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Carthago Chic T 47 Zoom

Carthago Chic T 47: Kluge Detaillösungen im Integrierten

Sie suchen einen soliden, geräumigen Integrierten mit klugen Detaillösungen? Der Test zeigt: Dann ist der T 47 genau richtig.

Cato, der Ältere, streitbarer Staatsmann und Feldherr, pflegte seine Reden vor dem Senat der damaligen Welthauptstadt Rom mit dem Hinweis zu beschließen, dass Karthago, der große Rivale um die Herrschaft im Mittelmeer, seiner Meinung nach zerstört werden müsse. Was den Römern im dritten punischen Krieg schließlich auch gelang. Karl-Heinz Schuler war trotzdem der Meinung, Carthago sei ein guter Name für seine 1979 gegründete Reisemobilmarke. Und irgendwie gibt der Erfolg ihm auch recht.

Am Aufschwung in den letzten Jahren hat die Chic-Baureihe großen Anteil. Denn sie verbindet gefälliges Design mit klassischen Markentugenden wie Bodenständigkeit und Solidität. An einem Reisemobil namens Carthago hätten sich die Römer fein die Zähne
ausgebissen.

Carthago Chic T 47

Grundpreis: 76.680 Euro
Länge: 7,27 m
Dreipunktgurte: 4
Schlafplätze: 2
Gesamtgewicht: ab 3700 kg
Charakter: Mit dem Chic T positioniert sich Carthago oberklassig im Wachstumssegment der Teilintegrierten. Er ist die günstigste Möglichkeit, Carthago zu fahren, aber beileibe kein Billigheimer.
Typ: Teilintegrierte
Schlafplätze: 2
Preis: 70.000 bis 80.000 €

Beachtlich, was Carthago da auf die Räder gestellt hat. Das gilt sowohl für die stattlichen Maße des Chic T als auch für seine vertrauenerweckende Aufbaustabilität. Solide ist auch das Mobiliar, doch die Materialwahl enttäuscht angesichts der sonstigen Über­durch­schnittlichkeit, die sich in vielen, mit Aufwand und Sachkenntnis durchentwickelten Details zeigt. Wer das schwere, teure T-Modell mit Ducato-Maxi-Chassis und großem Motor bestellt, wird mit hoher Zuladung und an­sprechenden Fahrleistungen belohnt.

Aufbau: Hohe Steifigkeit dank Aluminium

Allein das satte Plopp, mit dem die Aufbautür in ihre zwei Schlösser fällt, beeindruckt. Da scheppert und vi­briert nichts.

Mit seiner Aufbautechnik steht der Chic T beinahe alleine da im dünn besetzten Konkurrenzumfeld exklusiver Teilintegrierter. Die Wände tragen außen und innen Alumi­nium. Auch die dicke Däm­mung aus RTM-Hartschaum trägt zur hohen Steifigkeit bei. Feuchteempfindliche Holzverstärkun­gen entfallen. Selbstredend kom­men nur stabile Rahmenfenster zum Einsatz.

Die Heckwand wird von Kunststoffteilen umrahmt, die sich bei Reparaturen einzeln aus­tauschen lassen. Die GfK-Haube über dem Fahrerhaus ist sauber an die Karosserie angepasst. Nur der unverfugte Stoß zwischen Fahrerhaus und Haube lässt mit der Zeit Schmutz eindringen.

Basisfahrzeug: Fiat Ducati Maxi

Auch beim Fahren wirkt sich der steife Aufbau aus. Das Fehlen der üblichen Geräuschkulisse – von der klappernden Fahrerhausverdunklung abgesehen – prägt nicht zuletzt auch das Komfortempfinden. Obwohl mit 16-Zöllern stämmig bereift, gibt sich die sonst straffe Ducato-Maxi-Federung nachgiebig. Ein Effekt, der auch auf den Alko-Tiefrahmen mit hinterer Einzelradaufhängung zurückzuführen ist.

Die geschwindigkeitsabhän­gige Servolenkung macht das Rangieren leicht, zumal in Verbindung mit der optionalen Rückfahrkamera. Die Sicht wäre noch weit besser, würde nicht der Kunststoffwinkel des Verdunklungsrollos den oberen Rand der Frontscheibe stark beschneiden. Nach einer Höhenverstellung der Sitze sucht man vergeblich: Carthago hat die Original-Fiat- gegen Aguti-Pilotensessel ausgetauscht, die hervorragenden Seitenhalt bieten.

Der Italiener wäre den Römern wohl schon mit 130-PS-Basismotor davongefahren; aber mit 157 PS macht’s einfach mehr Spaß. Selbst mit dem relativ schweren Chic T 47 hat der 160 Multijet leichtes Spiel. Beim Beschleunigen in Kurven lässt jedoch die Seitenführungskraft spürbar nach.

Der im Vergleich zur Fahrzeuglänge relativ kurze Radstand entlastet die Vorderachse zusätzlich. Wer vorhat, einen Motorroller oder ähnlich schwere Fracht in die Heckgarage zu stellen, sollte das im Hinterkopf behalten. Im Leerzustand ergibt sich eine ausgewogene Gewichtsverteilung zwischen vorn und hinten. 4,2 Tonnen Gesamtgewicht sind drin. Das entspricht beim Testwagen 695 Kilogramm Zuladung.

