Hobby 700/750 FML Zoom

Test: Hobby 700/750 FML

Der Hobby 700 ist ein Unikum: flache Formgebung, drei Achsen, doppelter Boden und reichlich Platz für Freunde.

Auf dem schnelllebigen Reisemobilmarkt findet man Originale nicht eben häufig. Umso bemerkenswerter sind die Teilintegrierten von Hobby: Seit über 15 Jahren wird im hohen Norden eine Baureihe kultiviert, die nie zu den Platzhirschen zählte, aber stets Freunde und Bewunderer hatte wie kaum ein zweites Mobil. Der Hobby 600 schrieb Reisemobilgeschichte. Jüngste Kapitel: die 1996 präsentierte XXL Version, die auf den Namen 700 hört, und der zwei Jahre später in den kürzeren Modellen eingeführte Doppelboden. Zur Saison 2002 findet beides zusammen. Das Ergebnis: ein typischer Hobby. Auch der doppelbödige 700er strahlt jene Mischung aus Rundungen und Kanten, Klassik und Avantgarde aus, die nicht nur bei eingefleischten Fans bewundernde Blicke einbringt. Dass er mit XXLder Neuauflage einige Sicken verlor, ist sicher kein Nachteil. Bei der Funktionalität müssen Freunde der tonnenförmigen Aufbaukonstruktion aber nach wie vor Abstriche machen. Die ohnehin schmale Aufbautür öffnet nicht weit genug und lässt sich nicht arretieren. Große Passagiere stoßen sich leicht am niedrigen Türrahmen, Kleinere vermissen eine zusätzliche Trittstufe. Zu einfach gestaltet sich dagegen der unbefugte Einstieg durch die Fenster: Die Riegel haben keine Druckknopfsicherung.

Davon abgesehen hat Hobby seine Hausaufgaben in Sachen Sicherheit gemacht: Die Hängeschränke tragen nun solide Verschlüsse und selbst an der L-Bank des 700/750 FML finden zwei Mitreisende verstellbare Gurte und Kopfstützen. Der Gurtbock hat jetzt eine, wenn auch harte Polsterung. Eine wegklappbare Truhe sichert den nötigen Fußraum. Nach der Anreise dürfen Gäste hinzukommen. Nutzt man die Drehsitze im Fahrerhaus, können es sich sieben Erwachsene um den ovalen Tisch gemütlich machen. Und noch einen Vorteil hat die neue Sitzlandschaft des 750 FML: Wenn nötig entsteht hier quer zur Fahrtrichtung ein 1,60 Meter breites Bett. Ganz so traumhaft ist das hintere Bett nicht bemessen. 1,36 Meter Matratzenbreite sind für ein Längsbett dennoch ein ordentlicher Wert. Entsprechend schmal fällt nebenan das Bad aus. Bequem waschen kann man sich nur mit geöffneter Tür. Eng ist ebenso der Durchgang am WC vorbei zur separaten Dusche, die wiederum vernünftig bemessen wurde. Weitere Wünsche an die Bad-Entwickler: ein zweiter Ablauf in der Dusche, eine Dachhaube, eine hellere Beleuchtung und Fächer für Kleinkram. Stauraummangel kann man dem Hobby 700 insgesamt wahrlich nicht nachsagen. An Bord sind drei größtenteils nutzbare Sitztruhen, praktische Wäschefächer, ein breiter Kleiderschrank, ein riesiges Außenstaufach im Heck und zahlreiche Hängeschränke – die in dieser Preisklasse jedoch etwas besser ausgestattet sein dürften. Es fehlt an Schottwänden, und die Einlegeböden müssen ohne Rüttelkanten auskommen.

Außerdem schwenken die Klappen nicht weit genug auf. Dafür bietet der große Heckstauraum mehr als erwartet: lange und flache Gepäckstücke können über die gesamte Aufbaubreite durchgeladen werden. Probleme mit der Staukapazität kennt auch die Hobby- Küche nicht. Weitere Pluspunkte erschweren die Entscheidung, auswärts zu essen: die riesige Arbeitsfläche, der gegenüber in bequemer Höhe untergebrachte Kühlschrank oder die zwei Müllbehälter im Auszug darunter. Beim Spüldienst vermisst man allerdings eine Abtropffläche. Außerdem wünschen sich Großgewachsene den gesamten Küchenblock ein paar Zentimeter höher. Im äußersten Eck des Küchenwinkels hat Hobby Platz sparend die Heizung untergebracht. Für wichtige Wartungsarbeiten gibt es eine Außenklappe. Hier erreicht man nicht nur das Boilerventil, sondern ebenso die Bordbatterie, das Ladegerät, die Wasserpumpe und den Schieber für den Abwassertank – eine übersichtliche und praktische Sache. Von Warmluft umgeben, lagert die Wasseranlage inklusive Ablassschieber im relativ flachen Zwischenboden. Schwachpunkt im Wintereinsatz ist allein das Fahrerhaus. Der Vorhang rund um die unisolierten Fenster fällt dünn aus, ein Warmluftausströmer ist hier nicht vorgesehen. Die vorne installierten Isri- Sitze zeigen sich auf langen Strecken von bester Qualität. Wegen der starken Ausformung passen sie allerdings nur Fahrern mit nicht zu breitem Kreuz wie angegossen. Insgesamt gehören Fahrkomfort und -stabilität zu den Stärken des langen Dreiachsers. Auch mit der Zuladung gibt es keinerlei Probleme. Trotz subjektiv leichtfüßiger Fortbewegung gilt es jedoch, stets einen gigantischen Wendekreis von knapp 18 Metern einzukalkulieren. Ausstrahlung, nicht Perfektion machten eben schon immer den Reiz der Teilintegrierten von Hobby aus. Auch der neue 700er macht da trotz vieler sichtbarer Fortschritte keine Ausnahme.

Technische Daten (Stand: Dezember 2001)
Hersteller: Hobby
Modell: 700 /750 FML
Basisfahrzeug: Fiat Ducato Maxi
Typ: Teilintegrierter
Preis: ab 58600 EUR
Sitze mit Gurt: 4
Schlafplätze: 3
Zul. Gesamtgewicht: 4500 kg
Länge: 7920 mm
Breite: 2315 mm
Höhe: 2845 mm
Basismotor: Diesel
KW: 94
PS: 127
promobil Logo

Autor

Foto

Pankok/factum

Datum

1. Dezember 2001
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