Test, Frankia T 6400 FF4 10 Bilder Zoom

Frankia FF4 im Test: Der Zauberwürfel

Der Frankia FF4 sieht nicht nur etwas anders aus als andere. Im hohen, aber handlichen Teilintegrierten verstecken sich zahlreiche, bislang einmalige Einrichtungsideen. Ob sie was taugen, hier im promobil-Test.

Ein wenig Magie scheint schon im Spiel: Obwohl der FF4 zu den Teilintegrierten zählt, integriert er das Fahrerhaus nicht einmal zum Teil. Andererseits nutzt er den vorhandenen Raum ähnlich verblüffend wie ein Zauberer seinen Zylinder. Wie sonst wäre es zu erklären, dass der FF4 auf weniger als sieben Meter Länge ein großes U-förmiges Sofa, vier Sitz- und Schlafplätze sowie ein breites Bad mit separater Duschkabine unterbringt. Der FF4 quillt geradezu über vor trickreicher Einfälle.

Schon die große Sitzgruppe hat es in sich: Hier kann man sich in die Ecken lümmeln oder ganz entspannt zu viert essen. Die Tischplatte entfaltet sich mit einem Griff auf die nötige Breite. Nachts werden die Bänke zu Einzelbetten: Den gewichtigen Tisch schiebt man zu diesem Zweck auf ausfahrbaren Rollen bis ins Fahrerhaus. Anschließend müssen die Eckpolster weichen. Leichter noch verschwinden die Lehnen: Ein leichter Zug an den Schlaufen, und sie heben sich wie von Zauberhand. Laken und Decken lagern in Schubfächern unter den Bänken. Mit etwas Übung gelingt die Verwandlung im Handumdrehen. Noch zwei, drei Griffe mehr, und die Einzelbetten bekommen eine mittige Verbindung. Nicht etwa durch simple Einlegebretter, sondern durch einen ausziehbaren Lattenrost.
Diese Finessen beherrschte bereits der 2009 eingeführte Frankia FF2. Der FF4 kann noch etwas mehr. Um dem Anspruch eines „Frankia für 4“ gerecht zu werden, senkt sich auf Knopfdruck ein Hubbett von der Decke. Ein programmierter Haltepunkt teilt den Raum zwischen den Unten- und Obenliegenden auf. Im Erdgeschoss bleiben dann 80 Zentimeter Kopffreiheit. Der erste Stock verbreitet bei einer Höhe von 60 Zentimetern Alkovengefühle. Allerdings steigt man über die Klapptreppe bequemer hinauf als in die meisten Alkoven.


Volle Sitzhöhe genießt man oben nur allein zu zweit. Sobald unten niemand nächtigt, kann sich das Bett noch weiter senken. Doch wäre für Paare ein FF2 ohne Hubbett nicht genug?  Prinzipiell schon, doch übt der FF4 auch auf zwei Reisende eine gewisse Anziehungskraft aus: Ähnlich ungestört wie in Einzelbetten fühlt man sich auf der etwas kurzen, aber extra breiten oberen Liegefläche. Außerdem nächtigt man auf der Matratze im Himmelbett noch angenehmer als auf den unteren Polstern, die für einen guten Sitzkomfort straff ausfallen. Ohnehin erscheint der FF4 nicht für den ständigen Gebrauch zu viert gedacht. Familien fehlt es an Platz für Bettzeug, das während der Fahrt nicht auf dem Hubbett liegen kann. Staufächer benötigen auch die Polster, die herausgenommen werden, um hinten zwei Sitze mit Gurt hervorzuzaubern. 

Um Missverständnisse zu vermeiden: An Stauräumen herrscht grundsätzlich kein Mangel. Als echter Frankia verfügt auch der FF4 über einen doppelten Boden. Große Außenfächer lassen Campingmöbel verschwinden. Die Schränke schlucken problemlos das Gepäck von zwei Personen. Nur Touren zu viert erfordern  Kompromisse. Ähnlich fällt das Urteil über die Küche aus: Paare kommen mit der kompakten Kocheinheit prima zurecht. 

