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Dreamer Family Van im Test

Familientauglicher Campingbus

Campingbus Dreamer Family Van Foto: Janine Graubaum, Jürgen Bartosch (2) 15 Bilder

Familientaugliche Campingbusse wie der französische Family Van sind rar gesät. Das Modell überrascht zudem mit einem ungewöhnlichen Grundriss mit Hubbett vorn und Etagenliegen hinten.

01.12.2016 Jürgen Bartosch

Es braucht schon etwas Organisation und Disziplin, um als vierköpfige Familie in einem ausgebauten Kastenwagen Urlaub zu machen. Zumal die meisten Modelle vor allem für Paare konzipiert sind, die allenfalls gelegentlich in Begleitung reisen. Deutlich komfortabler wird es mit einem der weniger häufigen, speziell für Familien ausgelegten Camper, wie dem Family Van der Rapido-Tochtermarke Dreamer. 

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Sein Konzept ist nahezu einzigartig auf dem Markt. In den von außen – zumal in Silber – unscheinbaren Lieferwagen packt der französische Hersteller einen cleveren Ausbau für vier bis fünf Personen. Anders als manche Konkurrenten mit GfK-Dach nutzt der Dreamer einen 5,99 Meter langen Fiat Ducato mit Original-Blechhochdach der Höhe drei. Lediglich über dem Fahrerhaus ist eine GfK-Kappe aufgesetzt,um die kantige Stirn aufzuhübschen. 

Die Blechkarosserie ist mit PU-Schaummatten und Styrofoam isoliert. Für die Hecktüren gibt es optional noch eine Isomatte zum Einknöpfen. Die Heckfenster sind vorgehängte Exemplare,die seitlichen dagegen PU-Rahmenfenster. 

Eine Besonderheit des Family Van ist seine Bodenkonstruktion. Das übliche Podest an der Sitzgruppe ist zu einem richtigen Doppelboden ausgebaut.Vorn schafft es einen ebenen Anschluss ans Fahrerhaus mit einem flachen Staufach darin. Ab der Küche wächst der Keller von acht auf 18 Zentimeter lichte Höhe und bietet so Platz für ein zweites, deutlich größeres Bodenfach sowie die frostsichere Unterbringung der Wasseranlage. 

Variable Schlaf- und Stauraummöglichkeiten 

Das Heck bleibt frei von Installationen, um wahlweise ein bis zwei Betten oder mehr Platz für Sperrgepäck zur Verfügung zu haben. Denn beim unteren Etagenbett kann die Matratze entnommen und die Brettunterlage hochgeklappt und als Stauraumabtrennung genutzt werden – mit einer kleinen Zugangstür integriert. 

Außerdem gibt es an der Unterseite des oberen Bettrosts zwei Kleiderstangen, die prima zum Aufhängen von Ersatzjacken oder Surfneoprens geeignet sind. Ein oder zwei Fahrräder lassen sich mit demontierten Vorderrädern quer einstellen, Snowboards oder nicht zu lange Skier können von hinten zudem in das Doppelbodenfach durchgeladen werden. Und wenn beim Umzug große Topfpflanzen zu transportieren sind, entfernt man einfach auch das obere Bett. Dessen Lattenrost samt Matratze kann auch unten eingelegt werden. Damit entsteht ein bequemes Einzelbett, was den Family Van auch für getrennt schlafende Paare interessant macht. 

Allerdings ist die Liegelänge mit rund 1,80 Meter – oben wie unten – nicht für jeden Erwachsenen geeignet. Für Kinder schon. Eine Lampe ist auf beiden Ebenen vorhanden, Ablagemöglichkeiten gibt es nur oben, dazu Absturznetze an beiden Seiten, die allerdings etwas niedrig ausfallen. 

Der Zugang zum oberen Bett – ohne Leiter, nur über den kleinen Absatz am Kleiderschrank – ist etwas für geübte Kletterer. Um das Hubbett vorn zu nutzen, müssen zwei Sicherungen gelöst und die Liegefläche heruntergezogen werden – die Lehnen der Sitze können dabei stehen bleiben. Mittels einer Einhängeleiter klappt der Aufstieg auf die Lattenrost-gelagerte Matratze, die jedoch nur auf der einen Seite 1,90, auf der anderen lediglich 1,80 Meter misst. Auch die Kopffreiheit ist mit 61 Zentimeter relativ knapp.

Kriecht der zweite müde Reisende ins Bett, ist das Umdrehen – man schläft vorzugsweise mit dem Kopf nach hinten – schon mühsam. Dafür überzeugt die übrige Ausstattung mit Dachhaube und Vorhang, Ablagen und Leseleuchten auf beiden Seiten. Und als Clou kann man nicht nur Heizung und Kontrollbord vom Bett aus bedienen, sondern auch das Fahrerhausradio und zudem gemütlich fernsehen. 

