Alles über Hobby Van Exclusive
Hobby Van Exclusive DL 500 GESC 17 Bilder Zoom

Hobby Van Exclusive DL 500 im Test: Das schlanke Van-Modell Hobby Van Exclusive DL 500

Ein feines Händchen bei der Gestaltung seiner Teilintegrierten ist seit dem legendären 600er bei Hobby schon Tradition. Die schlanken Van-Modelle auf Ford Transit trugen diese Handschrift auch in das Segment der Kompaktmobile – besonders in der Exclusive- Version mit gebogenen Seitenwänden. Mit dem ersten Van-Modell auf Ducato übertrug Hobby dieses Konzept auf den moderneren Fiat, der mit seinem breiteren Fahrerhaus eine noch harmonischere Einheit mit dem Aufbau bildet.

Der Ducato macht sich gut unter der schnittigen Kabine. Das Ducato-Flachrahmenchassis hat mit der schicken Kabine wenig Mühe. Straßenlage und Fahrdynamik sind schon mit dem 130-PS-Serienmotor auf einem ansprechenden Niveau. Das Fahrzeug wirkt handlicher als es die nackten Abmessungen, mit fast sieben Meter Länge und 2,24 Meter Breite, erwarten lassen. Die Rundungen und fließenden Linien tragen dazu ihren Teil bei. Damit die Übersichtlichkeit auch beim Einparken gewährleistet ist, packt Hobby in das nahezu obligatorische All-Inklusive-Paket einfach ein Navi mit Rückfahrkamera bei – eine geschickte Strategie. Die Fahrerhausausstattung kann sich insgesamt sehen lassen. Zwei Airbags, Tempomat, CD-Radio und elektrische Helferlein für Fenster, Spiegel und Türverriegelung sind Serie. Packt man noch Klimaanlage und ESP dazu, ist man praktisch komplett. Die fließend gestreckte Formgebung zeigt auch Wirkung im Kraftstoffverbrauch. Mit 10,3 Liter pro 100 Kilometer absolvierte der Hobby Van die promobil-Vergleichsrunde recht sparsam.

Adrettes Ambiente und ein Platzangebot perfekt für zwei. Über zwei relativ hohe Stufen führt der Weg in die Wohnkabine. Als Erstes fällt der Blick auf die Sitzrunde, die mit Möbeln in aktueller Zweifarboptik, beleuchteten Deckenkränzen und einem Tisch mit ausschwenkbarer Verlängerungsplatte einzuladen weiß. Rutscht man rein in die Bank und zieht den Vorhang zurück, fällt der Blick durch ein ungewöhnliches Fenster: Es ist nicht nur gebogen wie die Seitenwände, sondern unten schräg geschnitten. Das gewährt dem Mitreisenden unterwegs einen ungewohnt großzügigen vertikalen Blickwinkel. Andererseits sorgt es aber dafür, dass die Wandbefestigungspunkte des wuchtigen Tischs sehr nah beieinanderliegen. Bei ungünstiger Belastung, insbesondere bei der Nutzung als Schlafunterlage, ist die Aufhängung so nicht stabil genug. Wer gelegentlich ein Zusatzbett für den Enkel braucht, findet eine bessere Lösung in der Verbindung der Einzelbetten im Heck. Zwei Zusatzpolster, ein Klappbrett und eine geschickt verstaute Einhängeleiter schaffen längs eine 1,55 Meter lange Zusatzliege oder ein üppiges Querbett. Paradox: Der Bettenzugang über die Einhängeleiter ist fast einfacher als der Aufstieg zu den Einzelbetten über die Treppe. Die Stufen sind nicht tief genug für einen bequemen Stand, und die Matratzenoberkante liegt mit 65 Zentimetern relativ hoch, zumindest für Kleingewachsene. Liegemaße, Kaltschaummatratze und Lattenrost versprechen guten Schlafkomfort, der sich durch eine punktelastische Unterfederung optional noch verbessern lässt. Gewöhnungsbedürftig ist die eher knappe Kopffreiheit unter den Hängeschränken. Bad und Küche wölben sich in der Fahrzeugmitte in den Gang, so dass nur Schlanke aneinander vorbeikommen. Dafür bietet der kompakte, etwas tiefer als übliche montierte Küchenblock vorn ein gutes Maß an Arbeits- und Abstellfläche. Kocher und Spüle rücken an die Wand. Eine größere und zwei kleinere Flammen erfreuen den Koch, das Fehlen einer Elektrozündung weniger. Links im Unterschrank findet sich ein für Hobby konfektionierter Thetford-Kühlschrank mit 115 Liter Volumen und vielseitigen Ablagen in der Tür. Rechter Hand bieten sich drei Schubladen für Besteck und Kochutensilien an. Spüle und Radkasten verhindern jedoch, dass auch die obere und untere die erwartete Tiefe erreichen. Die beiden Hängeschränke vergrößern den Stauraum auf ein brauchbares Maß. Kleine Helfer, wie Gewürzbord oder Küchenrollenhalter, sucht man jedoch vergeblich. Ein kleiner Eckschrank mit Müllbeutelhalter findet sich gegenüber. Eine solide Tür mit Klinke führt in den Sanitärraum. Dabei muss eine 18 Zentimeter hohe Stufe überwunden werden. Ein größeres Problem mit der Stehhöhe gibt es trotzdem nicht, da eine runde Dachhaube die Kopffreiheit ausgleicht. Geschickt sind in deren Rahmen die Schienen für die gerundeten Duschtüren eingelassen. Die entstehende Kabine bietet eine angemessene Ellenbogenfreiheit. Nur im Fußbereich stört der Absatz in der Bodenwanne wegen des Radkastens ein wenig. Zwei Hängeschränke und ein größeres Fach im Waschtisch bieten vergleichsweise viel Stauraum. Die ansprechende Gestaltung mit Acrylglas, Chrom und Spiegelflächen bedarf in der Praxis einer pflegenden Hand.

