Alles über Dethleffs Trend
Integrierte Wohnmobile
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Der neue Trend I will beweisen, dass die Marke Dethleffs immer noch für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis steht. 12 Bilder Zoom

Vorstellung Dethleffs Trend I 7057 DBM: Starke Ansage mit günstigem Integrierten

Ein ausgewachsener Integrierter für weniger als 60.000 Euro: Der neue Trend I will beweisen, dass die Marke Dethleffs immer noch für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis steht. Erste Eindrücke.

Die Provokation kam aus der Trigano-Gruppe: Im Sommer verblüffte die italienisch-stämmige Marke Forster mit einem vollwertigen Integrierten zum sensationell niedrigen Listenpreis von 58.990 Euro. Jetzt nimmt man in der Erwin-Hymer-Gruppe die Herausforderung an und schickt einen ebenso günstigen Integrierten ins Rennen. Eine starke Ansage, denn er stammt aus einheimischer Produktion und nutzt nicht die hauseigenen Günstig-Labels Sunlight oder Carado, sondern kommt von Dethleffs.

Die Hymer-Tochter, die zwischenzeitlich Ausflüge ins Luxussegment unternahm, kehrt so zu ihren Wurzeln zurück. Mit soliden Mittelklassemobilen zum fairen Preis hatte der Dethleffs-Aufstieg einst begonnen. Nun knüpft der Trend I daran an. 58.999 Euro steht auf seinem Preisschild, egal ob es sich – wie hier im Bild – um das Queensbettmodell 7057 DBM oder die Einzelbetten-Variante 7057 EB handelt.

Wie gut ist die Grundausstattung des günstigen Integrierten?

Wer sich schon einmal näher mit Preislisten beschäftigt hat, weiß jedoch auch: Günstige Angebote lassen sich leicht errechnen, wenn man nur die notwendige Grundausrüstung in die Aufpreisliste packt.

Dieser Versuchung hat man bei Dethleffs weitgehend widerstanden. Der Trend I hat eine klassenübliche Ausstattung; obendrauf kommen zwei ebenso übliche Extra-Pakete, woraus sich für den fast siebeneinhalb Meter langen Integrierten ein realistischer Preis von 64.697 Euro errechnet.

Ein ähnlich ausgestatteter Forster I liegt auf fast identischem Niveau; ein vergleichbarer Dethleffs Advantage I 7051 startet dagegen inklusive gängiger Ausstattungspakete erst bei knapp 70.000 Euro.

Aufbau und Design

Abgesehen vom Grundriss halten sich die Parallelen zum nächsthöheren Modell jedoch in Grenzen. Der Trend I ist kein abgespeckter Advantage, sondern eine eigene Konstruktion: In seinem Aufbau stecken noch Holzverstärkungen, abgesehen vom gesamten Boden, wo Dethleffs ausschließlich verrottungsfeste Materialien nutzt.

Dem Betrachter demonstriert der Trend I seine Selbstständigkeit durch eine eigene Frontpartie. Wegen der geraden Linien und des sparsamen Einsatzes von Dekorfolien wirkt er kantiger als seine Markengeschwister – was Geschmacksache bleibt. Technisch gesehen ist die Bugmaske an den Seiten weniger stark abgerundet. Das bringt im Innern einen nützlichen Nebeneffekt mit sich: Hier reicht der Platz für ein wirklich rechteckiges Hubbett, das auch an Kopf- und Fußende die volle Breite von 1,50 Meter erreicht.

Wie wirkt sich die Form beim Fahren aus?

In der Praxis fallen die weiter vorne angeordneten A-Säulen des Aufbaus nicht negativ auf, wie erste Testkilometer durch das kurvige Allgäu zeigten. Große Fenster und hängende Außenspiegel gewähren gute Sicht, auch wenn die Spiegel ohne zusätzliche Weitwinkelfelder auskommen müssen. Die vom Basisfahrzeug, dem Fiat Ducato, entliehenen Scheibenwischer können zwar nicht die ganze Frontscheibe, wohl aber das Blickfeld ausreichend reinigen.

Lob verdient die Entscheidung, den 130-PS-Turbodiesel serienmäßig einzubauen – im teureren Advantage kostet er extra. Damit ist der Trend I für ein Vernunftmodell passend motorisiert. Gespart wurde dagegen an der Geräuschdämmung.

Im Prototyp drang Dieselnageln und Turbopfeifen deutlicher durch, als man es von Dethleffs-Integrierten gewohnt ist. Etwas karg wirkt auch das Stück Innenwand zwischen Fahrertür und Armaturenbrett, wo unterschiedliche Verkleidungsmaterialien wohl etwas zufällig aufeinander treffen.

Der Innenraum

Sonst spürt man im Innenraum kaum etwas vom Ehrgeiz der Entwickler, den Grundpreis extrem niedrig zu halten. So wie am Aufbau bevorzugt der Trend I auch innen die klare Kante gegenüber der Rundung. Die Möbel verzichten darauf, allzu modischen Trends hinterherzulaufen, und hinterlassen einen stimmigen Eindruck.

Für eine zeitgemäße Gemütlichkeit wird man wohl die L-Sitzgruppe für 279 Euro extra ordern. Andere Nettigkeiten sind inklusive: Käufer dürfen sich etwa aufpreisfrei zwischen zwei Holzfarben entscheiden. Das Queensbett-Modell legt noch eins drauf. Seine hintere Liegefläche lässt sich mit einer Kurbel um etwa 20 Zentimeter in der Höhe verstellen.

Das funktioniert denkbar einfach und erlaubt eine sonst unter Queensbetten unerreichte Garagenhöhe von 1,15 Meter. Damit entsteht Platz für den Fahrradtransport. Durch diesen Zusatznutzen trumpft der Preiskämpfer sogar gegenüber den teureren Integrierten des Hauses mit echtem Mehrwert auf. Zudem gibt es nur im Trend I eine praktische Magnettafel über dem Eingang.

Wer sich zuletzt Gedanken über die Ausrichtung der Traditionsmarke gemacht hat, bekommt hiermit Klarheit. Sie können es noch bei Dethleffs: solide und praktische Reisemobile zu vernünftigen Preisen bauen. Die Trend-Modelle sind dafür der beste Beweis.

Dethleffs Trend I 7057 DBM

Preis: ab 58.999 Euro
Basis: Fiat Ducato, Flachrahmen, Frontantrieb, 96 kW/130 PS
Gesamtgewicht: 3499 kg
Länge/Breite/Höhe: 7.390/2.330/2.920 mm
Empfohlene Personenzahl: 2–4
Baureihe: Vorerst beschränkt sich die Trend-I-Serie auf zwei Modelle. Neben dem hier gezeigten 7057 DBM gibt es ein exakt gleich großes Einzelbetten-Modell namens 7057 EB.
Info: www.dethleffs.de

Neues Interieur im Alkoven

Zum Jahreswechsel wird aus der zunächst als Sondermodell eingeführten Einsteigerserie Trend eine runde Sache. Den Anfang machte im Sommer 2015 der erneuerte Trend T. Neben dem Trend I kommt nun außerdem ein aufgewerteter Trend A hinzu. Die Alkovenmodelle, die ab 45.499 Euro erhältlich sind, übernehmen Technik und Mobiliar der erfolgreichen Teilintegrierten. Zur Ausstattung gehört eine breite Aufbautür und ein hoher Kühlschrank.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Ingolf Pompe

Datum

17. Februar 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 02/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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