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Mit enormem Entwicklungsaufwand hat Hymer wieder eine NEUE B-KLASSE auf die Räder gestellt. 36 Bilder Video Zoom

Hymer B 588 DL im Supercheck (2016): Hymer B-Klasse Dynamic Line im Test

Mit enormem Entwicklungsaufwand hat Hymer wieder eine neue B-Klasse auf die Räder gestellt. Kann die zunächst als schmalere Dynamic Line verfügbare Baureihe im Supercheck überzeugen?

Gut zwei Jahre sind seit dem letzten Supercheck einer Hymer B-Klasse mittlerweile vergangen. Ende 2013 stellte sich der Integrierte als Hymer B 514 dem größten Test in promobil — frisch renoviert mit überarbeiteter Front, verbesserter Aufbautechnik und erweiterter Serienausstattung. Die Neuerungen sollten das Traditionsmodell angesichts der gewachsenen Konkurrenz wieder auf die Erfolgsspur bringen. Fazit damals: Die B-Klasse hat deutlich dazugewonnen — trotz aller Leichtbaumaßnahmen aber auch an Gewicht.

Nur wenige Monate nach dem Test lief in Bad Waldsee bereits die Entwicklung für einen Nachfolger an, der zugleich auch Vorreiter einer komplett neuen Integrierten-Generation sein soll. Für die B-Klasse Dynamic Line hat Hymer enormen Aufwand betrieben. Im Fokus standen der Leichtbau und ein moderneres Design. Der Aufbau erhält zudem Sandwichwände, die erstmals auch innen mit Aluminium beplankt sind — eine Maßnahme, die man künftig auf weitere Baureihen übertragen will.

Zum Supercheck rollt die neue B-Klasse in der schmalen Dynamic Line mit dem sieben Meter langen Längsbetten-Grundriss an. Und wie schon im Jahr 2013 stellt sich die Frage: Kann die neue B-Klasse wieder zum Klassen-Primus werden?

Kurzinfo zur Hymer B-Klasse Dynamic Line

Gurte/Schlafplätze: 4/2+2
Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg
Länge/Breite/Höhe: 6,99/2,22/2,96 m
Grundpreis ab 82.990 Euro

Wohnen

Hymer-Kenner entdecken beim Betrachten der Bilder bekannte Raumkonzepte: Die Aufteilung des B 588 DL ist mit dem ebenfalls schmalen Exsis-i 588 nahe verwandt. Doch darüber hinaus haben die beiden wenig gemein. Der knapp 20 Zentimeter höhere Aufbau des B-DL schafft ein besseres Raumgefühl, mehr Stauraum und zudem Platz für einen praktischen Doppelboden.

Die Sitzgruppe mit L-Sitzbank ist offen und einladend gestaltet und dank der bequemen Polster ein gemütlicher Ort zum Verweilen. Dabei gibt es auch was fürs Auge: Die mit Holzdekor und hellen Flächen gestalteten, unten abgerundeten Hängeschränke und der Küchenblock sind elegant und nicht mehr so rustikal wie in älteren Modellen. Schön anzusehen sind auch der fließende Übergang zum Hubbett und die Verschmelzung des Ausbaus mit dem Fahrerhaus. Die optionale Ambientebeleuchtung rückt das Mobiliar zusätzlich in ein stimmungsvolles Licht. Kurzum, der eher konservative Hymer-Look wurde auf ansprechende Art und Weise modernisiert — darin sind wir uns in der Redaktion alle einig.

Dass der Testwagen dennoch einige Punkte in diesem Kapitel liegen lässt, hat seine Ursachen unter anderem in der mäßigen Einbindung des Beifahrersitzes an den frei stehenden Tisch. Dessen Platte kann zwar in Quer- und Längsrichtung verschoben werden, vergrößern lässt sie sich aber nicht. Wer mehr Platz braucht, kann die optional verfügbare Lounge-Sitzgruppe mit wandseitig angeschlagenem Tisch samt Erweiterungsplatte wählen. Der Wunsch nach einem weiteren Sitzplatz oder Hocker gegenüber bleibt aber unerfüllt: Den gibt es nur im großen B 678 DL oder im kurzen B 444 DL.

