Alles über Eura Mobil Terrestra
Euro Mobil Terrestra T 670 SBL 23 Bilder Zoom

Eura Mobil Terrestra T 670 SBL im Test : Der Teilintegrierte bietet viel Platz

Für den Fahrradtransport in Teilintegrierten mit Längsbett bleibt in der Regel  nur ein Heckträger. Eura Mobil schafft mit einem Trick mehr Platz. Wie das klappt und was der Terrestra T 670 SBL noch alles kann, klärt der Supercheck.

Auf den Drahtesel wollen viele Reisemobilfahrer unterwegs nicht verzichten. Der Transport in der  Heckgarage hat viele Vorteile. Doch der große Außenstauraum gibt weitgehend auch die Grundrissgestaltung vor. Über der Garage liegt meist ein Querbett, das selten mustergültig zugänglich ist. Oder Einzelbetten, die das Mobil jedoch in die Länge wachsen lassen. Längsbetten in Teilintegrierten sind nicht zuletzt wegen des guten Zugangs beliebt und halten mit dem nebenan platzierten Bad die Außenabmessungen in Grenzen. Doch der Bettkasten darunter ist üblicherweise recht niedrig. Die unterschiedlichen Ansprüche bringt Eura Mobil mit dem Terrestra T 670 SBL unter einen Hut. Für das knapp sieben Meter lange Mobil gibt es gegen Aufpreis eine hydraulische Höhenverstellung des Längsbetts, die den Stauraum enorm vergrößert.   

Viel Stauraum innen, aber kein vollständiger Garagenersatz

Mit einer Handkurbel lässt sich die hochwertige  Hydraulik kinderleicht bedienen. Auf stattliche 1,15 Meter wächst so die lichte Höhe des Bettkastens. Damit bietet er annähernd so viel Stauraum wie eine klassische Heckgarage, aber nicht ganz deren  Ladekomfort; der abgeklappte Stoßfänger schafft etwas Distanz zur großen Hecktür. Ob Fahrräder unterkommen, hängt von deren Größe ab. Wegen der begrenzten Länge ließen sich zwei große Mountainbikes nur mit demontierten Vorderrädern verstauen. Die Zurrschienen zur Ladungssicherung kosten extra. Den Zugang vom Wohnraumaus erleichtert der im Ganzenhochschwenkende Bettrost. Staumöglichkeiten im Innenraumsind reichlich vorhanden.Der hohe Kleiderschrank, die Staukästen um das Heckbettund viele praktische Fächergleichen das Manko der kleinen Hängeschränke unterdem Hubbett aus.Die Anzahl der Mitreisendenentscheidet darüber, ob die Zuladung ausreicht. Gemessenan der Länge und anden 170 Kilogramm Extras des Testwagens, ist der Terrestra 670 SBL ein vergleichsweise leichtes Reisemobil.

Innovative Aufbautechnik und ausgefeilte Detaillösungen

Das geringe Gewicht geht zum Teil auch auf das Konto der innovativenAufbautechnik von Eura Mobil. Die sorgfältig passgenau verarbeitete, verklebte GfK-Kabine kommt ohne Holzverstärkungen aus. Doppelte Gummiprofile dichten die Klappen ab, die Fenster haben solide, plan anliegende Rahmen. Auch auf einen Doppelbodenmüssen Terrestra-Fahrer nichtverzichten. Er dient indes weniger Transportzwecken als der frostsicheren Unterbringung von Tanks sowie der übrigen Bordtechnik. Eine Außenklappe macht weite Teile der sauber verlegten Rohrleitungen, die Druckpumpe und den innenliegenden Abwasser-Ablasshahn vorbildlich zugänglich. Die Heizung in der Seitenbank verteilt dieWärme angenehm frontlastig zugunsten der Sitzgruppe.Zum Serienumfang zählt ein kleiner Inverter mit 230-Volt- und USB-Ladeanschluss für Handy und Co. Die Kapazitätdes konventionellen Blei-Säure-Bordakkus ist mit 105Ah schon in der Grundausstattungrecht hoch. Für 210 Ah, wie im Testwagen, sind 16 AmpereLadestrom aber mager. Zumal der Ladestrom von der Sitztruhe bis zu den Batterien im Bettkasten einen ziemlich langen und damit verlustreichen Weg durch dünne Leitungenzurücklegen muss. Sparsam gehen die vielen LED-Lampen mit dem Stromvorrat um. Sie verbreiten ein sehr gemütliches Licht. Zentral mit Schaltern an der Sitzgruppelässt sich die indirekte Beleuchtungsteuern. Für die hinteren LED-Lichterketten wäre allerdings ein Schalter am Bettebenfalls sinnvoll.

