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Test: Bürstner Grand Panorama 12 Bilder Zoom

Der neue Bürstner Grand Panorama I 920 G: Ganz großes Kino

Hinten verwöhnt auf neun Meter Länge höchster Komfort, nach vorne eröffnet eine riesige Panoramascheibe beste Aussichten. Ein Ausflug im Bürstner Grand Panorama ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Natürlich ist das Ding nicht praktisch. Vier Quadratmeter Glas, die sich von vor der Nase bis hinter die Stirn ziehen. Wie hält man die denn bis oben sauber? Die Sonne knallt drauf, die Mücken genauso, das Wischerfeld ist klein, und wenns draußen friert, schwitzt drin die Scheibe. Aber praktisch ist doch nur die halbe Wahrheit. Und wie so oft ist es auch im Bürstner Grand Panorama die andere Hälfte, die vermeintlich unpraktische eben, die uns neue Perspektiven eröffnet, die den Blick woanders hinlenkt, die uns Ungewohntes und Unbekanntes zeigt. Oder uns Vertrautes auf eine andere Art entdecken lässt.

Zum Beispiel, wie sich mehr Licht und Offenheit auf Stimmung und Befinden auswirken. Als morgens der Nebel dick in den Tälern hängt und fahles Grau den Tag noch im Halbdunkel festhält, drückend und bedrückend, da beschert die bis in die Dachlinie gezogene Frontscheibe des Bürstner Grand Panorama zwar noch keine grandiose Aussicht. Aber genau so viel Helligkeit im Cockpit, dass sich automatisch auch die Laune dreht: zum Lichten, zum Leichten, zum Lockeren.

Im Bürstner Grand Panorama ist es, als säße man mittendrin in der Landschaft, fast wie in einem Cabrio. Mit beruhigender Gleichförmigkeit begleitet das stete Auf und Ab -der Hochspannungsleitungen rechts und links der Straße den Weg, der Richtung Berge führt. Ohne allzu große Anstrengung grummelt der Dreiliter-Diesel bei Tempo 100, die Vollluftfederung lässt den Fünftonner wie eine Sänfte über die Autobahn schweben. Von rechts kreuzt ein Schwarm Zugvögel über den allmählich aufklarenden Himmel, und ein Flugzeug zieht weiß und wattig einen Streifen quer durchs Bild, das erst weit hinter dem Blickfeld endet.

In dasselbe geraten allmählich die Allgäuer Alpen. In Oberjoch ist alles Diesige verschwunden, und weil dann die Sonne von hinten kommt, empfiehlt sich am Nachmittag die Fahrt ins Tannheimer Tal. Man könnte im Bürstner Grand Panorama auch gegen die Sonne fahren und per Knopfdruck das obere Frontrollo als Blendschutz herunterbeordern, doch die Aussicht ist einfach zu schön. Hinter Innergeschwend und Grän stemmen sich felsig Rote Flüh und Gimpel über 2000 Meter hoch aus dem Grün der Wiesen und Wälder. Die Lärchennadeln verfärben sich schon orange, doch die Gipfel tragen noch keine oder nur eine sehr dünne Schneemütze. Nah ist der Winter schon, das Gras auf der Nordseite starr bedeckt mit Reif. Darüber hinweg stapft eine Gruppe bestockter Damen. Es ist ihnen aus der Dis-tanz anzusehen, wann ihr Gesprächsthema wechselt. Eine hebt den Stock und weist in Richtung des Bürstner Grand Panorama. Die Vermutung: Die meckern gleich. Tun sie aber nicht.

Sie sind neugierig und gesprächig. Und freundlich. Das sei aber sehr lang. Ja, neun Meter. Da müssen Sie aber gut fahren können, um das zu steuern. Nein, der Bürstner Grand Panorama lenkt sich so mühelos wie ein Kleinbus, wenn auch die Abmessungen etwas mehr an Aufmerksamkeit erfordern. Die Tochter habe ein kompaktes Wohnmobil gekauft, gebraucht, für 30.000 Euro, da sei dieses sicher teurer? Oh ja, einiges. Gut viermal so teuer. Dafür finden die Damen den Bürstner Grand Panorama schick. So schick, dass sie nicht wagen, mit ihren Wanderschuhen das Innere des Wohnmobils mit seinen extravaganten Hochglanzmöbeln und den cremefarbenen Ledersitzen zu betreten.

Am Ende hätten sie sich im Warmwasser-beheizten Bürstner Grand Panorama so wohl gefühlt, dass sie geblieben wären. Platz genug wäre ja, weil im i 920 G nicht nur das Panorama groß ist. Sogar noch in der Nacht, vom vorderen Hubbett aus. So sehr blitzen die Sterne über den dunkel aufragenden Bergen, dass es geradezu ein Frevel wäre, das Frontrollo zu schließen; außerdem gibt es hier oben keinen Knopf dafür. Dieser letzte nächtliche Blick durch die ins Dach gewölbte Scheibe lässt den Einschlafenden noch mal ganz tief Luft zu holen. Es ist wie am Morgen, wenn man vor die Scheibe tritt und die Arme ausbreitet. Das öffnet. Egal beinahe, was es draußen zu sehen gibt.

Am Ende des Ostrachtals etwa kommen der Hochvogel in Sicht, der Große Daumen und der Große Wilde. Seltsame Namen für ein paar Berge. An ihrem Fuß breitet sich ein Parkplatz aus, an dem die öffentliche Straße aufhört. In vier Stunden, sagt ein Schild, würde ein Wanderer von dort zum Bschießer aufsteigen.

Könnte die Aussicht von dort oben besser sein, vier Stunden Fußweg besser? Nicht für den, der mit dem Bürstner Grand Panorama unterwegs ist. Da hat man die beste Sicht schon von unten aus, und so gesehen ist die große Offenheit der riesigen Frontscheibe doch ganz praktisch.

Das Modell im Überblick: Brüsnter Grand Panorama I 920 G

Das neue Spitzenmodell von Bürstner baut wie die Elegance-Linie auf Fiat-Ducato-Basis und Alko-Tiefrahmenchassis auf. In den Grundrissen ähnlich, bietet der Grand Panorama auf Wunsch eine noch gehobenere Ausstattung und als wesentliches Merkmal die weit ins Dach gezogene, mittragende Glasfront. Sie sorgt für ein besonders lichtes, offenes Raumgefühl. Der Bürstner Grand Panorama ist in vier Modellvarianten zu haben.

Länge/Breite/Höhe: 9000/ 2300/3000 mm
Leistung: ab 109 kW/148 PS
Preis: ab 120.400 Euro
zul. Gesamtgewicht: 5000 Kilogramm
Personenzahl: 2-4
Info: www.buerstner.com, Telefon 07851/850

Autor

Foto

Beate Jeske

Datum

6. Mai 2013
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