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Test: Frankia-Heizung

Erster Test der von Eberspächer und Frankia entwickelten Polar-Heizung in der Kältekammer.

Draußen minus 15 Grad, doch drinnen von frostiger Stimmung keine Spur. Entspannt sitzen die Entwickler von Frankia und Eberspächer im gut sieben Meter langen Integrierten. Der erste Aufheizungstest der gemeinsam konzipierten Polar-Heizung ist störungsfrei überstanden. Was das Team zuvor nur von außen anhand der Messgeräte beobachten konnte, darf es nach Versuchsende auch ganz subjektiv genießen. Während in der Kältekammer eisige Temperaturen herrschen, hat sich der Frankia innen gleichmäßig erwärmt. Dabei war die gestellte Aufgabe eine harte Nuss. Innerhalb von nur vier Stunden sollte ein Temperaturunterschied von rund 35 Grad überwunden werden. Wie das Heizsystem die Aufgabe unter Laborbedingungen gemeistert hat, zeigt ein Blick auf die Messwerte (siehe Grafik oben rechts): Den schnellsten Temperaturanstieg registrieren die Sensoren in den äußeren Ecken des Hecks. Etwas langsamer heizt sich der großzügig verglaste Bug des Integrierten auf. Doch auch hier und in der Wagenmitte ist es beim zuvor auf minus 15 Grad ausgekühlten Fahrzeug nach vier Stunden schon über 30 Grad wärmer geworden.

Noch mehr Respekt nötigen die Werte ab, wenn man weiß, dass es sich bei der Polar-Heizung im Grundsatz um ein Warmwassersystem handelt, das prinzipbedingt träge arbeitet. Von der verbreiteten Alde-Anlage unterscheidet sich die Entwicklung von Frankia und Eberspächer in erster Linie durch den Brennstoff: Diesel statt Gas. Zwar nutzt man die bewährten Schläuche und Konvektoren der Alde-Technik, will aber durch Kraftstoffbetrieb den lästigen und oft problematischen Gasflaschenwechsel im Winterurlaub vermeiden – nicht überall sind die passenden Flaschen verfügbar. Konsequent daher, dass die Eberspächer Hydronic auch für warmes Wasser sorgt. In den Heizkreislauf integrierte man einen Boiler, der einen weiteren Vorteil mit sich bringt, denn so wird die Kraftstoffheizung auch in den Sommermonaten regelmäßig genutzt: zur Warmwasserbereitung. Den für Dieselheizungen typischen Startschwierigkeiten zu Beginn der kalten Jahreszeit wird damit wirkungsvoll vorgebeugt. Ganz ohne Gasverbrauch würde das Frankia-System jedoch nicht die guten Aufheizungswerte erreichen. Zum Polar-Paket gehört ebenso eine Trumatic E 2400, eine kompakte Gebläseheizung, die sich insbesondere um den Bereich der Sitzgruppe kümmert.

So lässt sich der Wohnbereich auf die Schnelle auch an einem kühlen Spätsommerabend erwärmen. Außerdem dachte man bei der Installation an Skifahrer, die abends ins abgekühlte Reisemobil zurückkehren, und montierte einen zusätzlichen Ausströmer der Truma-Heizung an der Dusche. Discountpreise darf man bei dieser ausgetüftelten Konzeption nicht erwarten. Dennoch liegt der Aufpreis für das Polar-Paket von 2680 Euro in der Größenordnung üblicher Mehrkosten für Warmwassersystem plus Fahrerhaus-Zusatzheizung. Ob sich die Anschaffung lohnt, hängt ganz von Urlaubsart und -ziel ab. Hauptmotiv für die Investition dürfte letztlich die Verbindung aus der angenehm empfundenen Wärme einer Wasserheizung mit dem allerorts problemlos erhältlichen Diesel als Brennstoff sein. Dabei macht Frankia dem Kunden die Entscheidung nicht leicht. Zum ähnlichen Preis wie das Polar-System steht etwa auch eine Kombination aus Trumatic C 6002 mit 230-Volt-Heizpatrone und dieselbetriebener Zuheizung im Fahrerhaus zur Wahl. Nie hatte der Käufer mehr Möglichkeiten, die für seine Bedürfnisse optimale Wärmequelle zu finden.

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Datum

10. November 2004
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