Dethleffs Globebus I 32 Bilder Video Zoom

Dethleffs Globebus I 6 im Test: Günstiger Integrierter erneuert

Der Dethleffs Globebus I kommt in auffälliger GT-Ausstattung. Die Neuauflage des günstigen Integrierten ist breiter und wohnlicher. promobil will beim Test herausfinden: Ist er auch sonst besser?

Wenn Dethleffs ein so wichtiges Modell wie den Globebus erneuert, ist das allemal einen Supercheck wert. Zwei Vorzüge machen dieses Brot-und-Butter-Wohnmobil für Nutzer interessant. Die schlanke Aufbaubreite verspricht handliche Fahreigenschaften, der moderate Preis einen noch budgetverträglichen Einstieg in die Wohnmobilwelt. Auch wenn der Hersteller in beiden Fällen aufgeschlagen hat – der neue Globebus ist breiter und teurer als der alte –, ändert sich an der grundsätzlichen Positionierung nichts. Auch im neuen Modelljahr ist der Globebus I einer der günstigsten Integrierten überhaupt. Und als solcher bietet er, anders als Teilintegrierte, vier feste Schlafplätze.

Nachgelegt hat Dethleffs aber auch bei der Ausstattung. Beim Aufbau setzt der Hersteller aus dem Allgäu auf beständigere, pflegeleichtere Materialien. Das Interieur präsentiert sich in völlig verändertem, modernem und freundlichem Look.

Wie viel mehr Wohnkomfort bietet der neue Dethleffs Globebus I 6?

Wie viel weniger Handlichkeit? Kann ein aufwendig gebauter Integrierter für 60.000 Euro überhaupt ausreichend solide sein? Und wie steht es um die Zuladung, die bei einem knackigen Mobil wie dem kleinen Dethleffs ja eigentlich üppig sein müsste? Alle Antworten liefert der ausführliche Test des Globebus I 6.

Der knappen Aufbaubreite entsprechend ist das Hubbett nur kurz, dafür aber fast 1,50 Meter breit und leicht zu bedienen.
Wohnen

Nicht nur breiter, auch höher hat Dethleffs den Globebus gebaut. Wer den I 6 durch die breite Aufbautür betritt, bemerkt zunächst gar nicht, dass der Integrierte rund zehn Zentimeter schmaler ist als ein konventionelles Wohnmobil. Neun Zentimeter mehr Stehhöhe als beim Vorgänger wirken sich ebenfalls positiv auf das Raumgefühl aus, zumal sie nur an der Sitzgruppe durch ein kleines Podest eingeschränkt wird.

Drei Reisende finden in der Sitzecke im Bug gut Platz. Wer sich zu viert am Tisch niederlassen will, muss den langen Schenkel der L-Bank abbauen, denn der ist kippelig und dient eher dazu, mal die Füße hochzulegen. Auf moderne Art unkonventionell, aber dennoch bequem sind die Bezüge mit den aufgenähten Kissen. Weniger gut gefallen hat uns die simple Befestigung der Polster mit einfachen Klettbändern, die schon im Testbetrieb erste Verschleißerscheinungen zeigen.

Das Mehr an Höhe macht sich noch an anderer Stelle bezahlt. Wer beim Globebus I 6 ins Bett geht, krabbelt nicht in eine enge Schlafhöhle im Heck, sondern genießt gute Kopffreiheit. Liest man abends noch ein Buch, weiß man auch die aufstellbaren Kopfenden und die vielen Ablagen zu schätzen – wenn doch die Lesespots nicht so blenden würden. Während der Liegekomfort gut ist, passt die Liegelänge von 1,93 bzw. 1,90 Meter nicht jedem Benutzer. Für Camper mit Gardemaß ebenfalls nur bedingt geeignet ist das Hubbett, obwohl dessen Länge durch den breiteren Aufbau um vier Zentimeter auf 1,83 Meter gewachsen ist. Wer es alleine nutzt, kann jedoch wegen der üppigen Breite von fast 1,50 Meter gut diagonal schlafen. Den hohen Einstieg erleichtert Dethleffs mit einer anstellbaren, stabilen Alu-Leiter.

