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Clever Drive 600 im Test

Ganz schön clever

Einzeltest: Clever Drive 600 Foto: Uli Regenscheit 13 Bilder

Der derzeit günstigste Citroën Jumper-Ausbau kommt von Clever. Mit unglaublichen 32.490 Euro steht der Drive 600 in der Preisliste. promobil hat im Test nach Abstrichen bei diesem Preis gesucht.

29.10.2014

Nicht dass ein Pössl besonders teuer wäre. Doch wenn ein Querbett-Campingbus wie der Drive 600 von Clever rund 4000 Euro günstiger angeboten wird als das vergleichbare Pössl-Modell, kommt man schon ins Grübeln. Kann das gut gehen?

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Clever Drive 600 im Test Querbett-Campingbus Crive 600
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Angesichts des Listenpreises von 32.490 Euro erstaunt die professionelle Machart des Testwagens. Der Drive 600 ist definitiv keine Bastelbude: 15 Millimeter starkes Sperrholz, wenig sichtbare Verschraubungen, robuste Umleimer an den Möbelkanten, sehr passgenaue Kunststoff-Verkleidungen. Die Schreiner in der Clever-Produktion verstehen ihr Handwerk. Für 899 Euro Aufpreis gibt es die Möbel sogar mit kratzfesten CPL-Oberflächen. Der Aufpreis geht absolut in Ordnung, zumal diese Option bei anderen Günstig-Marken nur selten angeboten wird.

Aufbau und Motorisierung

Von außen bescheren serienmäßig solide Rahmenfenster und die zurückhaltende Außenbeklebung dem Clever noch mehr Understatement, als es einem ausgebauten Citroën Jumper ohnehin angeboren ist. Angesichts der hohen Einstiegshürde sollte man sich indes eine elektrische Trittstufe gönnen, auch wenn sie die Bodenfreiheit des Clever einschränkt.

Beim Fahren auf üblichen Straßen bekommt man davon aber weniger mit als von dem rau nagelnden 130-PS-Motor des Citroën Jumper, der den Drive 600 nebst Besatzung ansonsten ansprechend und flott ans Ziel bringt. Alternativ sind die Clever-Mobile auch auf Fiat Ducato erhältlich (Aufpreis 1500 Euro). Dessen Motoren sind erfahrungsgemäß etwas laufruhiger unterwegs. In der Basisausstattung haben die Campingbusse dann bereits 115 PS, allerdings nur ein Fünfganggetriebe. Beim Jumper sind stets sechs Gänge Serie.

Sitzen und Schlafen

Am Ziel angekommen wendet man die Vordersitze und sich dem Wohnraum zu. Der Drive 600 ist konsequent auf zwei Personen zugeschnitten; Clever verzichtet auf den alibimäßigen Umbau der Sitzgruppe zum Notbett. Stattdessen legt die ausgeprägt profilierte Rückbank mehr Wert auf Sitzkomfort. Sogar die Lehnenneigung lässt sich einfach in drei Stufen verstellen.

Auch das breite Heckbett kann sich sehen lassen. Doch mehr als 1,84 Meter Länge sind wegen der schmalen Karosserie einfach nicht drin. Der Matratzenbezug ist sehr steif – optional gibt es 2015 aber eine weichere Kaltschaummatratze –, die Heizung stört nachts, und die stattliche Einstiegshöhe machen auch die drei als Tritte dienenden, raukantigen Ausschnitte in der Schottwand nicht niedriger. Recht geschickt verbreitert sich der Gang unmittelbar im Zustiegsbereich.

Küche und Bad

Die Küche ziert ein kleiner Zweiflammkocher mit elektrischer Zündung und rund 28 Zentimeter Flammenabstand sowie eine relativ große Spüle. Stauraum findet sich unter anderem in drei Schubladen und dem gut zugänglichen 90-Liter-Kompressorkühlschrank. Vorn klappt bei Bedarf noch eine Abstellfläche aus.

Aus wenigen Kunststoff-Teilen setzt sich das Bad zusammen. Dass die Silikonfugen nicht mit der Akkuratesse eines Uhrmachers gezogen sind, verzeiht man. Die Einrichtung ist in erster Linie praktisch, die Ellenbogenfreiheit passabel. Nur das Klo sitzt etwas hoch. Eine Lampe muss genügen, wie für Küche und Sitzgruppe auch.

Beleuchtung und Stauraum

Mit Licht geizt der Clever. Immerhin gibt es zwei Deckenlampen und zwei einigermaßen gut schwenkbare Spots im Heckbett. Steckdosen sind ausreichend vorhanden. Die zweite 95-Ah-Bordbatterie zählt zu dem – auch sonst mit sinnvollen Extras wie der Fahrerhaus-Verdunkelung und der Mückenschutztür garnierten – Zubehörpaket II für 1590 Euro.

Beim Stauraum ist der Drive auf der Höhe der Konkurrenz. Der Lattenrost lässt sich leicht zur Seite klappen, dann reicht der Heckstauraum bis zur Decke. Zu fünf großen Hängeschränken gesellen sich ein hoher, aber schmaler Kleiderschrank, die Sitztruhe und zwei unterteilte Unterschränke mit soliden Rüttelkanten.

Der Preis ist heiß

Bei dem Gesamtpaket ist der Preis eine kleine Sensation. Wie funktioniert das? Zum einen hilft bei der Preisgestaltung das Lohnniveau in Ungarn, wo die cleveren Vans entstehen. Und zum anderen steckt hinter Clever eine große Marke mit sehr guten Einkaufskonditionen. Und die heißt: Pössl.

Die Baureihe Clever Drive im Überblick

Preise: 29.990-39.990 Euro
Basis: Citroën Jumper, Fiat Ducato
Längen: 5,41–5,99 m
Gesamtgewicht: 3300–3500 kg
Modelle: Neun Modelle gibt es von Clever. Besonders umfangreich ausgestattet ist der Vanto, eine Variante des Drive 600. Einen 5,98 Meter langen Ausbau des neuen Ford Transit mit Querbett bietet Clever ab 36.990 Euro.

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