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Supercheck: Eura Mobil Profila RS 720 QB 30 Bilder Video Zoom

Supercheck Eura Mobil Profila RS 720 QB: Frühlingserwachen

Frühjahrs-Sondermodelle sind die Vorboten der neuen Saison und nehmen oft Änderungen des nächsten Modelljahrs vorweg. So einen Ausblick gibt auch die Spring Edition, die Eura Mobil gerade anbietet. Supercheck des Profila RS 720 QB.

Zehn Leserinnen und Leser haben den im Sommer neu vorgestellten Profila RS bereits unter die Lupe genommen. Nun ist die Redaktion an der Reihe und fühlt einem der beiden aktuellen Spring-Edition-Modelle auf den Zahn. Die sind bereits mit ersten Änderungen und Verbesserungen nebst einem besonderen Ausstattungspaket zum Sonderpreis ausgerüstet. Ob das Queensbett-Modell Profila RS 720 QB wirklich Frühlingsgefühle weckt, steht im Supercheck.

Sitzen & Schlafen

Einige Hersteller pflanzen ihren Teilintegrierten mit gerader Dachlinie einfach optional ein Hubbett über der Sitzgruppe ein. Das lässt den Käufern die Wahl, führt aber meist zu Einschränkungen bei der Stehhöhe – Profila T und Terrestra T sind dafür markeninterne Beispiele. Andere Anbieter verpassen dem Aufbau einen mehr oder weniger hübschen Buckel in diesem Bereich, um das Zusatzbett darin zu verstecken.

Der Profila RS („Roof Sleeper“) hat diese Konstruktionsidee perfektioniert. Von außen wirkt die Dacherhöhung elegant und wenig wuchtig, und innen verbirgt sich das Hubbett nahezu unsichtbar in der Deckenverkleidung. Für die typische Zielgruppe – Paare, die nur ab und an die zusätzlichen Schlafplätze brauchen – ist das ein wichtiges Argument. Um das Hubbett abzusenken, müssen zunächst die Kopfstützen der Quer- und die Lehnenpolster der Längsbänke abgenommen werden. Noch einen Sicherungsgurt lösen, dann kann die Schlafgelegenheit mit mäßigem Kraftaufwand abgesenkt werden. Eine Einhängeleiter hilft beim Aufstieg auf die rund 1,90 mal 1,40 Meter messende Matratzenfläche. Wobei sich das Fußende auf unter 1,20 Meter Breite verjüngt – und dennoch den Ausgang durch die Aufbautür versperrt. Breite, aber nicht allzu hohe Absturznetze sichern das Hängebett auf beiden Seiten. Die 80 Millimeter dicke Matratze liegt auf einem Lattenrost. Die Kopffreiheit ist üppig und die Decke angenehm mit schaumkaschiertem Stoff bezogen.

Eine Mini-Heki-Dachhaube bringt Luft und Licht herein. Vorzeigeobjekte sind die beiden hellen, beweglichen und einzeln schaltbaren LED-Lesespots und die reichlichen Ablagemöglichkeiten. Der vordere Schläfer nutzt den Ausbau der Fahrerhaushaube, der hintere verstaut Brille und Bettlektüre in drei passablen Fächern quer im Dach oder einem Regal am Kopfende mit vier Ablagen, das auch bei aufgeräumtem Hubbett zugänglich bleibt.

An der Sitzgruppe merkt man vom Dachbett nichts. Die Stehhöhe beträgt im gesamten, stufenlosen Ausbau großzügige 1,97 Meter. Das riesige optionale Echtglasdachfenster über dem Fahrerhaus, das allerdings nicht geöffnet, nur abgedunkelt werden kann, lässt reichlich Tageslicht herein. Rund um den frei stehenden Tisch mit guter, aber nicht erweiterbarer Plattengröße gruppieren sich Eckbank, Seitensitz und die gedrehten Cockpitsessel.

Als weniger bequem, vor allem für Passagiere auf längeren Strecken, erweist sich die steile Rückenlehne der Querbank. Optisch ansprechend und angenehm sind die Sitzpolster ausgeführt. Sie überlappen die Sitztruhe seitlich und wirken so noch kuscheliger und dicker, als sie im Kern sind.

Das Hauptbett steht zentral im Heck des 720 QB, hat eine ähnliche Größe wie das Hubbett, kann sich darüber hinaus aber noch durch eine dicke, besonders hochwertige Matratze profilieren, die zum Spring-Edition-Paket gehört. Der Einstieg ins 770 Millimeter über dem Boden eingebaute Bett ist für kurzbeinige gar nicht so einfach. Eine kleine Stufe wäre hier hilfreich, zumal, wenn das Bett – anders als beim Prototyp-Testexemplar – serienmäßig mit der manuell betätigten hydraulischen Höhenverstellung ausgestattet ist, um die Stauraumhöhe bei Bedarf erweitern zu können.