Für die fünfte Person entsteht ein weiterer Schlafplatz aus der Sitzgruppe. Dafür müssen zwei Zusatzpolster, ein Rolllattenrost und eine Alustrebe mitgeführt werden.Trotz einer beigelegten Kurzanleitung, die neben der Bordtechnik auch den Bettumbau erklärt, bleibt das Ergebnis unbefriedigend, weil sich die Polster nicht zu einer ebenen Liegefläche zusammenfügen. 

Große und gemütliche Sitzgruppe

Ihren eigentlichen Zweck erfüllt die Sitzgruppe deutlich besser. Aus gedrehten Fahrerhaussitzen, Eckbank, Seitensitz und großem Tisch entsteht eine für Campingbusse ungewöhnlich großzügige Sitzrunde für fünf, notfalls auch mal sechs Personen. 

Eine gute Ergänzung für die Fahrt wären noch Isofix-Ösen an der Querbank zur einfachen Befestigung entsprechender Kindersitze. Um ein fünftes Familienmitglied zu sichern, kann auf der Seitenbank zudem ein separater Sitz mit Gurt gegen die Fahrtrichtung befestigt werden. Damit die Füße nicht in der Luft baumeln, lässt sich auch noch eine Fußbank aufbauen – auch das ist serienmäßig. 

Um das leibliche Wohl kümmert sich eine Küchenzeile, die mit einem großen Hängeschrank, zwei Unterschrankfächern und drei Schubladen gute Stauraumreserven bietet. Als Arbeitsfläche können die geteilten Abdeckungen von Kocher und Spüle sowie die klappbare Arbeitsplattenverlängerung dienen. 

Für Gewürzstreuer und Ähnliches gibt es gleich drei kleine Regälchen. Das Prunkstück der Küche ist jedoch ihre 160-Liter-Kühl-Gefrierkombination, die schräg gegenüber eingebaut ist. Direkt im Anschluss an die Küche folgt der Kleiderschrank, der ebenfalls familientauglich groß ausfällt. 

Zwischen Sitzgruppe und Kühlschrank quetscht sich links noch das Bad hinein. Die Gliederschiebtür verschwindet immerhin platzsparend hinter der Toilette, die sich genauso wie das Edelstahl-Waschbecken vernünftig nutzen lässt. Die Dusche mit Vorhang ist in dem engen Raum aber kaum mehr als ein Notbehelf. Im Sommer wählt man besser die im Heck serienmäßig eingebaute Außendusche. 

Der Family Van fährt sich unproblematisch, die Straßenlage mit den 16-Zoll-Rädern überzeugt. Quietschgeräusche aus dem Tür- und Küchenbereich trüben allerdings ein wenig den Fahrkomfort.

Beladungstipps

Mit dem serienmäßigen 3,5-t-Maxi-Fahrwerk ist der Family Van sowohl an den Rädern wie an den Achsen gewichtsmäßig rundum im grünen Bereich. Mit vier Personen kann man auch mit der Gesamtzuladung zurechtkommen. Wenn man regelmäßig alle fünf Plätze nutzen möchte, sollte man aber besser zum Maxi-Chassis mit vier Tonnen zulässigem Gesamtgewicht greifen. 

Der Dreamer Family Van Select im Überblick

Gurte/Schlafplätze: 4–5/4–5 
Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg 
Länge/Breite/Höhe: 5,99/2,05/2,80 m
Grundpreis: 51.470 Euro
(Fiat Ducato 35 H, Motor 96 kW/130 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II Testwagenpreis 56.289 Euro
✘ 130-PS-Motor/3,5-t-Maxi-Chassis/ESP/5. GurtplatzSerie
150-/180-PS-Motor/Comfortmatic 1.690/3.820/2.680 Euro
✘ Metallic-Lack/Leichtmetallfelgen 1.240/500 Euro
✘ Komfortpaket: Beifahrer-Airbag, manuelle Klimaanlage, Tempomat, Radio, Lautsprecher, Komfortsitze, Gasumschaltanlage (60 kg)✔ 399 Euro
✘ LED-Tagfahrlicht/Rückfahrsensoren 420/350 Euro
✘ Fahrerhausverdunkl./Fliegengittertür✔  Serie/370 Euro
✘ Truma Combi 6 EH/Isomatte Hecktüren 680/260 Euro
✘im Testwagen enthalten; ✔empfehlenswert 

Alle Testinformationen sowie Auswertungen finden Sie im vier-seitigen pdf zum download. 

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