Alles über Hobby Siesta
Supercheck: Hobby Siesta T 65 HFL 30 Bilder Video Zoom

Hobby Siesta T 65 HFL im Test: Mehr Licht als Schatten

Hobby hat die Siesta-Baureihe komplett neu entwickelt, mit neuem Design, neuem Basisfahrzeug und neuer Technik. Der Preis bleibt fast gleich. Nach wie vor soll der Siesta ein faires Angebot sein.

Auf der Sonnenseite des Lebens nimmt man doch gerne Platz. Und im Urlaub stehen die Chancen dafür doppelt gut. Eine Schatten spendende Markise ist Wohnmobilfahrern im Sommer dabei durchaus willkommen. Wenn die sinnbildlichen Schattenseiten eines Reisemobils hingegen überwiegen, ist man verständlicherweise enttäuscht. Bleibt die Frage: Was kann man von einem Einsteigermobil wie dem Hobby Siesta T 65 HFL erwarten?

Laut Preisliste zunächst einmal einen Aufbau mit stattlichen 6,99 Meter Länge sowie vier Schlaf- und Gurtplätze. Zum zurückhaltenden Grundpreis von rund 47.000 Euro garniert mit allem, was ein Reisemobil zu einem echten Zuhause auf Rädern macht. Schauen wir doch mal, wie gut das Wohlfühlen auf Reisen tatsächlich klappt.

Sitzen & Schlafen

Als wolle der Hobby Siesta T 65 HFL seinem Namen Ehre machen, macht sich im Bug die Sitzgruppe in schöner Großzügigkeit breit. Fünf bis sechs Menschen finden hier Platz. Selbst wer nur zu zweit unterwegs ist, genießt die breiten Rückbänke in Längs- und Querrichtung und den geradezu riesigen Tisch. Dies umso mehr, als sich der Boden bis zur Kante hinter dem Fahrerhaus ohne Stufe ausbreitet und man trotz Hubbett auch bis 1,82 Meter Körpergröße noch aufrecht stehen und gehen kann.

Auf den Vordersitzen, die deutlich höher liegen als die hinteren, suchen die Füße allerdings vergeblich Bodenkontakt. Und der Tisch, den man zur Sicherheit Mitreisender beim Fahren abbauen sollte, ist immens schwer; das Hantieren damit ist mühselig.

Umso einfacher lässt sich das Hubbett absenken, nachdem man die Lehne der Seitenbank umgelegt hat. Es schwenkt in leichtem Bogen herab. Die Einstiegstür bleibt frei - auch ohne die oft übliche Verjüngung am Fußende: Die Liegefläche beschreibt ein fast perfektes Rechteck und reicht gut für zwei, die mit den straffen Matratzen zurechtkommen.

Eine Leiter hilft beim Aufstieg. Zwei Gurte halten das Bett in der oberen Position. Auf holprigen Straßen wünscht man sich mehr. Was kein Problem wäre, denn für die Schutznetze auf beiden Seiten gibt es ohnehin vier Schnallen.

Die abgeschrägte Liegefläche im Heck des Hobby Siesta T 65 HFL weitet sich in Schulterhöhe auf komfortable 1,40 Meter Breite. Auch große Zweibeiner kommen hier klar. Die Matratzen sind dicker als vorn, jedoch ähnlich straff. Schade auch, dass sich die etwas steifen Bezüge nicht abnehmen lassen. Von der Seite ist das Bett gut zugänglich; von vorn hingegen liegt der Einstieg zu hoch, da der Heckbereich auf einem Podest ruht. Die zwei Lesespots lassen sich individuell ausrichten. Angenehm, wenn der Nachbar schon auf Traumreise geht.

Bad & Küche

Wie bei vielen Längsbett-Grundrissen üblich, erstreckt sich auch im Hobby Siesta T 65 HFL neben der Liege ein lang gezogener Sanitärraum. Das Raumgefühl im Hobby-Bad ist in alle Richtungen zufriedenstellend. Zusätzlich sorgen große Spiegelflächen für optische Weite. Auch mit Stauraum geizt das Bad nicht, und kleine Utensilien wie Schminksachen, Wattestäbchen oder Ähnliches sind in einem Eckregal mit Kunststoff-Bechern übersichtlich und jederzeit griffbereit verstaut.

Trotzdem gibt es Verbesserungspotenzial. Eine Banktoilette an der Heckwand - statt der mitten im Raum stehenden drehbaren Schüssel - ließe sich nicht nur besser reinigen, sondern böte vor allem beim Duschen mehr Bewegungsfreiheit. Der Wasserhahn ragt hierbei weit in den Aktionsradius. Der Kniff mit dem nach hinten verschiebbaren Waschbecken ist allerdings clever.