Enorm gewonnen hat die Küche. Der Kühlschrank steckt nun nicht mehr unbequem tief unten im Küchenblock, sondern daneben; so wächst sein Volumen auf 140 Liter. Auch Stauraum für Kochgeschirr, Teller, Tassen und Vorräte ist jetzt ausreichend vorhanden. Sehr elegant hat Dethleffs beim I 6 zudem eine kleine Arbeitsplatte integriert, die bei Nichtgebrauch komplett verschwindet. Zwei gut platzierte Steckdosen gibt es ebenfalls, allerdings nur wenig Ablagemöglichkeiten für Kleinkram und Kochutensilien.

Platzsparend in einem Raum sind beim I 6 WC und Dusche untergebracht, ohne dass man Wesentliches vermisst – von einer größeren Dachhaube für mehr Stehhöhe und einer lückenloseren Verfugung rund um den Waschtisch einmal abgesehen. Die ausreichend große Dusche lässt sich sauber abtrennen und gut nutzen. Durch zwei Abflüsse läuft das Wasser zügig ab. Der Stauraum reicht für mehr als das Nötigste; mehrere praktische Ablagen gibt es obendrein. Auch die Ausstattung passt. Dank der Kleiderstange kann man hier auch nasse Jacken zum Abtropfen aufhängen.

Konventionell, aber insgesamt solide geschreinert ist das wohnliche Mobiliar mit der quer gestreiften, fühlbaren Maserung. Praktisch: die doppelten Böden der hinterlüfteten Hängeschränke, die auch nachträgliche Installationen ermöglichen. Weniger wertig: die billigen Kunststoffhaken an den Klappenschlössern und die teils in die Schrankeingriffe ragenden Schließbleche. Manche Stehwand wirkt zudem etwas dünn und nachgiebig.

Beladen

Klar, es ist eine Binse, aber wer würde widersprechen: Stauraum und Zuladung kann man nie genug haben. Aus seiner mit 6,94 Meter noch moderaten Außenlänge macht der Globebus I 6 mehr als manches größere Wohnmobil. Bemerkenswert etwa ist der raumhohe Kleiderschrank gleich hinter der Küche: Voluminös und einfach zu beladen, fungiert er auch als Ersatz für die fehlende Garderobe. Eine gute Ergänzung ist der zweite Schrank unter dem linken Bett. Dazu gibt es gleich sechs Hängeschränke, die sich mit der übrigen Kleidung belegen lassen. Sehr groß und dank Zwischenböden sinnvoll und übersichtlich zu beladen sind die beiden vorderen. Einzig mit dem großen Fach unter dem rechten Bett können wir nicht viel anfangen, da es keinerlei Unterteilung besitzt. Mit zwei Schubladen an dieser Stelle, die sich zum Gang zwischen den Einzelbetten hin ausziehen ließen, wäre der Platz besser ausgenutzt. Etwas niedrig geraten ist auch das Bodenfach im Podest an der Sitzgruppe, das gerade hoch genug ist für Badelatschen.

Ordentlich dimensioniert ist die beheizte, fahrradtaugliche Heckgarage, die zwar Kleinteilefächer für Kabeltrommel und anderes vermissen lässt, aber mit zwei serienmäßigen Türen und einem praktischen Schienensystem zur Ladungssicherung sowie Lampe und Steckdose glänzt. Der abgesenkte Boden darf immerhin 150 Kilo tragen.

Mit besonderer Spannung rollen wir den Globebus auf die Waage. Resultat: Das serienmäßige Chassis reicht zwei Reisenden in Sachen Zuladung dicke. Selbst wenn alle vier Schlafplätze belegt werden, dürfte die Besatzung mit den Reserven noch leben können, muss sich beim Gepäck jedoch schon beschränken.

Beladungstipps

Mit dem Serien-Chassis ist der Globebus in Sachen Zuladung für die Nutzung durch vier Personen einigermaßen gerüstet. Paritätisch verteilt blieben für jeden gerade noch akzeptable 120 Kilo Reserve. Wer den Globebus nur zu zweit nutzt, reist ohne große Zuladungssorgen. Der schlanke und damit auch leichte Aufbau macht sich positiv in der Gewichtsbilanz bemerkbar.

Schickes Kontrollbord. Viele Funktionen der Combiheizung sind mit dem alten Regler nicht wählbar.
Technik

Verbessert am Aufbau des neuen Globebus hat Dethleffs vor allem die Bodenkonstruktion, die – einschließlich des Garagenbodens – jetzt aus einem pflegeleichten GfK-XPS-Sperrholz-Sandwich besteht. Wände und Dach sind mit Styropor gedämmt; die feuchtigkeitsunempfindlichere XPS-Isolierung gibt es gegen Aufpreis. Ebenso die soliden Rahmenfenster der getesteten GT-Variante. Die Aufbautür ist zwar einfacher Machart – nur eine Schlossfalle und ein fummeliger Öffner innen –, bietet mit ihrer bequemen Breite aber einen guten Zugang.

