Alles über Hymer Camp
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Test: Hymercamp 644

Die Ziffer 644 steht für den geräumigsten Hymercamp. Sorgt der hinzugekommene Doppelboden für neue Ladefreuden?

Mancher Reisemobilhersteller preist Änderungen an Stoffen und Dekor gleich als Generationswechsel. Hymer ging zum Modelljahr 2001 den umgekehrten Weg: Wie die B-Klasse wurde auch der Hymercamp technisch umgekrempelt. Von innen und außen sieht man von der neuen Doppelbodenkonstruktion aber praktisch nichts. Wer den getesteten Hymercamp 644 im Vergleich zu einem Vorjahresmodell betrachtet, wird sicher den jetzt zweistufigen und deshalb bequemeren Einstieg registrieren. Nur bei genauem Hinsehen fällt auf, dass der Radstand um 15 Zentimeter länger wurde – an der Außenhöhe des Hymercamp änderte sich trotz Zwischendeck jedoch nichts. Voraussetzung dafür war ein Tiefrahmenfahrgestell von Alko. Wo zuvor ungenutzter Raum unterhalb des Bodens gähnte, entstand Platz für Wassertanks und Gepäck. Zwischen den Achsen des Hymercamp gibt es nun ein flaches, aber großflächiges Fach, das von beiden Seiten zugänglich ist. Die clevere Konstruktion beschert dem Hymercamp einen niedrigen Schwerpunkt, der im Verbund mit dem gemäßigten hinteren Überhang eine satte Straßenlage sichert.

Gute Fahrleistungen begünstigt beim Camp die unverändert gute Aerodynamik. Treibende Kraft im Testwagen war noch der 122- PS-Turbodiesel. Künftig wird ausschließlich der kultiviertere und 127 PS starke JTD-Motor eingesetzt. Manko am Fahrerplatz des Hymercamp: Der Sitzverstellbereich wird für Großgewachsene durch die anschließende Dinette empfindlich eingeschränkt. Großzügiger entschied Hymer in der Gewichtsfrage. Ab Werk als Viertonner zugelassen, erlaubt der Camp 644 gut 700 Kilogramm Freiraum für Besatzung und Gepäck. Nicht ganz unproblematisch ist die Gewichtsverteilung: Sind wie bei der promobil-Wiegung nur Kraftstoff, Gas und Frischwasser an Bord, reichen die Reserven der Vorderachse für zwei Erwachsene nicht aus. Erst durch Urlaubsbeladung in der Heckgarage kann die Vorderachse entlastet werden. Serienmäßig gibt es im Heck des Camp 644 ein festes Bett in Normalhöhe. Die Garage findet sich in der Aufpreisliste. Verstecken muss sie sich nicht: Zwei Klappen, Beheizung und Beleuchtung gehören dazu. Auch der Ablasshahn fürs Abwasser ist hier sauber und temperiert untergebracht.

Auf den ersten Blick typisch für einen Garagengrundriss ist die Innenaufteilung. Doch obwohl der 644 mit einer Außenlänge von 6,77 Metern zu den kompakteren Vertretern dieser Gattung gehört, hat er innen weit mehr als nur Standard zu bieten. Das Bad beispielsweise nimmt nicht viel Platz in Anspruch, kann aber fast den Luxus einer separaten Dusche bieten. Aus zwei faltbaren Wandelementen ergibt sich eine feste Duschkabine. Auch die übrige Ausstattung des Wasch raums mit vielen Fächern ist durchdacht. Nur das Waschbecken fällt zu flach aus. Ebenso zeigt die Küche gute Ideen. Unnötige Verbeugungen ersparen der hochgelegte Kühlschrank oder die rollengelagerten Auszüge. Lediglich die Abstellfläche ist knapp. Mindestens eins der beiden Spülbecken bleibt daher in der Praxis meist abgedeckt. Von der Doppelbodenkonstruktion merkt man auch innen wenig. Auf der Suche nach Staumöglichkeiten werden die Reisenden jetzt jedoch in beiden Sitztruhen fündig. Aus praktischen Gründen sollten hier jedoch nur selten benötigte Gegenstände hinein. Weil Hymer die Rückenlehnen mit Bändern an den Kopfstützen fixiert, lassen sie sich nur umständlich entfernen. Entsprechend mühevoll ist der Zugang zu den Truhenfächern. Mit den erwähnten Bändern verhindert Hymer aber wirkungsvoll rutschende Polster. Genauso im Sinne der Sicherheit: drei serienmäßige Dinette-Dreipunktgurte. Der Bettenbau – durch die Befestigung der Polster ebenfalls erschwert – ist an der Dinette des 644 wohl nur selten nötig. Vier feste Schlafgelegenheiten laden zur Nachtruhe. Das Heckbett ist mit einer Matratzenbreite von 1,35 Metern etwas schmal geraten, am Komfort gibt es dagegen nichts auszusetzen. Großflächiger ist das Alkovenbett, das jedoch selbst gegen Aufpreis nicht mit einem Lattenrost ausgestattet werden kann. Klassengerecht fällt die Bewegungsfreiheit unter dem kuppelförmigen Dach aus. Neuerungen ebenso hier erst auf den zweiten Blick: Das Netz vor der Bugkoje wurde sicherheitstechnisch verbessert. Auch Kinder haben also mehr Freude am solide gereiften Hymercamp.

Technische Daten (Stand: Mai 2001)
Hersteller: Hymer
Modell: Hymercamp 644
Basisfahrzeug: Fiat Ducato Maxi
Typ: Alkoven
Preis: ab 49450 EUR
Sitze mit Gurt: 5
Schlafplätze: 6
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 6870 mm
Breite: 2270 mm
Höhe: 3000 mm
Basismotor: Diesel
KW: 94
PS: 127
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Datum

10. Mai 2001
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