Zuladung und Stauraum reichen gut für zwei Reisende aus. Mit dem 3,5-Tonnen-Chassis bleiben dem realistisch ausgestatteten Testwagen noch 450 Kilo Zuladung. Damit können reisende Paare in der Regel gut auskommen. Bei speziellen Transportaufgaben wie einem Motorroller gilt es, Hinterachszuladung und Fahrverhalten im Auge zu behalten. Die Heckgarage ist für zwei Fahrräder oder anderes Sperrgepäck gut vorbereitet. Zwei Zurrschienen unten und eine oben machen die Ladungssicherung leicht. So können beispielsweise Campingmöbel platzsparend an der Heckwand verzurrt werden. Fünf Fächer an der Vorderwand nehmen etwa Auffahrkeile auf. In der Phalanx der 13 Hängeschränke ist für Wäsche und Reiselektüre genügend Platz. Dazu kommen die zwei Kleiderschränke unter den Einzelbetten, in die Regalböden fest eingebaut sind. Besser wäre hier eine variable Einteilung, um bei Bedarf mehr Bügelware unterzubringen. Offene Ablagen über dem Fahrerhaus und eine kleine Schublade etwa für Schuhe rechts vom Einstieg ergänzen das Angebot.

Aufbau- und Bordtechnik bieten einige Hobby-Besonderheiten. Das Panoramafenster in der eleganten Cockpithutze ist bündig eingelassen und vermeidet so Windgeräusche – im Gegensatz zum Mini-Heki, das dahinter folgt. Von den gebogenen Seitenwänden und schrägen Fenstern war bereits die Rede – trotz der extravaganten Formgebung steckt dahinter eher gängige Technik. Die Scheiben sind vorgehängt und die Sandwich-Platten vom Alu-Styropor-Sperrholz-Typ. In Sachen Holzunterboden macht man sich bei Hobby indes Gedanken über Alternativen. Im Testwagen wurde ein Bodenaufbau mit grauer Kunststoff-Unterseite verwendet. Ab nächster Saison soll ein besser zu verarbeitendes beschichtetes Sperrholz zum Einsatz kommen. Besonderheit der Bordtechnik ist der serienmäßige 3 M Wasserfilter, der pro Saison jedoch den Einsatz einer neuen Kartusche (etwa 70 Euro) erfordert. Ohne Aufpreis ist auch der Abwassertank isoliert und beheizt. Bis ins Cockpit reicht der heiße Atem der Truma Combi 4, die im linken Bettkasten eingebaut ist – das rechte Bett bleibt relativ kalt. Ziemlich umfangreich ist die Lampenausstattung des Hobby Van. Ob Halogen- oder LED-Spots, direkt oder indirekt, fast überall lässt sich das passende Licht anknipsen. Am Displaykontrollbord vermisst man lediglich eine Füllstandsanzeige des Abwassertanks.
Komfortausstattung bereits zum erweiterten Grundpreis. Rechnet man das All-Inklusive- Paket gleich mit ein, das als größte Posten die integrierte Markise und das Navi mit Rückfahrkamera enthält, bleiben kaum noch Wünsche offen. Dann klettert der Preis aber auch schon deutlich über 55 000 Euro. Wem das zu viel ist, der findet im TL 500 auf Ford Transit eine rund 5000 Euro günstigere Alternative.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Konstantin Tschovikov

Datum

28. April 2010
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