Alles über Dethleffs Esprit
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Test: Dethleffs Esprit A 7870

Technisch gereift, peilt die Neuauflage der einstigen Mittelklasse-Alkoven gehobene Regionen an.

Dethleffs will hoch hinaus mit dem Esprit Jahrgang 2004 – mit weit reichenden Folgen für die Modellstrategie des Herstellers. Bislang waren die drei Modellreihen Advantage, Esprit und Premium Class in der Einsteiger-, Mittel- und Oberklasse eindeutig positioniert. Auch in der neuen Saison bleibt es bei der Devise, für jeden Bedarf das passende Reisemobil anbieten zu wollen. Doch die Zuständigkeiten ändern sich.
Nach wie vor werden Einsteiger bei den Advantage-Modellen in der einfachen und in der Comfort-Ausführung fündig; jetzt jedoch übernimmt die
Ausstattungsvariante Elegance den Mittelklassepart von der dafür bisher zuständigen Esprit-Baureihe, die – warum, wird noch zu klären sein – in die gehobene Klasse aufrückt.
Um respektvoll Abstand zur Premium Class zu wahren, wertet Dethleffs das bisherige Oberklassemodell technisch, aber auch preislich auf. Die zweite Premium-Class-Generation (siehe Kasten Seite 30) markiert jetzt die Spitze der Modell-Pyramide.
„Wir wollen nicht mehr um jeden Preis das günstigste Reisemobil in seiner Klasse anbieten“, so erklärt Dethleffs-Geschäftsführer Thomas Fritz die neue Strategie. Ausschlaggebend für diesen Politikwechsel mag auch der Erfolg des Top-Alkovens A 8000 XXL gewesen sein, der als einziger Dethleffs auf Iveco Daily eine Sonderstellung im Programm einnimmt. Vierzig XXL plante Dethleffs im ersten Jahr, bestellt wurden siebzig. „Unsere Kunden achten mehr auf eine hochwertige, praxisgerechte Ausstattung als auf einen möglichst günstigen Anschaffungspreis“, so Fritz weiter. Umgerechnet auf die neuen Esprit-Alkoven bedeutet das, dass künftig kaum ein Modell unter 50 000 Euro zu haben sein wird.

Dafür bekommt der Espritfahrer allerdings auch ein Reisemobil, das, abgesehen vom Fiat-Triebkopf, kaum noch etwas mit dem Vorgängermodell gemein hat. Basismotorisierung für alle Esprit ist jetzt der 127-PS-Turbodiesel. Zur Grundausstattung im Fahrerhaus gehören zudem eine Klimaanlage sowie elektrisch betriebene Fensterheber und verstellbare Außenspiegel. Die Original-Klarglasscheinwerfer weichen nun einer dreiteiligen Leuchtenbatterie, die der Fiat-Schnauze einen eigenständigen Charakter verleiht. Serienmäßig sind Nebelscheinwerfer integriert. Abblendlicht in Xenon-Technik ist optional erhältlich. Die entschiedensten Änderungen betreffen den trotz der unveränderten Außenhöhe auf stattliche 44 Zentimeter Höhe angewachsenen, beheizten Doppelboden. Möglich macht dies die Verwendung eines Alko-Tiefrahmens, der gegenüber dem Fahrerhaus um ganze 22 Zentimeter abgesenkt wurde. Das Niveau des Heckgaragenbodens liegt nochmals rund zehn Zentimeter tiefer. Beim fotografierten Tandemachser A 7870 eröffnen drei Außenklappen den Zugang zu dem Unterflurstaufach. Über die rechte lassen sich Sprudelkisten problemlos einladen. Der hintere Bereich ist für die beiden je 150 Liter fassenden Frisch- und Abwassertanks reserviert.

Die Innenhöhe der Heckgarage lässt sich dank verstellbarem Bett zwischen 1,37 und 1,10 Meter variieren. Selbst in der niedrigsten Stellung passen noch zwei Fahrräder hinein, für motorbetriebene Zweiräder ist dagegen die höchste Stellung empfehlenswert. Gegen Aufpreis liefert Dethleffs sogar einen hydraulischen Antrieb. Immerhin mehr als dreißig Zentimeter Höhenunterschied machen das Absenken des Betts auch vom Innenraum aus zu einem imposanten Schauspiel. Die Kopffreiheit bleibt auch in der höchsten Position völlig ausreichend. Bettenmaße von 2,07 auf 1,53 Meter verdienen das Prädikat komfortabel. Das gilt auch für das Alkovenbett mit ähnlichen Maßen und knapp siebzig Zentimeter Kopffreiheit. Ein Klappmechanismus sorgt für den bequemen Durchstieg vom Fahrerhaus in den Wohnraum. Wegen der Höhe des Doppelbodens lässt sich das Fahrerhaus der Esprit-Alkoven nicht in den Wohnraum integrieren. Daher sind die Sitzgruppen auch grundsätzlich nach dem klassischen Dinette-Muster gestaltet; mal ohne, mal mit seitlicher Bank – wie im gezeigten A 7870. Einzige Ausnahme: das mit knapp sechs Meter Länge kleinste Modell A 5810 mit Rundsitzgruppe im Heck. Für den geplanten Aufstieg in die Oberklasse blieb kaum ein Teil der Einrichtung unangetastet. Bei den Möbeln fällt dies besonders ins Auge. Gewölbte Klappen mit Rahmen in Multiplex-Optik zieren die reichlich vorhandenen Hängeschränke. Rund um die Sitzgruppe runden geschlossene Ablagen das Profil nach unten ab. Im Küchenbereich lockern silberne Inlets das Apfelbaumdekor auf. Auch Einsätze aus mattiertem Plexiglas sind im Gespräch. Die Fahrer vormaliger Esprit-Modelle mussten sich noch mit vorgehängten Fenstern begnügen. Diese werden zum neuen Modelljahrgang durch hochwertigere, ausstellbare Rahmenfenster mit einer praktischen Ein-Hand-Entriegelung ersetzt. Dethleffs bleibt bei einer Außenhaut aus glattem Aluminium. Darunter sorgt nun allerdings Styrofoam für eine effektive Wärmedämmung von Dach und Wänden. Im Bodenbereich, der durch das Unterflurstaufach ohnehin gut abgeschirmt sein sollte, tut’s nach wie vor eine Schicht Styropor. Mit dem runderneuerten Esprit-Alkoven präsentiert Dethleffs zur neuen Saison ein optisch wie auch technisch deutlich aufgewertetes Reisemobil für gehobene Ansprüche. Das Klassenziel dürfte der Neue ohne Schwierigkeiten erreichen. Sitzenbleiber sehen anders aus.

Technische Daten (Stand: Juni 2003)
Hersteller: Dethleffs
Modell: Esprit A 7870
Basisfahrzeug: Fiat Ducato Maxi
Typ: Alkoven
Preis: ab 62999 EUR
Sitze mit Gurt: 4
Schlafplätze: 6
Zul. Gesamtgewicht: 4500 kg
Länge: 8340 mm
Breite: 2250 mm
Höhe: 3140 mm
Basismotor: Diesel
KW: 94
PS: 127
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Datum

12. Juni 2003
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