Gleich nebenan: das während der Fahrt fast unsichtbare Bad. Es gewährt auf einfache wie geniale Weise Einlass. Die geöffnete Tür bildet eine feste Abtrennung zum Fahrerhaus, die nachts sogar eine weitere Verdunkelung der Fahrerhausfenster erspart. Zur Küche hin separiert eine Schiebetür den Sanitärbereich.


Damit nicht genug: Durch einen weiteren Kunstgriff teilen sich Waschbecken und WC den Platz. Ein Dreh, ein wenig Druck, und der Waschtisch hebt sich - Simsalabim - an die Decke. So bleibt rund ums WC viel Platz, und auch die Dusche muss nicht mit jedem Zentimeter knausern. Der Beckenlift hat übrigens nichts mit Klappwaschbecken gemeinsam und funktioniert so elegant, wie man es im gehobenen Ambiente des FF4 erwartet.

Davon könnte sich sogar das absenkbare TV-Fach etwas abgucken, dessen Funktion keine Wünsche offen lässt, wohl aber die Dämpfung beim Herablassen. Ein Auszug beherbergt auch die Gasflaschen, die so ohne Hexerei gut zugänglich sind. Kein Trick konnte jedoch verhindern, dass die Trittstufe vor der Radaufhängung und damit versetzt zur Aufbautür montiert werden musste. Beim Aussteigen findet nur der linke Fuß sicheren Halt. Ein Manko, das nur beim FF4 auf Mercedes auftaucht. Der alternativ angebotene Fiat kann überdies einen Preisvorteil von 4000 Euro verbuchen. Für den Mercedes sprechen die weniger rationalen Argumente. Erst recht, wenn man weitere 5450 Euro für Sechszylinder und Automatik übrig hat. So ausgerüstet wird der FF4 zum Komfortkönig seiner Klasse. Durch die Kombination aus verwindungssteifem Aufbau und Einzelradaufhängung federt der Frankia feinfühlig. Sein Antrieb macht ihn zum zauberhaften Gleiter. Und beim Ampelstart kann mancher Spurnachbar verblüfft feststellen, warum das Basisfahrzeug zu Recht Sprinter heißt. Wer das Temperament ausnutzt, muss den 72-Liter-Tank aber nach nicht einmal 400 Kilometern wieder füllen.

Mit dem Charakter des FF4 harmoniert der Sechszylinder in jedem Fall. Er sucht nicht in allen Punkten die Perfektion. Dafür eröffnet er jenseits der gängigen Konzepte eine Wunderwelt der Möglichkeiten.

Die Baureihe: Frankia T FF

Preise: 60.900 - 73.100 Euro
Basis: Fiat Ducato, MB Sprinter
Längen: 6,48 - 7,22 m
Gesamtgewicht: 3500 - 4500 kg

Modelle: Die FF-Modelle haben eine Sonderstellung im großen Angebot der Teilintegrierten von Frankia. Ausschließlich an Paare wendet sich der flachere FF2.

Neu für 2011: Längerer FF4

Wegen guter Nachfrage verlängert Frankia das FF4-Konzept. Auf den Frühjahrsmessen zeigen die Franken den T 6800 FF4. Diese Variante legt bei der Außenlänge um einen halben Meter zu. Dadurch vergrößert sich das Bad; ein Waschbeckenlift wird so überflüssig. Gegenüber der Küche findet ein hoher Kühlschrank Platz. Die Lehnenpolster können einfach umgeklappt und das Hubbett deshalb tiefer abgesenkt werden. Die Preise für den T 6800 FF4 auf Fiat beginnen bei 73 100 Euro.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Konstantin Tschovikov

Datum

15. April 2011
5 4 3 2 1 5 5 1
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++
+++ Viele Tipps +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
06:27 Bürstner Lyseo 2016 Supercheck vor einem Monat
475 Aufrufe
Der markante Rahmen mit den c-förmigen Rückleuchten prägt die Rückseite des C-Tourer. 10:39 Carthago C-Tourer I im Supercheck vor einem Monat
858 Aufrufe
  • Alle Bereiche
  • News
  • Tests
  • Stellplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
Alle Marken von A-Z