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Vorstellung Ford Transit Custom: Mit dem Transit auf Reise

Der neue Ford Transit Custom zielt auf den VW Transporter T5. Garantiert ist ein völlig neues Fahrerlebnis, eine Reise in die Zukunft.

Manche Dinge ändern sich nie: Wer beim Anfahren aufs Gas verzichtet, erzeugt nicht mehr als einen peinlichen Hüpfer - der neue Ford Transit hat die bekannte Anfahrschwäche vom Vorgänger übernommen.

Weitere Gemeinsamkeiten gibt es nicht, Ford macht jetzt alles anders. So teilt sich der Transit in zwei Baureihen: Erstes Mitglied der neuen Familie ist der Transit Custom mit rund drei Tonnen Gesamtgewicht und Frontantrieb. Er zielt vor allem auf den VW Transporter T5. Darüber siedelt Ford eine weitere Baureihe rund um 3,5 Tonnen an. Sie soll es mit Fiat Ducato, Mercedes Sprinter, Renault Master und Konsorten aufnehmen. Der kleine Transit startet zum Jahreswechsel, der große folgt ihm auf dem Fuß.

Bereits der Kleine ist üppig. Er streckt sich mit kurzem Radstand auf fast fünf Meter Länge. 1,97 Meter Höhe kratzen an der Zwei-Meter-Marke - spannend für Campingbusse mit Aufstelldach. Mit 1,99 Meter Breite passt der Transit knapp in die Normgarage.

Andererseits verbirgt sich hinter den senkrechten Wänden viel Platz - sechs Kubikmeter Laderaum laden in der Kurzausgabe zum Ausbau ein. Die Langversion fasst 6,8 Kubik. Und es folgt noch ein Hochdach. Feinstufig abgestimmt sind die Gewichtsklassen: Vom FT 270 mit 2,7 Tonnen Gesamtgewicht hangelt sich der Transit in Schritten von 200 Kilogramm hinauf zum 3,3-Tonner FT 330.

Das Format sehen Beobachter dem Transit nicht an: Die spitze Nase mit markantem Grill, lang gezogene Scheinwerfer, eine schräge Windschutzscheibe, die keilförmige Gürtellinie und kräftige Radläufe kaschieren geschickt seinen Wuchs. Nur das schmucklose Heck wirkt etwas pummelig.

Drinnen übernimmt der Transit die aktuelle Pkw-Mode der Marke. Über die V-förmige Mittelkonsole streut Ford eine Handvoll Schalter, weitere finden sich links und rechts der Instrumente. Die Instrumente sind gut ablesbar. Je nach Ausstattung weist das mittige Display auf neue Sicherheitselemente hin: Ein Fahrspur-Assistent warnt beim Abkommen von der Ideallinie mit einem pulsierenden Lenkrad. Aus den Fahrzeugbewegungen schließt die Technik auf Müdigkeit und lädt den Fahrer zum Pausentee.

An den Sitzen liegt’s nicht, sie haben in Form, Polsterung und Verstellweite an Qualität gewonnen, obgleich weiterhin kurz. Beengt bleibt der Fußraum. Aber Ford spendiert eine zweifache Lenkradverstellung. Und die lederähnliche Oberfläche des Cockpits fasst sich im Unterschied zum bisherigen Hartplastik angenehm an. Die starren Weitwinkelgläser der neuen Außenspiegel verwehren den Blick auf die Karosseriekante. Gute Idee: Die Blinker sind unterhalb des Spiegelglases geschützt montiert.

Unter der Motorhaube hat der bekannte 2,2-Liter-Diesel Platz genommen. Ford bietet ihn in Leistungsvarianten von 100 PS, 125 PS und 155 PS an und gibt als Aussteuer ein reichliches Drehmoment mit auf den Weg. Zusammen mit dem knackig zu schaltenden Sechsganggetriebe ergibt dies anständige Fahrleistungen, obwohl Ford die Höchstgeschwindigkeit bei allen Varianten auf 157 km/h begrenzt.
Trotz Durchzugskraft ist fleißiges Schalten nötig, denn Ford verpasst dem Transporter eine ellenlange Übersetzung: Bei 100 Sachen drehen die Maschinen im höchsten Gang etwa 1600 Umdrehungen.

