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Hymertramp Classic 655

Mit neuem Anlauf

Hymer nimmt neuen Anlauf bei den Teilintegrierten – und greift auf bewährte Rezepte zurück.

01.06.2004 Redaktion promobil

Alles wird teurer. Wer kennt nicht das Dauerthema: egal, ob es um alltägliche Kleinigkeiten, Stellplatzgebühren oder komplette Reisemobile geht. Das muss nicht sein, meint man jedenfalls bei Hymer und legt in Sachen Preisentwicklung den Rückwärtsgang ein. Kostet ein Hymertramp 655 mit 127-PS-Motor nach aktueller Preisliste 48 250 Euro, so soll sein identisch motorisierter Nachfolger zum kommenden Modelljahr für unter 44 000 Euro zu haben sein. Classic heißt dabei das Zauberwort. Preisbewusste Hymermobil-Fahrer kennen es seit Jahren: In der Classic-Variante sind die Integrierten zu kaum schlagbaren Preisen zu haben. Jetzt nehmen Hymertramp und Hymercamp die Idee auf.

Wunder darf man allerdings auch vom Marktführer Hymer nicht erwarten. Eine knappere Ausstattung ist ein Teil der Kalkulation. Zwar versieht unverändert ein Fiat Ducato 15 mit Flachboden seinen Dienst als Basisfahrzeug. Doch ganz klassisch, also wie in früheren Zeiten, muss der Hymertramp-Käufer extra zahlen, wenn er ein ABS oder eine Auflastung auf 3,5 Tonnen wünscht. 980 Euro sind dafür mit Sicherheit gut angelegt. Denn selbst so ausgerüstet, bleibt noch ein klarer Preisvorteil des kommenden Modells.

Geht es um Äußerlichkeiten, wiegt der Verzicht weniger schwer. Hellgraue Seitenwände bleiben in Zukunft höherwertigen Hymer-Varianten vorbehalten; der Classic kehrt zum traditionell weißen Aufbau zurück.

Wie in vergangenen Zeiten stehen die Wand-Dach-Verbindungen wieder zu ihren Ecken und Kanten. Da fällt die Farbe der drei Hymer-Streifen schon als Neuerung auf: Sie leuchten am Classic in ungewohntem Mittelblau. Sollte es dennoch Zweifel an der Familienzugehörigkeit geben, hilft ein Blick auf den bekannten Hymer-Leuchtenträger am sonst wenig Aufsehen erregenden Hinterteil. Also alles schon einmal gesehen? Wer so denkt, wird vom Innenleben des neuen Hymertramp eines Besseren belehrt: Hinter der schlichten Fassade wartet eine Wohnwelt, die weder Vorgänger zitiert, noch bekannte Elemente von Markengeschwistern übernimmt. Eigens für den Tramp Classic entwickelte Hymer eine neue Möbellinie. Genauer gesagt Hymer France, denn der Teilintegrierte entstand unter der Regie der elsässischen Dependance. Dort verabschiedete man sich kurzerhand von den klassisch massivholzgerahmten Möbelklappen zugunsten geradliniger Fronten mit französischer Raffinesse: Silberfarbene Umleimer heben sonst unbeachtete Kanten hervor. Eigentlicher Blickfang sind jedoch die dunklen Holzelemente an den Hängeschränken, deren Ausfräsungen eine dezente Beleuchtung verbergen. Das hat Stil und verhindert effektvoll, dass man dem Hymertramp 655 seinen gesunkenen Preis im Innern ansieht. Im wichtigsten Markt für Teilintegrierte zu Hause, bewies Hymer France bei der Grundrissgestaltung eine sichere Hand. Die Kombination aus Längsbett, Halbdinette und Seitenbank führt zu beiden Seiten des Rheins die Hitlisten an.

Ganz französischer Lebensart entsprechend, weist die Raumaufteilung des 655 der Küche breiten Raum zu. Gourmets kommt ebenso die Aufteilung der Schränke entgegen: In den unteren Fächern kümmern sich ein geräumiger Auszug und Flaschenhalter um die Vorratshaltung. Den winkelförmigen Block auf der Fahrerseite ergänzt ein raumhoher Schrank gegenüber.

Hier gibt’s Platz für eine große Kühl-Gefrier-Kombination und einen Backofen. Beides kostet extra. Doch auch der serienmäßige 97-Liter-Kühlschrank zeugt nicht von übertriebener Sparsamkeit. Weniger Raum lässt der klassische Längsbettgrundriss dem Sanitärbereich. Unnötige Drängelei zwischen Bett und Bad vermeidet eine Schiebetür. Sie verhindert ebenso elegant Verrenkungen vor dem Becken, denn beim Waschen kann die Tür einfach offen bleiben. Die Intimität leidet darunter nicht. Wenn nötig, trennt ein Vorhang den gesamten Heckbereich von Küche und Wohnraum ab. Eher schlanke, nicht allzu groß gewachsene Zeitgenossen kommen auch mit der Liegefläche gut zurecht. Hymer gibt ein Maß von 1860 auf 1280 Millimeter an. Den Verzicht aufs Heckfenster mag man beim Rangieren vielleicht bedauern, beim Schlafen offenbart sich jedoch rasch der Vorteil: Wo bei ähnlich konzipierten Teilintegrierten oft störende Vorhänge über dem Gesicht der Schlafenden baumeln, erstreckt sich an der Rückwand des Hymertramp ein wohnlicher Stoffspiegel. Die hier ebenfalls eingebaute indirekte Beleuchtung zeigt am Kopfende ihre nützliche Seite. Klappt man die Matratze schwungvoll hoch, um an den großen Stauraum darunter zu gelangen, kann kein filigraner Halogenspot unter dem Hängeschrank in Mitleidenschaft gezogen werden. Als eine weitere Liegefläche kommt die vordere Sitzgruppe in Frage. Längs- und Querbank ergeben zusammen nach dem Polsterumbau ein schmales, aber langes Doppelbett.

Tagsüber entsteht – wie bei dieser Konstellation weithin üblich – zusammen mit drehbaren Vordersitzen und ausziehbarem Tisch eine Runde für vier bis fünf Reisende. Auf eine kaum noch übliche Konstruktion stößt man bei der Inspektion der Bordtechnik: Küche und Sanitärraum verfügen über getrennte Abwassertanks, die einzeln entleert werden müssen. Immerhin sind beide Ablasshähne griffgünstig an der linken Fahrzeugseite untergebracht. Der Beliebtheit des Hymertramp Classic dürften solche Details keinen Abbruch tun. Er steht für zwei Trends, die auf dem Caravan-Salon 2005 eine Rolle spielen werden: Teilintegrierte sind einerseits weiter im Kommen. Gleichzeitig haben viele Reisemobilhersteller nach jahrelangen Zuwächsen an Design, Komfort und Kosten die preissensiblen Käufer wieder entdeckt.

Technische Daten (Stand: Juni 2004) Hersteller: Hymer Modell: Hymertramp Classic 655 Basisfahrzeug: Fiat Ducato 15 Typ: Teilintegrierter Preis: ab 41920 EUR Sitze mit Gurt: 4 Schlafplätze: 4 Zul. Gesamtgewicht: 3400 kg Länge: 6610 mm Breite: 2270 mm Höhe: 2750 mm Basismotor: Turbodiesel KW: 94 PS: 127

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