Die Küche wurde zwar neu konstruiert, dabei aber bei Ausstattung und Größe kaum verändert. Sie bietet daher die bekannten Stärken und Schwächen. Erstere finden sich in der guten Ausstattung mit Dreiflammkocher, tiefer Spüle und großem Kühlschrank (160 Liter als Option) sowie den zahlreichen, gut nutzbaren Verstaumöglichkeiten in den Schränken und Schubladen. Letztere liegen nach wie vor in der knapp bemessenen Arbeitsfläche, die aber immerhin mit einem klappbaren Verlängerungsbrett erweitert werden kann. Eine grundsätzlich gelungene Verarbeitung und Materialwahl ist an Details wie den neuen Aluminium-Griffen, den stabilen Beschlägen und den gedämpften Endeinzügen zu erkennen.

Der 20 Zentimeter hohe Doppelboden bringt neben der stufenlosen Lauffläche und den zusätzlichen Staufächern auch im Bad einen positiven Effekt: Der Stehbereich in der Dusche, die sich durch Plexiglas-Paravents abteilen lässt, wird nicht mehr vom Radkasten eingeschränkt. Die Ausstattung mit dem großen Mineralwerkstoff-Waschbecken, Banktoilette, Schränken und Handtuchhaken ist gewohnt gut nutzbar.

Überzeugen kann auch der Schlafkomfort in Einzelbetten und Hubbett, die jeweils serienmäßig mit bequemen Matratzen auf Tellerfedern ausgestattet sind. Allerdings bleibt selbst die längere Einzelliege unter einer Länge von zwei Metern. Das Hubbett quer zur Fahrtrichtung ist konzeptbedingt noch kürzer; hier schafft eine praktische neue Option Abhilfe. Auf Wunsch entstehen zwei weitere Einzelbetten.

Technik

Im Technik-Kapitel kann die neue B-Klasse nun noch mehr auftrumpfen. Das liegt nicht zuletzt am neuen Aufbau mit Alu-Alu-Sandwich-Bauweise, die im Vergleich zur bislang verwendeten Technik mit Sperrholz-Innenwand für planere Flächen und eine erhöhte Steifigkeit sorgt. Komplettiert wird der Aufbau von einem Boden mit GfK-Unterseite und XPS-Isolierung sowie einem serienmäßig mit GfK beschichteten Dach. Die umgebogenen Dach- und Heckwandkanten machen Eckprofile wie gewohnt überflüssig. Neben den Alu-Rahmenfenstern mit Kassettenrollos sind Dachhauben über den Heckbetten und im Bad sowie ein Panorama-Dachfenster mit vier integrierten LED-Strahlern serienmäßig an Bord.

An der Beleuchtung gibt es nur wenig zu mäkeln. Wirklich schummrige Ecken gibt es im Innenraum nicht, lediglich zum Lesen an der Sitzgruppe und im Bad spuckt das Messgerät nur durchschnittliche Werte aus, alle weiteren Bereiche sind ausgesprochen hell beleuchtet. An dieser Stelle sei außerdem noch auf die neu entwickelten Scheinwerfer hingewiesen, die nicht nur moderner aussehen, sondern jetzt auch technisch mit einem LED-Tagfahrlicht oder der Voll-LED-Option auf dem neuesten Stand sind.

Die Bordtechnik ist teilweise in den Doppelboden integriert, die Tanks für Frisch- und Abwasser liegen serienmäßig in isolierten und beheizten Wannen, die allerdings tief hinunter in Richtung Asphalt ragen. Die Heizung in der Sitztruhe bringt den Innenraum rasch auf Temperatur. Neben ihr finden bis zu drei 95-Ah-Batterien sowie das 18-A-Ladegerät ihren Platz. Gegen Aufpreis lässt sich die Frontscheibe mit einem elektrischen Rollladen inklusive Sichtschutzplissee ausrüsten. Auch ein 22-Zoll-TV findet sich in der Optionsliste. Der ist zwar teuer (1240 Euro), kommt dafür aber mit einer DSP-Box, die automatisch zwischen den Audiosignalen von Fernseher und Musikanlage wechselt. Empfehlenswert ist das Infotainmentsystem mit Rückfahrkamera inklusive Rückspiegelfunktion und der neuartigen Servicekamera, mit der sich das Fahrzeug zielgenau über einen Entsorgungsschacht manövrieren lässt. Geöffnet wird das Ablaufrohr dann elektrisch per Schalter.

