Alles über Hobby Toskana Exclusive
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Der Hobby 600 im Test: Erben-Generation

Groß sind die Fußstapfen, in die der Nachfolger des legendären Hobby 600 tritt. Als Toskana Exclusive will der schicke Teilintegrierte das Leben unterwegs versüßen. Kann der modernisierte Klassiker mehr als gut aussehen?

Der Ruf seines Vorgängers ist legendär. Der Hobby 600 gilt vielen Wohnmobilkennern als der schickste Teilintegrierte überhaupt. Umso mehr überraschte die Entscheidung von Hobby, die nunmehr fünfte Generation nach der Umstellung auf den Fiat Ducato X 250 kurzerhand umzubenennen. Freilich: Fernweh weckt der Name Toskana ganz gehörig.

Doch auch im verschneiten Bottwar-Tal, das mit seinen Hügeln und Weinbergen vielen als Toskana des Nordens gilt, machen die beiden Hobby-Generationen eine Bella Figura. Dort haben sie sich nach einem spontanen Kurztrip zum Fototermin eingefunden.

Doch während der noch immer dekorative, zehn Jahre alte Hobby 600 seine Schuldigkeit so weit getan hat, muss sich der neue Toskana – im Exclusive-Dress mit gerundeten Seitenwänden – erst noch im promobil-Test beweisen.

Hobby hat viel getan, um den 600-Nachfolger attraktiv zu machen. So ist das Design des technisch eher schlichten Toskana-Aufbaus nach wie vor einmalig. Von wenigen, teils grundrissbedingten Schwächen abgesehen passt das Angebot. Auch dank einer guten serienmäßigen Ausstattung.

Die Fahreigenschaften

Der Hobby Toskana Exclusive bietet unkomplizierte Bedienung und ansprechende Fahrleistungen.

Der Weg in die schwäbische Toskana gestaltet sich erwartet problemlos. Die Handlichkeit des Ducato erfordert kaum Umstellung beim Umstieg aus dem Pkw ins Reisemobil. Die Basismotorisierung von 130 PS genügt vollauf, um mit dem fahrstabilen, straff gefederten Hobby flott voranzukommen. Wankbewegungen des sieben Meter langen Toskana sind trotz langem Hecküberhang kein Thema. Auch die Geräuschkulisse aus dem Aufbau bleibt auffällig unauffällig.

Der relativ kleine Wendekreis macht den Teilintegrierten sogar städtetauglich, sofern dieselben nicht allzu pittoresk und deshalb verwinkelt sind.

Mit Winterreifen ist die Traktion des Fronttrieblers auch auf Schneedecken zumindest befriedigend. Übereifer bremst die Antriebsschlupfregelung wirkungsvoll aus.

Linker Hand behindern die Cassetten der Faltrollos spürbar die Sicht in den Außenspiegel und im Winter auch den Warmluftstrom zu den Seitenscheiben; wenn’s richtig knackig kalt ist, bilden sich darauf sogar Eisblumen. Beim Rückwärtsfahren gestattet das optionale dritte Auge den Blick auf das Geschehen hinter dem Reisemobil. Das Bild der Heckkamera erscheint mit dem Einlegen des Rückwärtsgangs – im Test jedoch nicht immer zuverlässig – auf einem Multimedia-Monitor, der gleichzeitig als Navigationsgerät fungiert.

Dabei überzeugt besonders die Möglichkeit, Fahrziele auch komfortabel per Sprachbefehl einzugeben.

Bad, Küche, Schlaf- und Wohnraum

Der Hobby kombiniert einen konventionellen Grundriss mit einigen optischen Kunstgriffen. Wer angesichts des eleganten Auftritts auch vom Interieur des Toskana Exclusive Besonderes erwartet, wird durchaus nicht enttäuscht. Geschwungene Linien, allerhand Beleuchtungsspielereien und kontrastierende Farbkombinationen regen das Auge an. Doch nicht nur optisch macht der Hobby etwas her.