Die nur mit einem Vorhang abgetrennte Dusche wirkt dennoch etwas improvisiert. Außerdem macht die Duschtasse besonders im vorderen Bereich einen etwas zu nachgiebigen Eindruck.

Wer im Urlaub gern kocht, kommt im Hobby Siesta T 65 HFL durchaus auf seine Kosten. In Winkelform ist die große Küche ergonomisch günstig angeordnet. Zwischen der Spüle und dem elektrisch zündenden Dreiflammkocher bleibt ein passables Stück Arbeitsfläche. Platz wäre hier auch für eine solidere Auftisch-Armatur, unter die selbst höhere Töpfe passten. Hobby integriert den Wasserhahn jedoch in die Spüle, so dass er ebenfalls unter der Abdeckung verschwindet. Eine saubere Rundum-Verfugung der Küchenplatte nimmt Unfällen, bei denen Wasser im Spiel ist, ihren Schrecken.

Zwei 230-Volt-Steckdosen stehen zur Verfügung. Gewöhnungsbedürftig ist die Beleuchtung, denn Lichtschalter sucht man an der Küche selbst vergeblich. Stattdessen findet man diese neben der Eingangstür. Dampf und Dunst entweichen über Fenster in der Seitenwand und im Dach; am besten lässt man beide beim Kochen geöffnet. Stauraum ist trotz voluminöser, unterteilter Hängeschränke überraschend knapp, weil der Gaskasten weit in den Küchenblock hineinragt. Dagegen bietet der schlanke Kühlschrank mit seiner praktischen Einteilung und den vielen Türfächern jede Menge Platz für gekühlte Getränke, Gemüse, Wurst und Käse und ein kleines Eis zum Nachtisch.

Stauraum & Zuladung

Über einen Mangel an Platz für Kleidung im Hobby Siesta T 65 HFL wird sich wohl niemand beklagen. Wer zu zweit unterwegs ist, muss erst nach Wochen die nächste Waschmaschine ansteuern. Für ein, zwei Zusatzpassagiere gibt es ebenfalls Reserven. Am Kleiderschrank dürften sich auch weit längere Mobile ein Beispiel nehmen. Selbst die Hängeschränke unter dem Hubbett sind relativ groß, ohne dass die Kopffreiheit auf den Bänken eingeschränkt würde. In den Dachstaukästen rund um das Heckbett wären allerdings ein paar zusätzliche vertikale Unterteilungen sinnvoll. Vorn ergänzen offene Ablagen und eine Schublade für Schuhe das Stauraumangebot.

Viel Platz findet sich auch für Campingmöbel, Kabeltrommel, Auffahrkeile und dergleichen, für die Sachen also, die nötig sind, um sich’s im Schatten der Markise so richtig gemütlich zu machen. Erstaunlich hoch fällt für diese Art von Grundriss der Außenstauraum im Bettkasten aus. Die große Klappe erleichtert das Beladen. Obwohl sich ein Teil des Lattenrosts nach oben klappen lässt, kommt man vom Innenraum aus nicht besonders gut an die tief liegende Fracht. Auch deshalb, weil man selbst gleichzeitig den Rost halten muss. Ein Aufsteller fehlt ebenso wie eine Lampe. Immerhin existieren sogar Zurrschienen, um das Ladegut gegen Verrutschen zu sichern.

Die Gesamtzuladung ist, wie im Schema rechts übersichtlich dargestellt, nur durchschnittlich. Auffallend gut gelungen ist Hobby jedoch die gleichmäßige Lastverteilung. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt eine der angebotenen Auflastungsmöglichkeiten. Ansonsten sollte man sich entweder beim mitgenommenen Gepäck oder bei der Wahl der Extras zurückhalten. Denn der lange Aufbau und das Hubbett des Hobby Siesta T 65 HFL fordern auf der Waage schonungslos ihren Tribut.

Aufbau & Bordtechnik

Die Aufbautechnik darf für die Preisklasse als fortschrittlich gelten. Unempfindliches GfK an Dach und Boden ist noch nicht bei allen Herstellern Standard. Ebenso wenig eine Dämmung aus druckfestem und geschlossenzelligem XPS-Schaum, mit der Hobby seine bemerkenswerte Bodenkonstruktion isoliert.

In der 6,5 Zentimeter dicken Sandwich-Platte sind auch Warmluftrohre integriert, was im Winter Schutz gegen kalte Füße verspricht. Vorgehängte Fenster bleiben dem Siesta wie einfaches Styropor in Dach und Wänden als typische Merkmale der Günstigklasse erhalten.

Die Verarbeitung des Aufbaus des Hobby Siesta T 65 HFL sowie die Verlegung von Leitungen und Kabeln kann sich sehen lassen. Umso störender fällt jedoch die fehlende Dichtnaht zwischen der Frontscheibe und der GfK-Haube über dem Fahrerhaus ins Auge.