Fahren

Die Fahrwerte zeigen: Mit dem 148-PS-Diesel ist der B 588 DL mehr als ausreichend motorisiert. Er bringt den über drei Tonnen schweren Integrierten zügig auf Trab, beschert ihm darüber hinaus gute Elastizitätswerte und bleibt beim Verbrauch recht genügsam. Wer die 1290 Euro Aufpreis lieber sparen möchte, darf auch mit dem serienmäßigen 130-PS-Diesel angemessene Fahrwerte erwarten. Bei der Verzögerung liefert der Testwagen nur durchschnittliche Werte, war während des Tests allerdings auch auf Winterreifen unterwegs.

Der guten Geräuschdämmung des Motors stehen ab Tempo 100 aufdringlicher werdende Windgeräusche vermutlich von den Außenspiegeln gegenüber. Zudem macht das Cockpit bei niedrigen Drehzahlen mit Vibrationen auf sich aufmerksam. Vom Ausbau ist während der Fahrt dagegen kaum etwas zu hören, es sei denn, das straffe, aber selten unkomfortabel federnde Fahrwerk bekommt es mit sehr holprigen Wegen zu tun. Lenkung und Schaltgetriebe arbeiten wie gewohnt zielgenau. Die geringe Außenbreite und der etwas kürzere Radstand von 3,90 Metern sorgen für ein angenehm handliches Fahrverhalten. Dem Fahrkomfort kommt zudem die ausgeglichene Gewichtsverteilung zugute. Bei der Spurrinnen- und Seitenwindempfindlichkeit sind keine Auffälligkeiten festzustellen.

Preise

Dass der neue Hymer-Integrierte kein Schnäppchen werden würde, ließ sich bereits aufgrund seines enormen Entwicklungsaufwands erahnen. Im Grundpreis inbegriffen ist allerdings eine recht üppige Serienausstattung, dazu sollte aber das obligatorische Komfortpaket addiert werden. Empfehlenswert sind zudem die elektrische Trittstufe an der Fahrertür und das Kamerapaket mit Rückfahr- und Servicekamera. Für Wintercamper gibt es das Arktis-Paket mit Warmwasserheizung und Isolierverglasung.

Grundpreis: 82.990 Euro
(Fiat Ducato 35 L, Motor 96 kW/130 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II
Testwagenpreis: 95.985 Euro
✘ Turbodiesel 109 kW/148 PS: 1.290 Euro
✘ ABS/ASR/ESP/Fahrer-/Beifahrer-Airbag: Serie
Auflastung 3,85 t zGG: 250 Euro
✘ Komfortpaket: Klimaanlage, Tempomat, Vorderachs-Auflastung, Fahrertür mit Fensterheber, Fliegenschutztür, 160-L-Kühlschr. (77 kg) ✔    3990 Euro
✘ Designpaket: Hochglanz-Kühlergrill mit Chrom-Zierstreifen, 16-Zoll-Räder (20 kg)✔    1690 Euro
✘ Elektrischer Rollladen an der Frontscheibe inklusive Sichtschutzplissee (16 kg) ✔    1595 Euro
✘ 22-Zoll-LED-TV mit DVD-Laufwerk, Bluetooth-Multimediasystem (12 kg)    1240 Euro
✘ Aufbautür mit Fenster ✔ (15 kg)    395 Euro
Kamera-Paket: Monitor, Rückfahrkamera, Servicekamera ✔ (1 kg) 1290 Euro