Neue Gemütlichkeit, hoher Sitzkomfort, viele Schlafplätze

Nicht zuletzt der neuen Lichttechnik verdankt der Terrestra Jahrgang 2011 seine hohe Wohnqualität. Zu diesem Zweckhat Eura Mobil eigens die stabilisierenden Aluminiumprofi leder Möbel geändert. An der Solidität hat die Schönheitskur nichts geändert. Einzig die Korpusse und Klappen der vorderen Hängeschränke haben statt Kunststoff- nur einfache Folien-Umleimer. Wie erwartet verwöhnt das Längsbett nicht mit üppigen Maßen, typisch für diesen Grundriss. Die angenehme Kopffreiheit der unteren Bett-Position verringert sich in der höchsten Matratzenstellung unter den Hängeschränken drastisch – das Doppelbett schrumpft zum Einzelbett. Eine Leiter zur Überwindung der Einstiegshöhe von 1,12 Meter ist vorerst nicht vorgesehen.

Für diesen Fall kommt das optionale Hubbett als Ausweichquartier gerade recht. Nachdem die Kopfstützen der Rücksitze entfernt und die Lehnen der Seitenbänke umgelegt wurden, lässt es sich elektrisch schnell und einfach absenken. Die massive Mechanik begrenzt indes die Liegelänge. Auch am Fußende verjüngt sich das Bett zugunsten eines freien Türzugangs. Ein Erwachsener oder zwei Kinder kommen zurecht, liegen aber trotz Lattenrost weniger komfortabel als im Längsbett. Beim Aufstieg hilft eine Leiter. Aufrecht sitzen kann man nur unter der Dachhaube. Die Stehhöhe unter dem Hubbett ist mit 1,79 Meter recht knapp; allerdings hält man sich darunter ohnehin meist sitzend auf. Und dazu lädt die sechssitzige gemütliche Runde herzlich ein. Für eine gute Lichtausbeute im Bug sorgt trotz Hubbett das große, optionale Dachfenster in der Haube über dem Fahrerhaus – eine klare Empfehlung.

Ergonomisch und praktisch ausgestattet, winkelt sich die Küche hinter der Rückbank in den Raum. Vorräte und Geschirr dürfen reichlich mit auf die Reise. Der Genuss beginnt schon beim Schließen der clever beleuchteten Schubladen, die sich satt von selbst zuziehen. Es mangelt aber etwas an Arbeitsfl äche, was ein Ausweichen auf den Esstisch nötig macht. Der schmale Kocher mit Piezo-Zündung schafft zwar Abstellmöglichkeiten; auf die mittlere Flamme passen jedoch nur kleine Töpfe.

Der Sanitärraum macht sich neben dem Bett mehr lang als breit. Doch die Bewegungsfreiheit reicht aus, besonders in der großen separaten Dusche. Sie ist parallel zum Waschraum nutzbar. Die Verkleidung besteht aus einem einzigen, fugenlosen Kunststoffteil. Die Ausstattung ist praxisgerecht, wenngleich der Terrestra mit Spiegelfläche geizt. Auch erreicht die Kunststoffqualität des Waschtischs nicht die des soliden Metallmischers. Klasse: Das Terrestra-Bad kann richtig Dampf ablassen. Ein mattiertes Seitenfenster böte aber mehr Silikonfugen ließ beim Testwagen  noch zu wünschen übrig.  Ebenso die magnetische Haltekraft  der dreiteiligen Duschtür,  die während der Fahrt häufi g  auf- und zusauste.

Problemloses Handling  und angenehmer Komfort

Auf Achse macht der Terrestra  eine gute Figur. Die geringe Gesamthöhe und die Alko-Achse  gewährleisten eine gute  Straßenlage bei geringer Seitenneigung  in Kurven. Im Auge  behalten muss man allerdings  die geringe Bodenfreiheit des  Tief rahmens. Der niedrige Geräuschpegel  trägt zum Fahrkomfort  bei und zeigt nicht zuletzt  die konstruktive Qualität  des Terrestra. Tadellos ist der  Geradeauslauf bei höheren  Geschwin digkei ten. Mit 130 PS  ist der Terrestra schon zum  Grundpreis ausreichend und  Sprit sparend motorisiert.

Praxisgerechte Ausstattung  zum gehobenen Grundpreis

Knapp 60 000 Euro sind für den  670 SBL im Minimum anzulegen. Schon die Serienausstattung  ist weitgehend praxisgerecht.  Neben vielen Verlockungen der Optionsliste kosten etwa Hub bett, Komfortpaket und auch die Bett-Höhenverstellung  extra. Zu den Besonderheiten  des Terrestra zählt  sein Doppelboden, unter Teilintegrierten  eine Rarität. Trotz  mancher Kritik im Detail: Das Gesamtpaket stimmt.

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Foto

Konstantin Tschovikov

Datum

28. November 2010
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