Durch die geschwungene Gasse vom Heckbereich vorbei am Küchenblock bis vor zur großen Sitzgruppe ergibt sich – innerhalb der Grenzen von rund 13 Quadratmeter Grundfläche – sogar eine gewisse Weitläufigkeit. Das Platzangebot im Bug ist einladend. Bis zu sechs Personen finden an L-Bank, Seitencouch und leicht drehbaren Fahrersitzen Platz.

Jedoch sind die hinteren Plätze nicht uneingeschränkt bequem. Die Polster sind nur mäßig ausgeformt und bieten beim Fahren zudem so gut wie keinen Seitenhalt.

Beim Umbau der L- zur Zwei-Gurt-Bank muss jedesmal auch das große hintere Sitzpolster entfernt werden, was die Geschichte unnötig verkompliziert. Allerdings haben Mitfahrer einen tollen Blick durch das große Seitenfenster. Für den standhaften, dreh-, aber nicht vergrößerbaren Tisch fehlt ein Platz zum Verstauen während der Fahrt. Sein zentraler Fuß ließ sich zum Umbau der Sitz- zur Schlafgelegenheit nur mit viel Kraft aus der Bodenverankerung ziehen. Das Längsbett im Heck dagegen steht permanent und gut zugänglich zur Verfügung. Besonders groß ist die Liegefläche aus den zwei recht straffen Federkernmatratzen zwar nicht, aber der Liegekomfort geht durchaus in Ordnung. Leselampen und Ablagen sind paritätisch verteilt.

Menschen mit leichtem Schlaf dürfte in der Heizperiode allerdings das Gebläsegeräusch der Gasheizung unter dem schmalen Fußende stören und im Sommer die Abwärme des Boilers.

Zum Sanitärraum nebenan führt eine Schiebetür; das erleichtert den Zugang im Vergleich zu einer konventionellen Tür. Allerdings verrutscht die untere Schiene gelegentlich, und das hohe Rollo gleitet nicht mehr ganz so leicht zur Seite. Der winzige Magnet hält die Badtür während der Fahrt zudem nicht immer geschlossen.

Die separate Dusche bietet für die Ganzkörperhygiene viel Ellenbogenfreiheit. Alle Kunststoffwände rundum sind akkurat verfugt. Dem Warmluftausströmer würde eine Abdeckung als Spritzschutz jedoch gut tun. Zwei Haken nehmen wahlweise Handtücher oder nass gewordene Kleidung auf.

Im vorderen Bereich hat der ausladende Waschtisch mit großem, gut nutzbarem Becken Vorrang vor üppiger Bewegungsfreiheit; zumal ja auch noch eine drehbare Cassettentoilette untergebracht werden muss, die mittig positioniert den Durchgang zur Dusche einengt. Ein Seitenfenster aus Milchglas schützt die Intim­sphäre der Benutzer. Trotz vier Halogenlampen bleibt die Beleuchtung im Bad etwas schummrig.

Gekocht wird nach einem seit einigen Jahren sehr belieb­ten Rezept. Der cremefarben abgesetzte Küchenblock mit Kocher, Spüle und Schränken winkelt sich auf Höhe der Eingangstür in den Raum. Gegenüber liegt der serienmäßige 150-Liter-Kühlschrank, leicht hoch gesetzt und daher wie der Backofen darüber gut zugänglich. Der Kocher besitzt keine Piezozündung, die Spüle ist recht flach, und die einfach wirkende Armatur sollte für große Töpfe höher sein.

Stauraum ist ausreichend vorhanden, und die Beleuchtung, insbesondere die an die Nierentisch-Eleganz der 50er- Jahre erinnernde, ovale Transistorlampe, sorgt für gutes Arbeitslicht, wenn’s draußen schon dunkel ist. Die große Abstellfläche würzt das Arrangement wie Salz die Suppe. Als Belüftung muss das große Seitenfenster genügen. Einen elek­trischen Dunstabzug gibt es gegen Aufpreis.

