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Test: Ford Transit Euroline

Ein neues Team und neue attraktive Transit-Fahrgestellvarianten: Ford geht jetzt auf den Fiat Ducato los.

Ausbaufähig – so nennen Bewerber gerne Anfangskenntnisse, mit denen sich nicht sonderlich auftrumpfen lässt. Ausbaufähig ist auch die Position des Ford Transit als Reisemobil-Basis: Im vergangenen Jahr verdoppelten die Kölner zwar ihren Marktanteil, aber das Ergebnis beträgt eher dezente 3,5 Prozent – unbefriedigend für den Autoriesen. Doch: „Ich habe eine Vision“, erklärt Thomas Hartmann, Ford-Transporterchef in Deutschland, „ich will in allen Marktsegmenten einen Anteil von zwölf Prozent erreichen.“
Angesichts von rund 70 Prozent Marktpräsenz von Fiat und etwa 14 Prozent von Mercedes ein verwegenes Unterfangen, denn bisher stimmte das Transit-Programm nicht, trotz des Angebots von Front- und Heckantrieb in einer Baureihe. Doch was soll die Reisemobilbranche mit einem Frontantriebs-Chassis anfangen, das gerade mal drei Tonnen Gesamtgewicht und 3,5 Meter Radstand erreicht? Einzig Traditionskunde Hehn verwendet dieses Fahrgestell als Alkovenbasis.
Die Ford-Leute aber , angeführt von Thomas Hartmann und dem neuen Nutzfahrzeug-Marketingleiter Hans-Jörg Klein, haben sehr aufmerksam angehört, was sich die Reisemobilbranche wünscht. Und sie haben die Erfolge von Fiat analysiert. Jetzt stampfen die Kölner ein attraktives Basisfahrzeug nach dem anderen aus dem Boden.
Der Startschuss fällt auf dem Caravan-Salon: Dort steht ein Transit-Chassis mit Frontantrieb, 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und vier Meter Radstand auf stämmigen 16-Zöllern. In Verbindung mit dem frischen TDCI-Turbodiesel (zwei Liter, 125 PS) deckt Ford so die Ansprüche der Reisemobil-Mittelklasse komplett ab.

Zumal eine Auflastung bis 3,8 Tonnen drin sein soll. Hinzu kommen Feinheiten wie werksseitig ausgeschnittene Dächer, Voraussetzung der aktuellen Grundriss-Mode mit Halbdinette. Großer Vorteil des Transit ist die hohe Nutzlast: Rund 1,9 Tonnen sind beim neuen 3,5-Tonner-Fahrgestell mit langem Radstand drin. Ein echtes Plus in Zeiten, in denen die 3,5-Tonnen-Grenze aus Gründen des Führerscheins immer wichtiger wird. Manko des Chassis: Ford beschränkt die Vorderachslast vorerst auf nur 1,65 Tonnen – das bedingt eine ausgeklügelte Gewichtsverteilung. Logisch: Geht Ford mit dem Fronttriebler den ersten Schritt, dann könnte Chassis-Spezialist Alko folgen. Denkbar sind Tiefrahmen für Teilintegrierte und Reisemobile mit Doppelboden. Einer extremen Absenkung jedoch steht der Kraftstofftank hinter dem Fahrerhaus im Wege – dem wäre bei Bedarf mit einer Kröpfung hinter dem Tank abzuhelfen, rund einen halben Meter nach dem Fahrerhaus. Ford hat sich noch mehr einfallen lassen: Das automatisierte Getriebe Durashift mit Schalttasten im Lenkrad ist nun auch für den Transit mit 125 PS zu bekommen – zunächst für die Ausgabe mit Heckantrieb. Weiteres ist in Vorbereitung, ein schmuckeres Armaturenbrett zum Beispiel, eine Vollautomatik. Und niemand behauptet, dass die jungen Transit-Diesel mit 2,4 Liter Hubraum bereits an ihrer Leistungsgrenze sind. Gleiches gilt für die Fahrgestelle:

Wer das Fiat-Programm kennt, der weiß, welche Lücken Ford in naher Zukunft vermutlich füllen wird. Dass beim Transit noch einiges drin ist, weiß auch Marketingchef Hans-Jörg Klein, gleichzeitig Ansprechpartner für die Aufbauhersteller und privat Besitzer eines Reisemobils. Er setzt neben Modellvielfalt auf Qualität: „Der Transit-Ruf von Robustheit ist sensationell.“ Thomas Hartmann fügt selbstbewusst an: „Unsere Autos sind auf 300 000 Kilometer Laufleistung getestet.“ Eine Strapaze, die kaum ein Reisemobil erleben wird. Auch der Hinweis auf das ab Sommer einzigartige, sich überlappende Programm aus Front- und Heckantrieb bis hinauf zu 4,25 Tonnen Gesamtgewicht fehlt nicht. Hartmann: „Wir müssen nicht das eine oder andere verkaufen – wir haben beides.“ Wir haben beides – dies gilt nicht nur für den Transit, sondern auch für das aktive Transit-Tandem Hartmann und Klein: Da wäre hier der gelernte Vertriebler Thomas Hartmann, dort der Ingenieur Hans-Jörg Klein, der als ehemaliger Leiter Werks- und Fabrikationstechnik in Köln genau weiß, wo Reisemobilhersteller in der Fertigung der Schuh drückt. Die Position des Transit als Reisemobil-Basisfahrzeug ausbauen – den beiden könnte es gelingen. Die tun was.

Technische Daten (Stand: Mai 2003)
Modell: Euroline
Basisfahrzeug: Ford Transit FT 300 K
Typ: Alkoven
Preis: ab 30550 EUR
Sitze mit Gurt: 5
Schlafplätze: 2
Zul. Gesamtgewicht: 2880 kg
Länge: 4834 mm
Breite: 1974 mm
Höhe: 1980 mm
Basismotor: Diesel
PS: 125
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Autor

Datum

5. Mai 2003
5 4 3 2 1 0 5 0
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