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Mercedes Marco Polo im Test

Frischer Glanz

Test, Mercedes Marco Polo Foto: Kohstall, Jeske, Regenscheit, Fotolia 9 Bilder

Mercedes hat den Marco Polo gründlich aufpoliert. Erster Test des Kompaktmobils, das serienmäßig mit neuer Spritspartechnik aufwartet.

12.05.2011 Ulrich Kohstall

Plötzlich steht der Motor still. Was Fahrer moderner Pkw bereits kennen, überrascht zunächst beim Ampelhalt im erneuerten Marco Polo. Als erstes Reisemobil wird der Mercedes serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik ausgerüstet. Sobald man im Stand den Schalthebel in die Leerlaufposition bewegt, stirbt der Motor ab. Beim Tritt auf die Kupplung, um den ersten Gang einzulegen, erwacht er wieder zum Leben.

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Das Ganze passiert so blitzschnell und unspektakulär, dass es nach einer Fahrt durch die Stadt ebenso selbstverständlich wie angenehm erscheint. Ganz nebenbei stoppt die Spritspartechnik beim Anhalten auch Motorgeräusch und Vibrationen. Kleine Einschränkung: Start-Stopp gibt es nicht zusammen mit der sanft schaltenden Automatik, sondern nur mit Schaltgetriebe.

Im Rahmen der Überarbeitung der Marco-Polo-Basis Viano nahm sich Mercedes auch die Sechsgangbox vor. Der Marco Polo profitiert nun von einem zugkräftig kurzen ersten Gang und einer drehzahlsenkend langen sechsten Fahrstufe. Bei Tempo 150 bleibt der Motor noch unter 3000/min. Unverändert verlangt die Kupplung jedoch einen festen Tritt und der Schalthebel speziell an kal-ten Tagen eine zupackende Hand.Wann der Fahrer zum Hebel greifen soll, zeigt ihm eine neue Hochschaltanzeige. Wer es nicht eilig hat, schaltet aber oft früher, als es die Elektronik empfiehlt. Der Marco Polo erscheint beim entspannten Dahingleiten ganz in seinem Element. Dann registriert man auf allen Plätzen dankbar, dass Mercedes das Fahrwerk jetzt konsequent auf Komfort abgestimmt hat. Mag sich die Karosserie in schnell gefahrenen Kurven stärker zur Seite neigen, na und? Ein Reisemobil ist eben nicht zum Rasen da.

Behaglichkeit, wie man sie von einem Mercedes erwartet, verbreitet auch die neue Motorengeneration, die aus aktuellen Pkw der Marke stammt. Dank Ausgleichswellen gehört der 163-PS-Motor des Testwagens zu den kultiviertesten Vier-zylindern im Transporter. Zählt er auch zu den Sparsamsten? Der unter winterlichen Bedingungen und teils flotter Fahrt ermittelte Durchschnittsverbrauch von 9,7 Litern liegt gegenüber Testwerten des Vorgängers rund zehn Prozent günstiger. Bei artgerecht ruhiger Fortbewegung sinkt der Verbrauch unter die Neun-Liter-Marke. Für den leer rund 2,4 Tonnen schweren Mercedes ein erfreulicher Wert.

Im Vergleich zur Technik fallen die Fortschritte an der Einrichtung sparsam aus. Es bleibt bei einem professionellen, etwas tristen Westfalia-Ausbau, der seit seinem Debüt vor sieben Jahren an fühlbarer Qualität gewonnen hat.

An den Grundfunktionen gab es ohnehin wenig zu mäkeln. Die Heizung arbeitet effizient; das Dach hebt und schließt sich auch ohne Elektrohydraulik problemlos.

Lob verdient der Schlafkomfort. Im Himmelbett genießt man eine punktelastische Unterfederung. Die Schlafbank mit elektrisch aufblasbaren Seitenwangen ergibt eine passable Liegefläche. Allerdings gehen die schmalen Matratzen (siehe Testpass) eher als bequeme Einzelbetten durch. Zu zweit ist man im Zweifelsfall oben besser aufgehoben. Zwischen den Zeltwänden verbleibt immerhin ein Freiraum von 1,25 Metern.

Paare kommen auf Reisen mit dem Stauraum gut zurecht. Im Alltag gibt es dank der verschiebbaren Sitzbank und der Durchlademöglichkeit kaum Grenzen - der Marco Polo bleibt der vielseitigste Mercedes. Durch das Facelift ist er mehr denn je auch der Mercedes unter den Campingbussen.

Die Baureihe: Mercedes Marco Polo

Preise: ab 49.016 Euro
Basis: Mercedes Viano
Länge: 5,01 m
Gesamtgewicht: 2800 - 3050 kg
Modelle: Unverändert gibt es für den Westfalia-Ausbau lediglich einen Grundriss und eine Dachvariante. Umso größer die Vielfalt beim Antrieb: Man kann einen V6-Diesel oder -Benziner ordern; auch Allrad steht zur Verfügung.

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