Alles über Ford Nugget
Neben der gefragten Hochdach-Variante bietet Ford den Nugget nun AUCH MIT AUFSTELLDACH an. 15 Bilder Zoom

Ford Nugget im Test (2016): Kompakter Campingbus mit Aufstelldach

Neben der gefragten Hochdach-Variante bietet Ford den Nugget nun auch mit Aufstelldach an. Wird der Exot unter den Campingbussen damit noch alltagstauglicher? Der Test liefert die Antwort.

Seit mehr als 30 Jahren hält Ford bereits am Nugget und seinem im Segment einzigartigen Grundriss mit Heckküche und separater Sitzgruppe fest. Die Kunden belohnen den Mut zum Anderssein, und so hat der Campingbus mit dem Westfalia-Ausbau längst Kultstatus erreicht. In seiner jüngsten Modellgeneration basiert der Nugget auf dem Ford Transit Custom, ist mit Hochdach bereits seit 2013 auf dem Markt und wurde von promobil schon ausgiebig getestet. Knapp zwei Jahre später liefert Ford die Faltdach-Variante nach, um auch diejenigen zu erreichen, denen das Hochdach-Modell im Alltag noch nicht flexibel genug ist.

Wie flexibel ist die Faltdach-Version des Ford Nugget?

Dabei dürfte potenzielle Käufer vor der Markteinführung vor allem interessiert haben, ob der Camper in der Höhe unter zwei Metern bleibt – und somit in jedes Parkhaus passt. Nun die Gewissheit: Auch mit Faltdach wird der Nugget vor einigen Schranken kehrt machen müssen, denn er überragt die für die meisten Parkhäuser geltende Zwei-Meter-Beschränkung um satte sechs Zentimeter. Schade.

Mit dem Aufstelldach rückt der Nugget zunächst einmal optisch näher an seine Konkurrenten VW California und Mercedes Marco Polo (Vergleichstest siehe hier) heran, stellt dank seines Grundrisses aber dennoch eine besondere Alternative dar. Fest steht: Ein derart großzügiges Raumangebot in der Küche auf einer Fahrzeuglänge von rund fünf Metern bietet von den dreien nur der Ford. Allerdings muss für die Nutzung von Herd und Spüle zwingend das Dach – logischerweise hinten – aufgestellt werden. Das geht zwar recht leicht, doch beim Einklappen faltet sich der Stoff nicht immer so ein, wie er soll, und bleibt gelegentlich zwischen Karosserie und GfK-Dach hängen. Das klappt bei den genannten Konkurrenten deutlich besser.

Welche Vorteile bringt die abgetrennte Küche?

Auch ein Vorteil bei der Küchenarbeitsfläche kann dem Nugget nur bedingt attestiert werden. Zwar ist sie größer als bei den längs eingebauten Küchen von California und Marco Polo, doch deren Klapptische gleichen das wieder aus. Die Trennung von Küche und Sitzgruppe schafft im Ford aber trotzdem einen bedeutenden Vorteil: Während einer hinten kocht, können die anderen Passagiere schon in der Sitzgruppe Platz nehmen und zum Beispiel den Tisch decken. So kommt sich auf dem knappen Raum niemand in die Quere.

Maß der Dinge: Wieviel Personen reisen bequem?

Obwohl im Nugget dank Dreier-Fondbank mit Isofix-Ösen bis zu fünf Fahrgäste Platz finden, ist die Sitzgruppe für maximal vier Personen bequem. Der lange Klapptisch sorgt zwar dafür, dass auch die beiden leicht drehbaren Vordersitze gut in die Sitzgruppe integriert sind, Teller auf und Füße unter dem Tisch kommen sich jedoch schnell ins Gehege, da die Platte mit 40 Zentimetern recht schmal ausfällt. Nicht tragisch, aber erwähnenswert: Die Stehhöhe im Bereich der Rückbank ist im Hochdachmodell deutlich größer, da sich dessen dreiteilige Dachbett-Elemente komplett über das Fahrerhaus falten. Beim Faltdach hängt das Bett schräg unter der Dachschale.

In puncto Stauraum fällt das Urteil zweigeteilt aus. Kleiderschrank und Küchenfächer sind zwar auch im Faltdach-Nugget größer und besser zugänglich als in seinen Konkurrenten, doch im Gegensatz zum Hochdachmodell fehlen ihm die praktischen Oberschränke über der Küche. Von der Dachvariante unabhängig bleibt das bekannte Handicap: Das Küchenkonzept geht zu Lasten eines klassischen Heckstauraums. Natürlich gibt es im Bereich der Küche noch Platz für Sperriges wie zum Beispiel Campingmöbel. Werden sie hier gelagert, versperren sie jedoch den ganzen Heckbereich und stehen der Küchennutzung im Weg.

Was taugt das Bett unter dem Ford Nugget Aufstelldach?

Lobenswert ist dagegen der dank einer kleinen Leiter problemlose Aufstieg in das Dachbett. Da können VW und Mercedes noch dazulernen. Die bis auf den Fußbereich unterfederte und im Gegensatz zum Hochdachmodell mit einer einteiligen Kaltschaum-Matratze ausgestattete Liegefläche ist sehr komfortabel und darüber hinaus breiter als bei der Konkurrenz. Kinder sind mit dem schnell installierten Netz vor dem Herausfallen sicher geschützt. Nachteil gegenüber dem Hochdachmodell: Der dünne und nicht versteifte Stoffbalg – Mercedes und VW tun das – schützt kaum vor Kälte, und beginnt bei stärkerem Wind lautstark zu flattern. Wer in solchen Fällen sein Nachtlager lieber unten aufschlägt, ist auf den straffen Polstern der Rückbank allerdings bei weitem nicht so bequem gebettet.

Starke Argumente für das Aufstelldach ließen sich bis hierhin also nicht ermitteln. Immerhin: Den Testverbrauch des Hochdachmodells unterbietet der Faltdach-Nugget um einen knappen halben Liter. Vorteile bei Beschleunigung und Elastizität beschränken sich ebenso auf Nachkommastellen. Ähnlich gering fällt die Preisdifferenz von fast 500 Euro zugunsten des Faltdachs aus. Die Listenpreise scheinen ohnehin nur wenig relevant zu sein, denn beide Varianten werden in der Realität einige tausend Euro günstiger gehandelt.

Ford Nugget (2016) im Überblick
  • Gurte/Schlafplätze: 5/4
  • Zul. Gesamtgewicht: 3.000 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 4,97/1,98/2,06 m
  • Grundpreis ab 52.539 Euro

Beladungstipps

Die maximale Zuladung von einer guten halben Tonne gibt keinen Anlass zur Klage. Trotz der Küche und dem Kleiderschrank im Heck bietet auch die Hinterachse mit bis zu 430 Kilogramm Zuladung noch großzügige Reserven. Sind fünf Personen an Bord, könnte es jedoch auf der Vorderachse mit der Zuladunge knapp werden. Das sollten Nugget-Fahrer dann im Auge behalten.

Autor

Foto

Janine Graubaum

Datum

30. März 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 03/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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