuheizen vermag. Das Bedienteil unten am Bettkasten anzubringen verdient allerdings nur ein Kopfschütteln.

Basisfahrzeug

Der frontgetriebene Ford Transit mit optionalem 130-PS-Motor zeigt im Testwagen einmal mehr seine typischen Vor- und Nachteile. Ansprechende Leistungsentfaltung, knackiges Getriebe und umfangreiche Cockpitausstattung stehen einer mangelhaften Traktion bei Nässe und einer bescheidenen Sitzposition, besonders auf den im Nexxo eingesetzten instabilen Drehkonsolen, gegenüber.

Vor der Fahrt auf die Waage braucht sich der t 660 dagegen nicht zu drücken. Unbedenklich sind die Werte an Rädern und Achsen. Mit gut 600 Kilogramm ist die Gesamtzula­dung großzügig – eines der klassischen Ziele, die der Nexxo leicht erreicht.

Batterieeinbau

Ist die Aufbaubatterie vom Blei-Gel-Typ, kann sie praktisch überall im Fahrzeug eingebaut werden. Einzige Voraussetzung ist eine sichere Befestigung. Sinnvollerweise sollte sie wegen des Gewichts möglichst tief und wegen der Leitungsverluste nahe am Ladegerät platziert sein. Umfangreicher sind die Bestimmungen bei Blei-Säure-Batterien, die gasen und auslaufen können. Hier ist einerseits eine säurefeste Wanne aus Blech oder Kunststoff vorgeschrieben. Andererseits muss sichergestellt werden, dass die Gase nicht in den Innenraum gelangen. Das kann durch ein nur von außen zugängliches Fach oder durch einen Schlauch, der vom Batteriegehäuse nach außen führt, verwirk­licht werden.

Der Der Bürstner Nexxo t im Überblick


Basis: Ford Transit
Preis: 38.980 Euro
Länge/Breite/Höhe: 6,72/2,30/2,75 m
Dreipunktgurte: 4
Schlafplätze: 3
Gesamtgewicht: 3500 kg
Charakter: Günstiger Teilintegrierter für zwei bis vier Per­sonen mit schickem Auftritt, ausgewogener Raumaufteilung, geräumigem Sanitärraum und bequemem Doppelbett.
Typ: Teilintegrierte
Schlafplätze: 3
Preis: 30.000 bis 40.000 €
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Autor

Foto

Foto: Jürgen Bartosch

Datum

18. Januar 2008
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