Kosten und Service

  • Kfz-Steuer (3,5 t zGG, S4): 240 Euro
  • Haftpflicht/Vollkasko (500 Euro SB, Tarif Allianz): 565/1936 Euro
  • Dichtigkeitsgarantie/Kontrolle: 72/12 Monate
  • Servicestellen in Deutschland/Europa: 60/280

✘im Testwagen enthalten; ✔empfehlenswert

Beladungstipps für die Hymer B-Klasse 588 DL

Beladen

Die recht üppige Aufbauhöhe von 2,96 Metern schafft im B 588 DL eine gute Stauraumsituation. Der Doppelboden beherbergt zwei große und beheizte Kellerfächer. Außen gibt es ein weiteres Fach, das Hymer für Nivellierkeile oder Elektrokabel vorgesehen hat. Es ist das einzige Außenfach und — im Vergleich zu Konkurrenten — nicht gerade groß. Auf der linken Seite gibt es noch eine Serviceklappe, die nicht nur als Zugang zur Bordtechnik, sondern auch zum Beladen des Fußraums in der Sitzgruppe dienen kann.

Über zwei serienmäßige, große Türen ist auch die Heckgarage gut zugänglich. Die Tragfähigkeit des mit GfK beschichteten Bodens kann von 350 optional noch auf 450 Kilogramm erhöht werden. Beleuchtung, Verzurrösen und einige kleinere Ablagen zählen zum Serienumfang. Empfehlenswert ist die Investition in den optionalen Auszugsschlitten für die Gasflaschen (695 Euro), denn sie sind in der Garage, zumal wenn diese vollgestellt ist, nur mühevoll zu tauschen.

Im Innenraum gibt es reichlich Verstaumöglichkeiten. Die Kombination aus dem raumhohen sowie dem zweiten Kleiderschrank unter dem Fußende des rechten Betts hat sich schon im Exsis-t bewährt, ebenso der Schmutzwäschesammler in der oberen Treppenstufe. Weitere Staufächer finden sich unter dem linken Bett und in fünf Hängeschränken im Heck sowie einem über der Sitzgruppe. Hier mangelt es jedoch an offenen Ablagen für Kleinkram. Ein Auge sollten Reisende dabei aber stets auf die Zuladung haben, die auch beim neuen B-DL nicht besonders üppig ist. Wer regelmäßig zu viert unterwegs ist, wählt besser gleich eine der optionalen Auflastungsmöglichkeiten.

Beladungstipps

Der Testwagen fuhr mit rund 150 Kilo an Extras sowie voll befüllten Wasser- und Treibstofftanks auf die Waage. Ergebnis: An der Vorderachse fällt die Zuladung dank der optionalen Auflastung angemessen, im Gesamten aber ziemlich knapp aus. Für Reisen mit vier Personen ist die 3,85-Tonnen-Auflastung beziehungsweise das Maxi-Chassis nahezu unumgänglich.

Die Baureihe: Hymer B-Klasse DL

Preise: 78.790–87.990 Euro
Basis: Fiat Ducato
Länge: 5,99–7,49 m
Gesamtgewicht: ab 3.500 kg
Weitere Modelle: 3
Charakter: Die neue B-Klasse ist zunächst als Dynamic Line mit insgesamt vier Grundrissen erhältlich. Über dem getesteten Hymer B 588 DL rangiert das 7,49 Meter lange Einzelbetten-Modell B 678 DL mit großem Raumbad. Darunter stehen zwei kleinere, jeweils 5,99 Meter lange Modelle zur Auswahl. Der B 504 DL kommt mit einem hinten quer eingebauten Einzelbett, der B 444 DL mit einer großen Eckküche im Heck. Jeder Grundriss ist mit einer L-Sitzbank und einem, gegen Aufpreis elektrisch absenkbaren Hubbett ausgestattet. Die Einstiegsmotorisierung ist immer der 130-PS-Diesel.

Autor

Foto

Ingolf Pompe, Uli Regenscheidt (1)

Datum

6. Juli 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 06/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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