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Karmann Colibri im promobil Test

Was kann der günstige Campingbus?

Karmann Colibri Foto: Ingolf Pompe 18 Bilder

Ein Colibri ist, ornithologisch gesehen, klein, flink und spritzig. Kann der Karmann Colibri auf Rädern mit ähnlichen Qualitäten eine Alternative zu VW California und Mercedes Marco Polo sein?

09.12.2015 Steffen Zink

Einfach mal schnell die Flatter machen und ganz spontan mit dem Alltagsauto in den Wochenendurlaub starten. Genau dafür schickt Karmann seinen kleinsten Sprössling ins Rennen. Der Einstiegspreis knapp unter 40.000 Euro ist eine Kampfansage an die etablierte Konkurrenz von VW und Mercedes. Aber wie bewährt sich der nur 4,99 Meter lange Kompaktcamper auf Renault Trafic in Praxis und Test?

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Der kleine Campingbus im Test Karmann Colibri im promobil Test
Promobil 11/2015
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Karmann erfindet den altbewährten Grundriss mit Küchenzeile gegenüber dem Einstieg und zum Bett umbaubarer 2er-Sitzbank nicht neu – warum auch? Der Heckstauraum bietet ausreichend Platz für Campingmöbel und großes Gepäck. Das hochklappbare Kopfende des Umbaubettes dient bei Bedarf als Zwischenboden. Der Kleiderschrank mit Lamellen-Schiebetür ist mit 160 Litern sehr geräumig.

Praktischer wäre es jedoch, statt der Kleiderstange, an die ohnehin nur schmale Bügel passen, ein paar Einlegeböden vorzusehen, um T-Shirts und Co. besser stapeln zu können. In den beiden großen Schubfächern unter der Sitzbank verschwinden Schuhe, Kabel, Konserven und alles, was sonst noch mit muss. Den üblichen Dachstaukasten quer oben im Heck gibt es im Colibri allerdings nicht.

Der Arbeitsplatz des Campingkochs kann durchaus mit dem der Platzhirsche mithalten. Unter der zweigeteilten Glasabdeckung verbirgt sich die rechteckige Spüle und der ausreichend große, piezogezündete Zweiflammkocher.

Gespeist wird dieser von einer 5-kg-Flasche im Gaskasten direkt unter der Besteckschublade. So ist der Zugang einfach, allerdings kostet diese Anordnung wertvollen Küchenstauraum. Gekühlte Getränke bevorratet ein 41-Liter-Kompressor-Kühlschrank mit Gefrierfach.

Das Drehen der Vordersitze erfordert etwas Geschicklichkeit. Bei geöffneten Türen gelingt es besser – unangenehm, wenn es draußen regnet. Ein Kinderspiel dagegen ist das Bauen des unteren Bettes. Sitzfläche nach vorn klappen, Lehne runter – fertig. Mit 1,85 Meter Länge und 1,12 Meter Breite entsteht so ein bequemes Doppelbett mit einer ebenen Liegefläche ohne störende Stöße. Am aufstellbaren Kopfende sorgen zwei LED-Spots für genügend Leselicht.
Ansonsten ist die Beleuchtung eher spärlich. Die LEDLichtleisten an Schiebetür, Schrank und Spüle sind zwar nett anzusehen, beim abendlichen Kartenspiel reicht die Helligkeit aber nicht an allen Sitzplätzen aus. Etwas Sichtschutz bieten die getönten Scheiben im Wohnraum. Eine echte Verdunklung zumal für das Fahrerhaus ist im Basispreis aber nicht enthalten.

Absolut pfiffig ist die Entriegelung des Aufstelldaches mittels eines griffigen Hebels. Ohne lästige Zurrbänder lösen zu müssen, lässt sich das Dach im Handumdrehen aufstellen. Auch das Hochschwenken des Dachbetts erfolgt ganz entspannt mit Hilfe von Gasdruckfedern. Der Aufstieg durch die etwas enge Luke gelingt durch eine Anlegeleiter relativ bequem. Dachschläfer sollten aber trotzdem nicht allzu verwöhnt sein, da auf der harten Unterlage lediglich eine 30 Millimeter dicke Schaumstoffmatratze liegt. Dafür ist die Liegebreite mit 1,33 Meter vergleichsweise üppig.

Eine Leuchte sucht man im Dachgeschoss vergebens. Beim nächtlichen Aufstieg oder Schmökern sollte eine Stirnlampe griffbereit sein. Zwei Gaze- und ein Folienfenster sorgen für gute Belüftung und Ausblick vom Oberstübchen.

Der Stoffbalg des Aufstelldachs überrascht durch seine gefütterte Ausführung. Das hält Wind und Kälte spürbar draußen. Auch die Korosserie und der Abwassertank sind serienmäßig gedämmt. Eine Diesel-Heizung gibt es allerdings nur gegen Aufpreis.

Unterwegs ist man im Colibri, wie es der Name verspricht, recht flink und zügig. Zumindest wenn der optionale 120-PS-Motor an Bord ist. Er versieht seinen Dienst ausgesprochen ruhig und solide. Lediglich an steilen Serpentinen muss schon mal bis in den ersten Gang zurückgeschaltet werden. Deutlich noch mehr Dampf hat der 140-PS-Top-Motor mit Biturbo.

Gewöhnungsbedürftig ist die hohe Sitzposition des Fahrers wegen der Drehkonsole, und auch die Kopffreiheit ist relativ knapp. Ein Wermutstropfen für den Alltagsbetrieb ist die Fahrzeughöhe. Durch das Aufstelldach wächst der Trafic auf 2,04 Meter und ist damit bei vielen Tiefgaragen außen vor. Abhilfe verspricht die optionale Hinterachs-Vollluftfeder, die nicht nur den Fahrkomfort erhöht, sondern durch komplettes Absenken auch die Zielhöhe zwei Meter verspricht. Die Prozedur dauert allerdings ein wenig, und der günstige Aufstelldach-Camper wird durch diese Option ein gutes Stück teurer.

Allgemeine Infos zum Karmann Colibri

  • Gurte/Schlafplätze: 4/4
  • Zul. Gesamtgewicht: 2900 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 4,99/1,96/2,04 m
  • Grundpreis ab 39.990 Euro

Beladungstipps für den Karmann Colibri:

580 kg Zuladung reichen für 2 bis 4 Personen völlig aus. Weder an Rädern, Achsen noch insgesamt muss man sich bei der Beladung zurückhalten. Das Testfahrzeug war allerdings mit nur wenigen Extras ausgestattet. Kommen übliche Dinge wie Heizung, Zweitbatterie, Markise, Fahrradträger usw. dazu, sind es schnell 100 kg mehr. Eine Auflastung ist nicht verfügbar.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 10/15
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