Zuladung und Stauraum

Die Bilanz aus Stauraum und Zuladung ist ausgewogen. Das Mobiliar mit den herkömmlichen Folienoberflächen gefällt mit recht solider Machart. Zur Decke schließen Kunststoffteile die Schränke pass­genau ab – ein ungewöhnlich hoch­wertiges Detail. Bei dem Schuhschrank neben dem Eingang rissen im Testbetrieb indes die zu kurzen Schrauben des Hakenschnäppers aus.

Der große, beleuchtete Kleiderschrank und zahlreiche Dachstaukästen nehmen es mit dem Gepäck eines reisenden Paares locker auf. Die vielen Klappen spiegeln die Unterteilung jedoch nur vor; für mehr Ordnung fehlen ein paar senkrechte Schottwände. Die Klappengriffe liegen gut in der Hand, die Schränke schließen zuverlässig.

Überall im Fahrzeug verteilt finden sich zudem praktische offene Fächer, auf denen man schnell mal etwas ablegen kann. Eine große Fahrradgarage gibt es grundrissbedingt nicht. Kabeltrommel, Auffahrkeile und anderes kommen im Bettkasten unter. Die Zugänglichkeit des unbeleuchteten Fachs könnte jedoch besser sein. Die Außenklappe ist niedrig; der Lattenrost schwenkt nur zur Hälfte hoch und lässt sich nicht einmal feststellen.

Der mit rund 100 Kilogramm Extras aufgewertete Testwagen brachte es mit leichten Alu-Gas­flaschen auf eine Zuladung von 440 Kilo. Zwei Erwachsene sollten damit zurechtkommen.

Aufbau und Bordtechnik

Ungewöhnliche Details werten den konventionellen Aufbau auf.

Die Besonderheiten des Hobby-Aufbaus erschöpfen sich nicht in den auffällig gewölbten Seitenwänden und einer elegant in die Dachkante integrierten Markise. Ungewöhnlich ist auch die dicke Bodenplatte: Sie ist an manchen Stellen ausgefräst, um Installationen wie die stabilen, trinkwasser­echten Wasserleitungen aufzunehmen. Der Boden besteht teilweise aus GfK, in den Spritzwasser ausgesetzten Seitenbereichen jedoch nur aus Holz. Schmutzfänger hält die Aufpreisliste bereit.

Die innen mit Kunstleder beschlagene, wattierte Decke dämmt Regengeprassel durchaus wirkungsvoll. Das kaschiert jedoch nicht, dass der Toskana mit hagelsensibler Alu-Haut, Styroporisolierung und Holzverstärkungen im Grunde recht konventionell aufgebaut ist. Die Verarbeitung kann dennoch überzeugen.

Mehr zumal als die teilweise ungeschützte Verlegung von Kabeln am Wagenboden. Ordentlich sind die übrigen Installationen ausgeführt. Ein Manko: Beim Wechsel der hinteren Gasflasche muss auch die vordere entnommen werden. Was besonders bei hohem Verbrauch im Winter nervt.

Dank bollerndem Gasofen und isoliertem, beheiztem Abwassertank macht aber auch der Schneeurlaub Spaß. Das nicht isolierte Fahrerhaus kompensieren dabei mehrere Warmluft-Ausströmer rund um die Sitzgruppe.

Die Preise

Zum Grundpreis ist der Hobby Toskana schon fast komplett. Wen wundert’s, dass der Hobby kein Sonderangebot ist? Die Exklusivität hat ihren Preis. Doch für knapp 60.000 Euro Grundpreis erhält der Käufer nicht nur ein ausgesprochen schickes, sondern auch ein bereits fast komplett ausgestattetes Reisemobil. Das All-inclusive-Paket für 3.000 Euro werden sich dennoch die meisten gönnen. Nicht nur in der sonnigen Toskana hat etwa eine Markise unstreitbare Vorteile.

Basisfahrzeug: Fiat Ducato
Preis: 68155 Euro
Abmessungen: 3500 - 4500 kg
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Autor

Foto

Foto: Regenscheit

Datum

1. April 2009
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