Der typisch einfache Zugang eines Queensbetts wird bei diesem Exemplar allerdings durch den engen Durchschlupf (165 mm) zwischen Bad und Matratze merklich geschmälert. Helle LED-Lesespots und Stofftaschen ergänzen die Schlafzimmerausstattung.

Bad & Küche

Die größte Veränderung in den Spring-Edition-Modellen betrifft die Form der Küche. War sie bislang als Winkel arrangiert, folgt die Front nun einer s-förmigen Linie. Das hat den Vorteil, dass – neben der gefälligeren Optik – der Gang davor mehr Bewegungsfreiheit bietet und trotzdem vor dem Dreiflammkocher mit Elektrozündung noch etwas mehr Arbeitsfläche übrig bleibt als zuvor.

Beibehalten hat man die zylinderförmige Edelstahlspüle in der auch größere Pfannen ihr Fett weg bekommen. Im Unterschrank finden sich links drei gut nutzbare Schubladen. Die oberste mit Besteckmulden wirkt dabei allerdings etwas gebastelt. Rechts unten kommt hinter einer großen Tür nur ein kleines, dreistöckiges Eckregal zum Vorschein, das außerdem durch Gas- und Elektroinstallationen in der Nutzung eingeschränkt ist. Grund für die beengten Platzverhältnisse ist der Gaskasten, der einen guten Teil des Küchenblocks beansprucht.

Mehr Stauraum bietet dafür der Hängeschrank mit zwei Fächern. Und auch über dem 149-Liter-Kühlschrank gegenüber kann noch ein Fach befüllt werden – zumindest wenn kein Backofen eingebaut ist. So würde sich mancher dieses Fach aber lieber als Schublade ganz unten wünschen, um damit eine bequemere Einbauhöhe des Kühlschranks zu erwirken. Das alleroberste Fach hier ist zur Bestückung mit einem Flach-TV vorgesehen.

Die solide Badtür mit griffiger Klinke lässt sich auch über den Gang hinweg schließen und trennt den Heckteil dann als Schlaf-, Bade- und Ankleidezimmer ab. Das Bad ist mit der einfacher zu putzenden Banktoilette bestückt, die sich wahlweise unter einer rostartigen Abdeckung versteckt lässt. Das kleine Eckwaschbecken aus einem einfachen Tiefziehteil passt dabei nicht so recht zur ansonsten ansehnlichen Ausstattung mit Kleiderhaken, Toilettenpapierhalter, Seifenspender und Zahnputzglas.

Am meisten stört im Bad der scharfkantige Überbau des Radkastens, der den Fußraum deutlich einschränkt. Hier setzt auch die Hauptkritik an der gegenüberstehenden Duschkabine an, die ansonsten großzügig und solide gebaut ist. Zwei Abläufe in der flachen Bodenwanne sollen zügige Entwässerung gewährleisten. Die schwache Beleuchtung verfinstert allerdings etwas die Miene, während die nützliche, abnehmbare Kleiderstange wieder versöhnlicher stimmt.

Aufbau & Bordtechnik

Dass Eura Mobil frühzeitig und konsequent damit begann, die Sandwichplatten nicht mehr zu verschrauben, sondern zusammenzukleben, ist inzwischen bekannt. Die Außen- und Innenseiten bestehen rundum aus resistentem GfK, auch die Oberseite der mit Styrofoam gedämmten Bodenplatte.

Neu ist der Aufbau des flachen Doppelbodens, genauer der Fußbodenplatte, die nun aus einer leichteren Konstruktion mit Styrofoam-Kern, GfKUnterseite und Sperrholzoberseite besteht. Hirnschmalz steckten die Entwickler auch in die Konstruktion der Dacherhöhung für das Hubbett. Sie setzt sich zusammen aus einem großen GfK-Teil als Haube über dem Fahrerhaus, der durchgängigen, gebogenen Dachbahn, die sich daran anschließt, und zwei GfK-Teilen rechts und links, die den eleganten seitlichen Einzug formen, der das Ganze weniger wuchtig erscheinen lässt.

Auf solide, durchdachte Installationen auch bei der Bordtechnik legen die Eura-Macher traditionell Wert. Ein gutes Beispiel dafür ist die Montage der Truma-Heizung in der Seitenbanktruhe. Von hier aus kann das Gebläse ohne lange Wege die Wärme dorthin transportieren, wo sie am meisten nötig ist: in der Sitzgruppe und im prinzipiell schlecht gedämmten Fahrerhaus – fünf Ausströmer versorgen diesen Bereich.

Dazu passt auch der beim Spring Edition serienmäßige Fiat-Motorwärmetauscher, der während der Fahrt den Aufbau mitheizt – nicht nur für Passagiere eine sinnvolle Sache. Dafür muss aber die Fahrersitzkonsole von anderen Installationen frei bleiben, weshalb sich die Bordbatterie, das Ladegerät und der Sicherungsblock in die andere Sitzkonsole quetschen.