Während Wasser- und Heizungsanlage klassenüblich sind, geht Hobby bei der Elektrik mit der Steuerung der LED-Lampen einen eigenen Weg – mit Vor- und Nachteilen. Einerseits ist es praktisch, auch vom Bett aus das Licht vorn ausschalten zu können, andererseits umständlich, wenn man für mehr Licht an der Sitzgruppe aufstehen und zur zentralen Steuereinheit im Einstieg gehen muss. Unbestritten nützlich ist der Batteriecomputer, der detailliert über den Ladezustand der Akkus informiert.

Fahren & Sicherheit

Beim Fahren macht der Hobby Siesta wenig anders als andere Wohnmobile auf Fiat Ducato. Mit dem optionalen 130-PS-Motor kommt man ausreichend flott ans Ziel. Der lange Radstand sorgt für einen stabilen Geradeauslauf; ein wendiges Reisemobil darf man, auch angesichts der Länge, nicht erwarten. Die Lenkung ist direkt, die Schaltung etwas knorpelig. Die Geräusche halten sich zurück, nur auf Schlechtwegen meldet sich das allzu bewegliche Hubbett. Keine Empfehlung erhält das Pioneer-Radio, das durch umständliche Bedienung nervt und permanent unaufgefordert dazwischenquatscht.

ESP und Beifahrer-Airbag bieten andere Hersteller mittlerweile auch ohne Aufpreis an. Ansonsten lässt sich der Siesta bei der Sicherheit wenig vorwerfen. Breite und hohe Absturzsicherungsnetze am Hubbett, ein FI-Stromschutzschalter im Kleiderschrank – das ist in Ordnung.

Ausstattung & Preise

Auch wenn der neue Hobby Siesta T 65 HFL nicht ganz das niedrige Preisniveau von Sunlight, Carado oder anderen Wettbewerbern erreicht, darf man ihn als faires Angebot betrachten. Schließlich bietet er einige Besonderheiten, die nur den Hobby auszeichnen. Bei Vollausstattung kommt ein hübsches Sümmchen zusammen. Beim Testwagen für 61.832 Euro waren allerdings bereits ein Sat-Anlage und ein Fernseher an Bord. Wer erstmal günstiger durchstarten will, kann diese später auch nachrüsten lassen.

Für die meisten Kunden dürfte der 130 Multijet und das Chassis-Paket zu den Standard-Extras gehören. Auch im Starter-Paket kauft man allerlei sinnvolle Ausstattung günstiger dazu. Neben einem isolierten Abwassertank, der Fahrerhaus-Verdunkelung und anderem enthält es – wer hätte es gedacht – auch eine Markise. Wer auf der Sonnenseite des Lebens, aber trotzdem im Schatten Platz nehmen möchte, für den ist so ein auskurbelbarer UV-Schutz ja ohnehin geradezu unentbehrlich.

Die Baureihe: Hobby Siesta T

  • Preise: 43.160-47.160 Euro
  • Basis: Fiat Ducato
  • Länge: 6,24-7,19 m
  • Gesamtgewicht: 3500 kg
  • Modelle: Die neu entwickelte Baureihe umfasst sechs 2,34 Meter breite Teilintegrierte. Unter diesen ist der T 65 HFL das vorerst einzige Modell mit Hubbett. Zwei weitere besitzen ebenfalls ein Längsbett, das im T 70 GQ besonders breit ausfällt. Einzelbetten finden sich im T 65 GE, Querbetten im T 65 GF und im kurzen T 60 GQ.

Lichtcheck (angelehnt an DIN EN 12464-1)

Farbabstimmung auf zirka 4000 Kelvin

  • Mit 145 Lux ist es an der Sitzgruppe hell genug. Die vier LED-Lampen an der Hubbettunterseite sind außerdem dimmbar.
  • Mit rund 81 Lux verfehlt die Küche die Empfehlung der Norm (mind. 300 Lux) deutlich.
  • 104 Lux im Bad - das passt. Auf Gesichtshöhe ist es noch viel heller.
  • Die hellen Lesespots am Bett (616 und 690 Lux) lassen sich individuell ausrichten - angenehm.

Das fiel uns auf

+ Auf beiden Längsseiten des Hubbetts gibt es hohe, breite Netze als Schutz vorm Herausfallen.
+ Den dick isolierten Boden schützt eine GfK-Schicht. Optional ist der Abwassertank isoliert.
+ Ein Zusatzdisplay informiert unter anderem exakt über den Ladezustand der Batterien.
- Die Gasflaschen stehen hintereinander. Das macht den Tausch der leeren hinteren Flasche unnötig umständlich.
- Der schmale Duschvorhang schützt die übrige Einrichtung nur unzureichend. Auch der Spiegel duscht immer mit.

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Ingolf Pompe

Datum

13. November 2013
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