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Test: Giottiline Genetics X 700

Die Freude daran, Neues zu schaffen, ist beim Giottiline Genetics X 700 Name und Programm.

Einer der meistumlagerten Stände auf dem letzten Caravan-Salon war eindeutig der von Giottiline. Der meteoritenhafte Einschlag des neuen italienischen Herstellers ist vor allem auf die atemberaubende Formgebung und die innovativen technischen Lösungen der vorgestellten Genetics-Modelle zurückzuführen. Ob die Praxis hält, was die Premiere versprach, klärt der europaweit erste Giottiline-Test am Beispiel des Modells Genetics X 700.
Eigentlich ist fast alles am X 700 besonders. Beim Aufbau beginnt es mit einem GfK-Alkoven, der sich ein gutes Stück weit ins Dach hineinzieht und auch die seitlichen Übergänge zwischen Fahrerhaus und Aufbau mit einbezieht – alles aus einem Stück. Ungewöhnlich auch, dass dieses Teil als allererstes mit dem Fahrerhaus verschraubt und verklebt wird, noch bevor Boden, Wände und Dach aufs Chassis kommen. Das Ergebnis ist eine Naht, die man fast mit der Lupe suchen muss. Auch am übrigen Aufbau sind Stöße und Fugen sehr sauber verarbeitet. Erst am aufgesetzten sechsteiligen Rahmen und Leuchtenträger am Heck erkennt man Toleranzen. Aber auch hier stören das Bild keinerlei Schraubenköpfe. Alles ist verdeckt befestigt.

Die Alublech-Seitenschürzen lassen sich im Falle eines Radwechsels oder bei Wartungsarbeiten an der Bordbatterie hochklappen, aber auch wenn die Ersatz-Toilettencassette herausgezogen werden soll. Dach und Wände biegen sich in einem durchgängigen Radius, ebenso Aufbautüren und -klappen sowie die Fenster. Das fügt sich zu einem sehr eleganten Gesamtbild. Die gebogenen Sandwichplatten tragen auf der Innenseite Aluminiumblech mit einer angenehm samtig wirkender Soft-Touch-Oberfläche. Ungewöhnlich ist zudem der fast 30 Zentimeter dicke Thermoboden, der die Installationen wie in Watte bettet. Wenig kältescheu zeigt sich der X 700 auch durch seine aufwendig installierte Alde-Warmwasserheizung mit zehn Konvektoren vom Alkoven bis in die Heckgarage. Verschwenderisch gibt er sich jedoch beim unterflur installierten Abwassertank, der zwar beheizt, aber nicht isoliert ist. Für die Nachtruhe bietet sich der geräumige und bequeme Alkoven an, der keinen Anlass zu Tadel gibt. Lediglich bei der Matratze aus einfachem Schaumstoff könnte man sich in dieser Preisklasse auch etwas Hochwertigeres vorstellen. Das gilt ebenso für die Stockbetten im Heck, die andererseits durch ihre komfortable Breite von 94 Zentimetern, aber noch mehr durch ihre Flexibilität hervorstechen. Beide Etagen lassen sich getrennt oder zusammen elektromotorisch stufenlos in der Höhe verstellen. Je nach Bedarf an Gepäckraum oder Bettenzahl lässt sich ein tiefes Einzelbett, Etagenbetten oder ein hohes Einzelbett mit Fahrradgarage einstellen.

Unerhört frech ist die Anordnung der Küche als Winkelzeile, die diagonal in den Raum hineinragt. Die Genetics-Genetiker kreuzen so Längs- und Winkelküche mit besonderer Ausprägung der Merkmale Arbeitsfläche, Stauraum und Bewegungsfreiheit. Hübsch und pflegeleicht präsentiert sich die Arbeitsplatte als ein einteiliges Edelstahlblech mit angeformter Riesenspüle. Edel geht es weiter mit der Besteckschublade, gefräst aus dem vollen Holzblock. Tellerklappern verhindert ein verstellbarer Halter, der sich in der Ecke in die Arbeitsplatte duckt. In den glattflächigen, mit echtem Eiche-Furnier bekleideten Schränken gibt es ein gutes Stauraumangebot, nicht nur in der Küche. Zwar finden sich nur zwei Hängeschränke über der Sitzgruppe, aber praktisch die ganze rechte Seite bildet eine einzige Schrankwand mit Unterschränken, Sideboards und Ablagen verschiedenster Art. Dazu kommt der Heckstauraum, der sich mit GfK-Bodenwanne und Verzurrhaken für schwere Ladegüter anbietet – die zwillingsbereifte Hinterachse trägt es gelassen. Kritisch ist die Gewichtssituation vorn. Giottiline umschifft eine Klippe durch Verwendung einer verstärkten Vorderachse, auf die tragfähigere Reifengröße 195/75 R 16 C verzichtet man dagegen – vorn links wird es darum knapp. Einfacher ist die Situation beim Gesamtgewicht. Die Auflastung auf 4,2 Tonnen ist reine Formsache – nur muss damit der unbändige Vorwärtsdrang des 166-PS-Motors (Aufpreis) bei Tempo 100 gezähmt werden.

Technische Daten (Stand: März 2006)
Hersteller: Giottiline
Modell: Giottiline Genetics X 700
Basisfahrzeug: Iveco Daily 35 C 14
Typ: Alkoven
Preis: ab 75710 EUR
Sitze mit Gurt: 4
Schlafplätze: 4
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 7380 mm
Breite: 2320 mm
Höhe: 3150 mm
Basismotor: Turbodiesel
KW: 100
PS: 136
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Autor

Datum

13. März 2006
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