Die Frontmaske ist einteilig ausgeführt; im Gegensatz zum Heck lassen sich exponierte Teile wie etwa die Stoßfängerecken hier bei Beschädigungen nicht einzeln austauschen. Die Motorhaube schwingt nach unten und gibt einen kleinen Zugang frei, was das Nachfüllen von Wischwasser und Öl umständlich macht. Dennoch erwähnenswert: Dethleffs beherzigt die Fiat-Vorgabe und lässt die Original-Querstrebe montiert. Andere Hersteller tauschen sie teilweise gegen weniger massive Träger aus. Insgesamt ist der Globebus sauber verarbeitet; nirgendwo dringt Dichtmasse unter den Kanten hervor. Auch im Innenraum überzeugt die Passgenauigkeit großteils.

Die Ausströmer der Combiheizung hat Dethleffs so im Innenraum verteilt, dass dieser sich bei kalten Außentemperaturen in kürzester Zeit erwärmt. Wünschenswert wäre, wenn von der Warmluft auch an den Frontscheiben etwas ankäme; sie beschlagen schnell, und man muss sie vorm Losfahren mühsam frei wischen. Der Frischwassertank – nach dem Entfernen der Polster über zwei Weithalsöffnungen auch zur jährlichen Reinigung gut zugänglich – belegt die Sitztruhe. Unterflur zwischen den Achsen hängt der Abwassertank. Wer im Winter auf Reisen geht, sollte die Isolierung (149 Euro) mitbestellen. Was dennoch nervt, ist der Gasflaschenwechsel durch die schmale Tür.

Steckdosen finden sich großzügig verteilt im ganzen Innenraum. Auch an USB-Ladestecker hat Dethleffs gedacht. Die Beleuchtung setzt auf sparsame LED-Technik. Lobenswert ist auch die Sicherheitsausstattung. Die Gasabsperrventile sind hinter der Blende der Besteckschublade bestens zu erreichen. Ein FI-Schutzschalter ist Serie. Sowohl am Hubbett als auch an den Einzelbetten gibt es Sicherungsnetze.

Fahren

Auch wenn der Globebus etwas Speck angesetzt hat: Objektiv ist er noch immer ein Durchkommer. Moderate Breite und knapper Radstand machen das Rangieren auf dem Stellplatz einfach. Die Traktion des Fronttrieblers ist im normalen Fahrbetrieb auf befestigten Straßen ausreichend, kommt an nassen Steilstücken aber gelegentlich an ihre Grenzen. Der 150-PS-Motor hat keine Mühe mit dem leichten Mobil, beschleunigt es zügig auf Reisegeschwindigkeit und erlaubt schaltfaules Cruisen über Land. Dass sich der Globebus I dennoch nicht superhandlich anfühlt, liegt zum einen an seiner Außenlänge von fast sieben Metern, zum anderen an der Bauart. Ein Integrierter fährt sich selten so verbindlich wie ein Mobil mit schmalerem Original-Fahrerhaus, das das Zielen in Kurven oder Durchfahrten leichter macht. Die Sicht nach vorne ist okay, für einen besseren Überblick nach hinten fehlen den hängenden Spiegeln aber Weitwinkelfelder.

Weil Fahrbahnunebenheiten den Auf- und Ausbau auch wegen der unnachgiebigen Federung zu vielfältigen Geräuschen anregen und der Motor ab etwa 100 km/h akustisch so präsent wird, dass Gespräche zwischen Fahrer und Co nur mit gehobener Stimme möglich sind, lässt man es lieber gemütlich angehen. Kritik verdient die Sicherheitsausstattung. ESP ist zwar Serie, Fahrer- und Beifahrer-Airbag kosten jedoch Aufpreis.

Preise

Das Wichtigste zuerst: Dethleffs stattet den Globebus schon zum konkurrenzlos günstigen Grundpreis fair und brauchbar aus. Pilotensitze und Verdunkelung, bei manchen Herstellern aufpreispflichtig, sind bereits an Bord. Ein paar Extras halten wir dennoch für unverzichtbar: eine Fahrertür, die alles ein bisschen leichter macht. Sie ist wie das unentbehrliche Heki auch im Family-Paket enthalten. Das Chassis-Paket bündelt Airbags und Klimaanlage mit Komfortmerkmalen wie Tempomat oder Lautsprecher. Wer den Globebus zu brav findet, kann ihn optisch mit dem GT-Paket in Weiß, Silber oder Schwarz aufpeppen.