Die Wasseranlage ist in moderner Technik ausgeführt, der Abwassertank allerdings nur gegen Aufpreis isoliert und beheizt. An der Gasanlage ist lediglich auszusetzen, dass die Flaschen im Kasten hintereinander stehen und damit den Tausch erschweren.

Stauraum & Zuladung

Für zwei Personen ist das Stauraumangebot des RS 720 QB sicherlich unkritisch. Mit einem Kleider- und einem Hängeschrank pro Person kann im Schlafzimmer schon die Grundausstattung untergebracht werden. Die Hängeschränke unten am Hubbett sind zwar höher als andere Schränke dieser Art, bieten aber absolut gesehen nicht so sehr viel Platz. Für die Nutzung mit vier Personen wäre es darum hilfreich, die offenen Fächer seitlich in der Fahrerhaushaube als Stauschränke auszuführen.

Zwei kleinere Sitztruhen und zwei Doppelbodenfächer ergänzen das Angebot und natürlich der Heckstauraum unter dem Bett, der über zwei Außentüren und den hochklappbaren Bettrost gut zugänglich ist. In der Serie wird das Bett zudem in der Höhe verstellbar und die rechte Zugangstür größer sein, um das Gepäckabteil damit bedarfsweise fahrradtauglich machen zu können.

Zwei Personen kommen mit den Zuladungsreserven im Serienzustand zurecht. Für alle, die öfter zu viert unterwegs sein wollen und dabei nicht mit jedem Kilo rechnen möchten, empfiehlt sich die Auflastung auf 4,25 Tonnen.

Fahren & Sicherheit

Unproblematisch wie viele Wohnmobile auf Ducato-Basis lässt sich auch der Profila RS pilotieren. Der stattliche Hecküberhang erfordert aber etwas Umsicht. Etwa auf Fährenrampen ist nicht nur der hintere Böschungswinkel, sondern auch die knappe Bodenfreiheit zwischen den Achsen zu beachten.

Mit dem beim Edition-Modell serienmäßigen 130-PS-Motor kann man gut zurecht kommen. Mit den Original-Fiat-Sitzen, die von Eura lediglich einen eigenen Bezug bekommen, eigentlich auch – wären da nicht die unangenehm harten Kopfstützen.

Ausstattung & Preise

Zwei Airbags und ESP sind beim Spring Edition genauso serienmäßig an Bord wie Klimaanlage und Tempomat. Dazu kommen Aufwertungen und Mehrausstattung im Wohnausbau, die insgesamt zu einer Verbesserung des Preis-Leistungs-Verhältnisses um mehrere tausend Euro führen. Vieles davon wird zwar auch über den aktuellen Angebotszeitraum der Sondermodelle hinaus Bestand haben, doch wer den Profila RS ohnehin schon im Auge hatte, bekommt momentan besonders viel für sein Geld – ganz nüchtern betrachtet. Dafür braucht es gar keine Frühlingsgefühle.

Lichtcheck (angelehnt an DIN EN 12464-1)
  • Die Helligkeit in der Sitzgruppe ist okay, die drei Lesespots (max. 432 Lux) erfüllen ihren Zweck.
  • Deutlich zu dunkel ist es in der Küche mit bis zu 110 Lux und 44 im Mittel.
  • Die Helligkeit im Bad ist sehr gut, das Gesicht im Spiegel erhellen bis zu 705 Lux. Die Dusche bekommt nur magere 24 Lux.
  • Gute 500 Lux bringen die Lesespots am Heckbett. Der Außenstauraum verzichtet auf eine Lampe.
Die Baureihe des Eura Mobil Profila T/RS im Überblick

Preise: 48.380–53.880 Euro
Basis: Fiat Ducato
Länge: 5,99–7,40 m
Gesamtgewicht: 3500 kg
Modelle: Die sieben Modelle der Profila-T-Baureihe lassen sich alle mit einem optionalen Hubbett ausrüsten. Wegen der durchgängig niedrigen Dachhöhe geht das Hubbett aber auf Kosten der Stehhöhe in der Sitzgruppe – anders bei den drei RS-Modellen mit serienmäßigem Hubbett und Quer-, Einzel- oder Queensbett im Heck.

Das fiel uns auf

 + Das Hubbett ist bündig in die Deckenverkleidung integriert und stört weder Optik noch Stehhöhe.
 + Ein flacher Doppelboden (110 mm), sogar mit zwei Staufächern, ist in dieser Fahrzeugklasse etwas Besonderes.
+ Der neue, leichtere Fußboden besteht aus einer dünnen Sperrholzplatte, Styrofoam und GfK.
 -Leichter Bettzugang? Ein paar Zentimeter mehr Luft zwischen Bad und Matratzenecke täten gut.
 -Die Klappe des Küchenhängeschranks hängt häufig gerade in Stirnhöhe und stört den Zugriff.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Ingolf Pompe

Datum

14. April 2014
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