Alles über Hymer B-Klasse
Hymer B Dynamic Line 16 Bilder Zoom

Premiere Hymer B 588 DL: Neue Zeitrechnung

Die neue Hymer B-Klasse soll bei den Premium-Integrierten wieder Boden gutmachen. Vorreiter der nächsten Generation ist die schlanke Dynamic Line. Zum Start gibt es vier Grundrisse.

Merken Sie sich dieses Gesicht. Es wird Ihnen in Zukunft öfter begegnen. Mit einer komplett überarbeiteten B-Klasse läutet Hymer eine neue Ära bei den Integrierten der Marke ein. Den Auftakt macht die Dynamic Line, ein neues Modell, das der Hersteller aus Bad Waldsee mit enormem Aufwand von Grund auf neu entwickelt hat (promobil berichtete). Alle Baugruppen von Aufbau bis Inneneinrichtung wurden angepackt.

Der große Aufschlag hat seinen Grund. Der Ruhm der B-Klasse, mit 35 Jahren Bauzeit eines der traditionsreichsten Wohnmobile überhaupt und für viele das Synonym insbesondere für die integrierte Gattung, war in den letzten Jahren etwas verblasst. Die Konkurrenz hat kräftig aufgeholt. Im eigenen Haus läuft der günstigere, schmale Exsis-i der einstigen Cashcow des Herstellers den Rang ab, und von oben macht die Premium Line Druck. Zuletzt war das B-Klasse-Programm auf zwei Modelle zusammengeschrumpft. Obwohl immer wieder scheibchenweise feingeschliffen, ist das Design der B-Klasse, das mit den charakteristischen Mandelaugen in den Grundzügen schon seit der Vorstellung vor zehn Jahren Bestand hat, inzwischen etwas angestaubt.

Ein modernes Styling soll den Integrierten von Hymer wieder mehr Glanz verleihen. Auch wenn die Optik der B-Klasse DL vertraut wirkt, bemerken Kenner auf den ersten Blick den eleganteren Strich. Feine Lichtkanten um den unteren Abschluss der Bugmaske geben dem I-Modell eine sportliche Note. Zwei dezente Sicken in der Stirn kaschieren geschickt die auf 2,96 Meter gewachsene Außenhöhe. Kühlergrill und Scheinwerfer gehen nun fließend ineinander über.

Mit neuen Augen blickt der B DL in die Welt. Als einziger Reisemobilhersteller leistet sich Hymer eine eigene, millionenteure Scheinwerferentwicklung. Tagfahr- und Blinklicht sind wie bei zeitgenössischen Pkw als akzentuierender Lidstrich in die Einheit integriert. Optional leuchten moderne LED-Lampen die Fahrbahn heller und flächiger aus.

Für bessere Sichtverhältnisse sorgt darüber hinaus die höhere Frontscheibe und hängende Spiegel mit Weitwinkelfeldern. Überhaupt lässt sich der B 588 DL, unter dem wieder ein Fiat Ducato steckt, bei der ersten Ausfahrt angenehm handlich dirigieren. Trotz 6,99 Meter Außenlänge macht der kurze Radstand von 3,90 Meter das Modell vergleichsweise wendig. Ein Vorteil des Tiefrahmens von Alko, bei dem der Achsabstand anders als beim Fiat-Chassis frei wählbar ist.

Auch das schmale Format hilft beim Manövrieren durch die Altstadt von Bad Waldsee. Wie der Exsis begnügt sich der B Dynamic Line mit 2,22 Meter Aufbaubreite. Gut für die Gewichtsbilanz: Wie viele weitere Leichtbaumaßnahmen drückt auch die schlankere Kabine das Leergewicht unter drei Tonnen. So soll beim B 588 DL auch mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht genug Zuladung bleiben.

Eine Revolution vollzieht sich unsichtbar unterm Blech. Erstmals ersetzt Hymer die Innenwand aus Sperrholz durch eine Aluminium-Beplankung und schließt damit aufbautechnisch zu Konkurrenten wie Carthago oder Niesmann + Bischoff auf. Mehr Solidität und Steifigkeit, aber auch planere Außenwände sprechen für die Technik.

Ebenso Premium-like am B DL ist außerdem der Doppelboden. Der beherbergt nicht nur die Bordtechnik – großzügige 150 Liter Frisch- und 130 Abwasser –, sondern auch zusätzlichen Stauraum, der von außen und innen zugänglich ist. Ganze 16 Zentimeter ist das Kellerfach hoch. Und auch wer seine Fahrräder in die große Garage einlädt, wird die stattliche Aufbauhöhe kaum noch als Nachteil empfinden.