Grundpreis: 60.164 Euro (Fiat Ducato, Motor 96 kW/130 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II
Testwagenpreis: 73.498 Euro

✘ Turbodiesel 110 kW/150 PS (0 kg): 1.730 Euro
✘ ABS/ASR/ESP✔: Serie/Serie/Serie
✘ Chassis-Paket: autom. Fahrerhausklimaanlage, LED-Tagfahrlicht, el. Außenspiegel, Tempomat, Airbags, Radvollblenden, Radiovorbereitung mit Soundpaket (30 kg)✔: 2.999 Euro
✘ Family-Paket: Midi-Heki, Luxus-Kontrollbord, indirekte Beleuchtung, Aufbautür mit Fenster und Zentralverriegelung, Panorama-Dachfenster, Fahrertür (40 kg) ✔: 2.599 Euro
✘ Garagentür links/Verzurrsystem: Serie
Aufbauisolierung aus XPS ✔: 669 Euro

Kosten und Service
Kfz-Steuer (3,5 t zGG, S4): 240 Euro
Haftpflicht/Vollkasko (500 Euro SB, Tarif Allianz): 565/1.403 Euro
Dichtigkeitsgarantie/Kontrolle: 72/12 Monate
Servicestellen in Deutschland/Europa: 68/305

✘im Testwagen enthalten; ✔empfehlenswert

Die Innenbeleuchtung setzt serienmäßig auf effiziente LEDs. Die indirekten Lichtleisten sind Teil des Family- oder des GT-Pakets.
Lichtcheck

(angelehnt an din EN 12464-1; Farbabstimmung auf zirka 4000 Kelvin)

  1. Für mehr Grundhelligkeit in der Sitzgruppe fehlt eine Deckenlampe. Maximal 122 Lux sind zu wenig.
  2. Die Küche ist mit fast 170 Lux durchschnittlich, aber brauchbar ausgeleuchtet.
  3. Alles in allem ist das Bad der hellste Bereich im Globebus. 168 bzw. 450 Lux entsprechen 4,6 Punkten.
  4. Das Schlafzimmer ist prinzipiell gut ausgeleuchtet, leider lassen sich aber die Leselampen (255 Lux) nicht blendfrei ausrichten.
Das fiel uns auf

(+) Der 140-L-Kühlschrank ist gut eingeteilt und zugänglich. Komfortabel: die AES-Funktion.

(+) Hinter der Blende der obersten Küchenschublade sind die Gas-Absperrventile griffgünstig installiert.

(+) Viele USB- und 230-V-Steckdosen verteilt Dethleffs im Globebus, unter anderem an der Sitzgruppe.

(+)/(-) Schickes Kontrollbord. Viele Funktionen der Combiheizung sind mit dem alten Regler nicht wählbar.

(-) Die Brettchen, die am Bett die Matratze begrenzen, sind sehr labil. Das ist nicht nur optisch ein Makel.

(-) Durch die kleine Öffnung ist der Motor schlecht zugänglich, was Wartung und Unterhalt erschwert.

Dethleffs Globebus I im Überblick

  • Gurte/Schlafplätze: 4/4
  • Zul. Gesamtgewicht: 3.499 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 6,94/2,19/2,81 m
  • Grundpreis ab: 59.999 Euro
  • Basis: Fiat Ducato
  • Weitere Modelle: 2

Charakter: Der Dethleffs Globebus gilt als Begründer der sogenannten Van-Klasse, aufgebauter Wohnmobile mit geringerer Aufbaubreite. Seit drei Generationen gibt es ihn auch als Integrierten. Zur aktuellen Saison wurde das günstigste integrierte Modell der Marke komplett neu entwickelt und wird in drei Grundrissversionen mit Querbett, Einzelbetten und Mittelbett angeboten. Zur Erhöhung des Wohnkomforts wuchs die Aufbaubreite auf immer noch schlanke 2,19 Meter. Außerdem wurde der Aufbau verbessert. Viel Ausstattung bietet die neue, optionale GT-Variante.

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Ingolf Pompe

Datum

23. Dezember 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 01/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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