Alles über Dethleffs
Dethleffs Roadstar Zoom

Test: Detleffs Roadster

Der gigantische Sattelauflieger von Dethleffs sorgt, wo immer er aufkreuzt, mächtig für Furore.

Was – um Himmels willen – ist das? Ins Blickfeld der ungläubig Staunenden schiebt sich ein gewaltiger Sattelauflieger, vom verchromten Rammbügel des Fahrerhauses bis zum Heckleuchtenträger stolze 14 Meter lang. Der Fernsehkamera entgeht kein Zentimeter, als sich der Zug vorbeischiebt. Ebenso wenig wie dem Publikum auf dem Caravan-Salon. Denn eines ist dem silbern lackierten Sattelzug gewiss: Aufmerksamkeit.
Umso mehr, als der Roadstar 1 nicht etwa in der Ecke der amerikanischen Gigantomobile steht, sondern auf dem Stand des deutschen Reisemobilherstellers Dethleffs.
Beim Lokaltermin am Produktionsstandort Isny grinst Geschäftsführer Thomas Fritz befriedigt, nachdem er sich der Wirkung seines neuen Großprojektes auf die Anwesenden vergewissert hat. Die Idee kam dem begeisterten Motorradfahrer beim Motocross, als ein Kollege seine Geländemaschine aus der Heckgarage eines Sattelaufliegers holte. Auf die Frage nach einer möglichen Serienfertigung verweist Thomas Fritz auf die Nachfrage auf dem Salon: „Wenn der Roadstar auf größeres Interesse stößt, dann werden diese Kunden auch ein Fahrzeug bekommen.“

In erster Linie soll der Roadstar aber Referenzobjekt sein, ein prestigeschwangerer Ideen- und Technologieträger, der demonstriert, wozu der Traditionshersteller in der Lage ist. Entsprechend erging an Projektleiter Gunnar Nübling die Devise: „Tob dich aus.“ Was Nübling, der normalerweise Dethleffs’ Premium Class und den Nobelalkoven XXL betreut, denn auch ausgiebig tat. In nur neun Wochen entstand der Prototyp. Im Gegensatz zum eigens angefertigten Aluminium-Chassis mit Tandemachse griffen die Entwickler beim komplett unterkellerten Aufbau auf Komponenten aus dem Dethleffs-Regal zurück und setzten an der Front der Kabine des XXL den Alkoven des Advantage an. Allerdings lassen jetzt neue Seitz-Rahmenfenster und zwei fernbedienbare Panorama-Dachhauben Licht in den Innenraum. Die Aufteilung des Roadstar entspricht im hinteren Bereich dem XXL 9000 mit Einzelbetten und großer Heckgarage. Doch davor ist bis auf die Echtholz-furnierten Möbel, die ebenfalls aus dem XXL stammen, alles anders. Das Badezimmer reicht über die ganze Breite, erfreut mit reichlich edlem Corian, großen Spiegelflächen aus poliertem Edelstahl und einer Dusche, die neben Massagebrausen auch über Dampfdüsen verfügt. Sogar an Seifenspender wurde gedacht. Vor der Küche in angedeuteter Winkelform mit ausgelagertem Kühlschrank schmiegen sich zwei geschwungene, lederbezogene Längssofas um einen ovalen Tisch.

Dessen Platte besteht wie die Küchenarbeitsfläche und die Nachttischoberflächen im vorderen Schlafgemach aus massivem Corian. Weiteres Highlight: das Queensbett, das schräg ins vordere Schlafzimmer ragt. Darüber wölbt sich ein Sternenhimmel aus hunderten kleiner Leuchtdioden. Dass ein Daily mit 146-PS-Motor den Auflieger ziehen sollte, stand nach der bewährten Zusammenarbeit von Dethleffs mit Iveco-Mutter Fiat außer Frage. Den Umbau zur Zugmaschine erledigte die Firma Birco-Bremstechnik; sie baute Sattelkupplung und Druckluftanlage für die Auflieger-Bremse ein. Das nüchterne Original-Interieur der Zugmaschine wurde von Jehnert-Soundtechnik überarbeitet. Sie ist kaum wiederzuerkennen, denn Cockpit, Lenkrad, Sitze und Türverkleidungen präsentieren sich in edlem Leder und Alcantara, und in der eigens angefertigten Mittelkonsole kommen CD-Radio, DVD-Player nebst Flachbildschirm und Navigationssystem unter. Äußerlich peppte die Firma Ramspeck den Daily mit Trittbrettern, Ladefläche aus Edelstahl-Riffelblech, Dachspoiler und verchromten Backpipes auf. Dass die nicht funktionstüchtig sind, wird der Publicity keinen Abbruch tun. Man wird reden über den Roadstar von Dethleffs und sich staunend nach ihm umdrehen, wo immer er aufkreuzt.

Technische Daten
Hersteller: Dethleffs
Modell: Roadster 1
Basisfahrzeug: Iveco Daily 35 C Doppelkabine
Typ: Sonderform
Preis: ab 280000 EUR
Sitze mit Gurt: 6
Schlafplätze: 2
Doppelbetten: 3
Zul. Gesamtgewicht: 7490 kg
Länge: 13950 mm
Basismotor: Diesel
KW: 107
PS: 146
promobil Logo

Autor

Foto

simon granville

Datum

24. Oktober 2003
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