Der hohe Doppelboden hat noch einen Vorteil: Der Radkasten verschwindet vollständig darin und ragt nicht mehr störend in die Duschkabine. Obwohl das Bad zehn Zentimeter kürzer als zuvor ist, hat man so für alles Nötige ausreichend Platz.

Das neue Mobiliar mit eleganten Rundungen statt vormals eckiger Kanten findet eine geschmackvolle Balance zwischen Modernität und Gediegenheit. Zwei Holzdekore stehen künftig zur Auswahl.

Bekannte Einrichtungsideen garniert der B DL mit ein paar cleveren neuen. Dazu zählt unter anderem das Hubbett, das umgebaut zwei Längseinzelliegen ergibt. Leider ist die Option nicht kombinierbar mit der gemütlichen L-Bank samt frei stehendem Tisch. Doch wie bei den festen Betten im Heck dienen auch vorn Tellerfedern der bequemen Unterfederung.

Mehr Komfort verspricht auch die separate Temperaturregelung von hinterem Schlafzimmer und Wohnraum. Bestellt der Kunde eine Warmwasserheizung, hat auch das Bad ein Extra-Thermostat.

Und wie soll man den Neuen nun einordnen? Zumindest preislich sortiert sich der B DL unter der aktuellen B-Klasse ein. Ab 76 990 Euro geht es los. Doch anlässlich hochwertigerer Machart und vieler Verbesserungen scheinen deren Tage gezählt. Wir sollten den B DL wohl nicht als den, sondern eher als einen der Nachfolger der B-Klasse betrachten.

Vier Modelle zum Auftakt

Mit vier Grundrissen startet der Hymer B DL. Darunter sind Klassiker mit Längseinzelbetten wie der gezeigte 588 und der 7,49 Meter lange 678, der sein Längenplus von 50 Zentimetern in ein geräumiges Raumbad und einen Zusatzsitz auf der rechten Seite ummünzt. Daneben legt Hymer zwei kompakte Varianten mit 5,99 Meter Länge auf, etwa den B 504 DL mit einem schmalen Querbett im Heck. Eine neuartige Raumaufteilung zeigt dagegen der B 444 DL, der vornehmlich für zwei Personen konzipiert ist. Sein Grundriss überrascht mit einer sehr großen Küche, deren Arbeitsplatte fast den kompletten Heckbereich einnimmt. Geschlafen wird im Hubbett.

Bedien-Ideen und Technik-Highlights

Design ist nicht alles. Auch für die Bedienfreundlichkeit hat Hymer einiges getan. Viele Funktionen sind über Schalter im Armaturenbrett vom Fahrerplatz aus bedienbar. Dazu gehören der elektrische Abwasserschieber (beim Fahren inaktiv) und die Rückfahrkamera zum Rangieren oder als Rückspiegelersatz. Klasse ist die Service-Kamera, mit der man ohne Einweiser punktgenau über den Bodeneinlass rangieren kann. 1290 Euro kostet das Kamera-Paket, mit Doppel-DIN-Navi 2990 Euro. Optional gibt es einen Auszug für die Gasflaschen, die serienmäßig von der Garage aus zugänglich sind. Praktisch ist auch die DSP-Box, die das Radio im Stand automatisch auf den Bordakku umstellt und ermöglicht, unabhängig voneinander Musik zu hören und fernzusehen. Vorn kommt nun auch ein 22-Zoll-Bildschirm unter. Das Powerpaket (2190 Euro) enthält drei Bordakkus inklusive Wechselrichter und zusätzlichen Steckdosen.

Infos zum Integrierten Hymer B 588  DL

Preis: ab 82.990 Euro
Basis: Fiat Ducato, Alko-Tiefrahmen, Vorderradantrieb, ab 96 kW/130 PS
Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge/Breite/Höhe: 6990/2220/2960 mm
Empfohlene Personenzahl: 2–4
Baureihe: Schmaler und leichter als die B-Klasse ist der neue B DL, dazu hochwertiger aufgebaut und besser ausgestattet. Die neue Modellreihe geht zunächst mit vier Grundrissen zwischen 5,99 und 7,49 Meter Länge ab Sommer 2016 in den Handel.
Info: www.hymer.com

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Uli Regenscheidt

Datum

17. April 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 04/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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