Es geht ja auch einiges rein in den Chic T 47, der wie alle Carthago-Modelle über eine voluminöse Heckgarage verfügt. Die nach oben öffnende Klappe könnte eine Schlaufe zum Herunterziehen gebrauchen. Sonst gibt’s aber nichts zu meckern. Zwei Schienen mit verschiebbaren Ösen zum Festzurren gehören wie die helle Transistorleuchte und die zweite, deutlich kleinere Zugangstür links zur Serienausstattung.

Ausbau: Jede Menge Platz

Auch an Schrankraum hat Carthago nicht gespart. Konflikte darüber, wer wie viel mitnehmen darf, wird es kaum geben, angesichts des großen Kleiderschranks und der vielen Dachstaukästen, die sich auch in der Haube über dem Fahrerhaus finden. Auffahrkeile und Kabeltrommel kommen in den von außen gut zugänglichen Doppelbodenfächern unter.

Das Mobiliar demonstriert seine solide Machart durch eindrucksvolle Lautlosigkeit während der Fahrt. Die Bügelgriffe liegen gut in der Hand, die Beschläge sind hochwertig. Lediglich die Materialwahl überzeugt nicht ganz: Die Oberflächen sind recht kratzempfindlich.

Das Ambiente ist gediegen. Zentrales Einrichtungselement ist die große Sitzgruppe aus L-Bank, Seitensofa und drehbaren Pilotensesseln. Dank angeschrägter Lehnen und hochwertiger Schaumstoffe lässt der Komfort keine Wünsche offen. Der runde Tisch lässt sich in zwei Richtungen verschieben, aber nicht ganz abbauen, was für die Mitnahme von Passagieren wünschenswert wäre.

Zwar gibt es optional ein Sitzgruppenumbaubett, aber an sich ist der Chic T 47 ein Zwei-Personen-Mobil. Im Querbett im Heck finden Paare eine angemessen dimensionierte und sehr bequeme Schlafstätte vor. Die hier wie im ganzen Mobil mit Teppich belegten Wände sorgen zusätzlich für Gemütlichkeit. Lampen an beiden Enden stellen die Wahl der Liegerichtung frei. Durch Dachluke und zwei Fenster kommen Licht und Luft. Die großen Ablagen sind nur für den hinten Liegenden gut zu erreichen.

Wer einen komfortableren Zustieg wünscht, greift zum knapp 50 Zentimeter längeren Einzelbettenmodell T 51.

Küche: Viele schöne Details

Im Gang vor dem Bett steht links die Küche, die mit ihrer abgewinkelten Form die Linie der gegenüberliegenden Möbelzeile aufnimmt.

Der üppige Stauraum ist durch Schubladen und Vollauszüge sehr gut zugänglich. In der Praxis freut man sich über Details wie die Piezozündung, den Dunstabzug, die stabile Handtuchstange und die saubere Randabdichtung der Arbeitsplatte.

Die Becken der Doppelspüle erweisen sich beim Abwasch aber als recht flach. Die Kombination aus Backofen und 150-Liter-Kühlschrank kostet extra, bringt aber durchaus Abwechslung in die Urlaubsküche.

Sanitärraum: Klein, aber fein

Durch hilfreiche Accessoires wie Zahnputzbecher, Seifenspender, Klorollen- und Handtuchhalter besticht das Bad, das auf kleinem Raum alle wichtigen Sanitärfunktio­nen wohnlich arrangiert.

Spiegelschrank und Waschtisch bergen viel nützlichen Stauraum. Ein Microfasertuch sollte man griffbereit halten, um den zwangsläufig bespritzten Spiegel nach dem Händewaschen gleich reinigen zu können.

Relativ gering ist die Bewegungsfreiheit in der separaten Dusche, die sich mit zwei Falttüren dicht verschließen lässt und auch sonst tadellos funktio­niert. Klein geraten ist die Außenklappe für die Toilettencassette, die beim Herausziehen immer mal aneckt.

Bordtechnik: Saft ohne Ende

Carthago ist bekannt für seine aufwändige Bordtechnik, und da macht auch der Testkandidat keine Ausnahme.

Im Gegenteil: Zwei Extra-Akkus stocken die Stromreserven auf 240 Amperestunden auf. Ein Span­nungs­wandler (1365 Euro) erlaubt die zeitweise Nutzung von 230-Volt-Geräten auch ohne Netzanschluss. Im Doppelboden sind die durchschnittlich großen Wassertanks und Ablasshähne gut zugänglich und frostsicher installiert. Bei Kälte leistet auch die Warmwasserheizung komfortable Diens­te und sorgt trotz nicht isoliertem integriertem Fahrerhaus für eine recht gleichmäßige Wärmeverteilung.

Der Verdacht liegt nahe: Ganz billig kann der Chic T 47 nicht sein. Beim üppig ausstaffierten Testwagen summiert sich der Preis auf 97365 Euro. Ein exklusives Schnäppchen.

Technik-Info: Aufbaudesign- und technik

Kunststoffe wie GfK, der meist für die Hauben von Teilintegrier­ten verwendet wird, lassen sich in fast beliebige Formen bringen. Ein AluSandwich setzt hier Grenzen.

Eine Möglichkeit, dem Fahr­zeug mit gerundeten Dachkanten eine gefällige Optik zu geben, nutzt Carthago. Die Dämmschicht wird innen mehrfach geschlitzt; dadurch wird die Wand biegbar.

Eine spezielle Presse drückt sie anschließend in die Form. Der Stoß verläuft auf dem Dach, bei Carthago in Form eines speziellen Alu­strangpressprofiles.

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Autor

Foto

Foto: Konstantin Tschovikov

Datum

8. Februar 2008
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