Das senkt Geräusche und Normverbrauch: Er liegt durchweg unter sieben Liter. Was davon in der Praxis bleibt, wird sich zeigen. Die Anlagen jedenfalls sind gut, denn serienmäßig fährt der Transit mit Start-Stopp-Automatik, Batterie- und Lichtmaschinenmanagement und Schaltempfehlung vor.

Das Fahrwerk hält der Leistung mühelos stand. Endlich erreicht auch der Transit, was die Pkw-Fahrwerke von Ford versprechen: Feinfühlig und direkt spricht die Lenkung an, die angetriebene Vorderachse federt sehr verbindlich. Hinten leistet sich Ford dagegen weiterhin eine blattgefederte Starrachse. Manche Dinge ändern sich eben nicht.

Daten und Preise: Ford Transit Custom

Preis: Kastenwagen ab 26.691 Euro
Technik: Kastenwagen/Kombi, Frontantrieb, 74 kW/100 PS, 92 kW/125 PS, 114 kW/155 PS
Gesamtgewicht: 2700 - 3300 kg
Länge/Breite/Höhe: 4972 - 5339/1986/1972 mm
Baureihe: Start als Kastenwagen, Kombi und Bus (Tourneo Custom). Hochdach-Version, das Freizeitfahrzeug Euroline und der Campingbus Nugget folgen 2013.
Info: Telefon 0221/9033333, www.ford.de

Der  Ford Nugget kommt wieder

Auch vom neuen Transit wird es wieder den Campingbus Nugget geben. Ford wählt als Basis den knapp fünf Meter langen Transit mit kurzem Radstand. Der Grundriss mit Heckküche bleibt als Unterscheidungsmerkmal zu VW California und Mercedes Marco Polo erhalten. Nutzfahrzeugchef Bernhard Schmitz: „Unser Ziel ist, am Konzept möglichst nichts zu ändern.“ Schließlich gehört der Nugget zu den Erfolgsmodellen. Schmitz: „Wir sind bei 1200 bis 1400 Nugget im Jahr.“
Zurzeit konzeptioniert eine Arbeitsgruppe aus Ford, wichtigen Ford-Händlern und Ausbaupartner Westfalia das neue Modell.

Vertraglich fixiert ist die Zusammenarbeit mit Westfalia bisher noch nicht. Ebenso wenig ist entschieden, ob es alternativ zum beliebten Hochdach erneut eine Ausführung mit Aufstelldach geben wird. Denn mit einer Außenhöhe von 1,97 Metern für das Basismodell wird der Nugget mit Klappdach voraussichtlich erneut die Zwei-Meter-Marke reißen.

Interessenten für den neuen Nugget müssen sich gedulden: Der Prototyp wird vermutlich auf dem Caravan-Salon 2013 stehen, die Fertigung soll dann 2014 beginnen.

Nachgefragt …

bei Bernhard Schmitz, Leiter Nutzfahrzeuge von Ford in Deutschland, über den neuen Transit.

Ford hat bisher das gesamte Transporter-Spektrum mit nur einem Modell abgedeckt. Weshalb jetzt zwei Transit?

Schmitz: Wir haben mit dem alten Transit Grenzen erreicht. Im Segment bis etwa drei Tonnen gibt es Käufer, die wollen einfach in einem schönen Auto sitzen.

Der Hauptgegner für den Transit Custom heißt VW Transporter T5.

Schmitz: Der T5 ist Marktführer. Wir haben uns genau angesehen, was er gut und weniger gut kann. Wir haben den Transit zum Beispiel wie jeden Ford sehr schön gemacht, um uns von VW und anderen abzugrenzen. Wir haben die Chance, die recht anspruch-svolle Kundschaft des T5 anzusprechen.

Was kann der neue Transit besser?

Schmitz: Der Transit sieht besser aus. Der Transit fährt sich aus unserer Sicht noch besser und er ist auch ruhiger. Wir haben innen eine Funktionalität, die abhängig von der Ausstattung besser ist. Das ganze Paket ist sehr rund.

Wie zeitgemäß ist eine blattgefederte, starre Hinterachse in dieser Klasse?

Schmitz: Die Frage ist nicht wie zeitgemäß, sondern wie gut. Es gibt keine Nachteile.

Autor

Foto

Randolf Unruh, Karl-Heinz Augustin, Frank Eppler

Datum

20. Dezember 2012
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