Alles über Bresler
CS-Bresler Horizont 510 U Zoom

Test: CS-Bresler Horizont 510 U

Zum Kampfpreis drängen Ausbauten von Ducato und Co. auf den Markt. Was setzt ihnen der sächsische CSB Horizont entgegen?

Mit rund zweieinhalb Tonnen Wagengewicht hat der Turbodiesel leichtes Spiel. Auch wenn Citroën den stärksten Motor des Jumper als HDI kennzeichnet: Drin ist der bekannte Fiat-JTD-Motor. Beinahe ungestüm sprintet der so motorisierte CSB Horizont los und ist kaum zu bremsen, bis die Tachonadel 160 zeigt.
Dabei sollte der verantwortungsbewusste Pilot nicht vergessen, dass der Pkw-ähnlichen Beschleunigung keine ebensolche Bremsleistung gegenüber steht. Gängige Sicherheitsausstattung wie ABS und Fahrer-Airbag kostet extra.
Eindrucksvoll zeigt sich das Durchzugsvermögen des Common- Rail-Aggregats aber ebenso bei gemütlicher Fahrweise. Außerorts genügt meist die Schaltfolge eins, drei, fünf. Im Stadtverkehr kommt man mit den Gängen zwei und vier aus.
Deshalb der Tipp: 86-Saugdiesel- PS mögen für den CSBKastenwagen zwar genügen, doch der zugegeben happige Turbo-Aufpreis (3364 Mark) ist für Fahrspaß und -komfort und nicht zuletzt für den Wiederverkaufswert gut angelegt.
Wie sieht es mit der Wohnlichkeit des flotten Kastenwagens aus? Anders als bei manchem Konkurrenzprodukt aus osteuropäischer Lohnfertigung kann CSB (Caravan Service Bresler) individuelle Wünsche berücksichtigen. Etwas Besonderes haben sich die Bresler- Mannen auch beim Grundriss einfallen lassen.

Auf den ersten Blick gleicht die Aufteilung zwar dem gängigen Muster – Sitzgruppe im Heck, Küche und Sanitärraum in der Mitte – doch im Horizont fallen die Bänke besonders lang aus und ermöglichen so den Bau eines extra großen Längsbetts: 1,90 mal 1,80 Meter ergeben eine Liegewiese fast wie zu Hause. Umgebaut zur U-Sitzgruppe stehen fünf bis sechs und damit für Kastenausbauten ungewöhnlich viele Sitzplätze zur Verfügung – der Horizont ist ein Fall für gesellige Menschen. Trotz großer und gut nutzbarer Hängeschränke im Heck müssen durchschnittlich gewachsene Personen darunter nicht mit eingezogenem Kopf sitzen, denn die Bänke ruhen direkt auf der Bodenplatte – nicht auf einem Podest wie bei vergleichbaren Fahrzeugen. Dies hat jedoch Auswirkungen auf die Stauraumverhältnisse. Zwei Sitztruhenfächer bleiben neben der eingebauten Bordtechnik – Frischwassertank, Ladegerät und Heizung – noch frei. In das Heckstaufach, das durch die hinteren Türen zugänglich ist, passen Campingmöbel oder Klappkisten, aber keine Sprudelkästen. Mit dem relativ großen Kleiderschrank und dem nur durch eine kleine Klappe zugänglichen Dachstaukasten über dem Fahrerhaus, sollte aber ausreichend Platz für das Gepäck zweier Fernwehgeplagter vorhanden sein. Dem Anbau von Träger oder Dachbox für sperriges Sportgerät oder gar für einen Motorroller steht bei Zuladungsreserven von 700 Kilo an der Hinterachse zudem nichts im Wege. Maßgeschneidert sind auch die Platzverhältnisse im Bad. Toilette und Waschtisch sind ohne Verrenkungen nutzbar. Auf eine Duschmöglichkeit verzichtet Bresler zugunsten eines ordentlichen Waschbeckens, das auch für das Haarewaschen ausreicht.

Die ordentlich ausgeführte Verfugung kann somit auf die kritischen Bereiche rund um Becken und Toilette beschränkt bleiben. Möglich wurde so auch die Verwendung von wohnlichem Holzdekor. Ein besonderes Plätzchen ist der Küche vorbehalten. Der kompakte Block ist quer hinter dem Beifahrersitz installiert und macht den Durchgang zum Fahrerhaus zur schmalen Pforte, die überdies durch ein Klappbrettchen beengt wird. Andererseits ist dieses Brettchen für die Küchenarbeit unabdingbar, bietet es doch die einzig nutzbare Arbeitsfläche, Zweiflammkocher und Spüle nehmen den Rest in Anspruch. Das kleine Sideboard gegenüber an der Schiebetür bietet eine weitere Abstellmöglichkeit. Hier verbergen sich auch die Gasflaschen und ein zusätzliches Staufach. Neben einem kleinen Hängeschrank bleiben ansonsten nur eine Schublade und drei sehr schlanke Fächer für Küchengerät. Den übrigen Platz nimmt der 65-Liter-Kühlschrank in Anspruch. Dem höheren Stromverbrauch des Kompressoraggregats trägt CSB mit einer wertigen 60-Ah-Gelbatterie Rechnung. Licht und Schatten zeigt die übrige Bordtechnik – nicht nur in puncto Beleuchtung, die meist aus uneffizienten Fadenlampen besteht. Mit 48 Litern fällt das Frischwasserreservoir knapp aus. 80 Liter Abwasserkapazität, unterflur montiert, sind dagegen reichlich. Die Truma-E-2800-Heizung verteilt die Warmluft über drei gut platzierte Ausströmer. Der Boiler im Kleiderschrank kostet allerdings extra. 196 Mark Aufpreis verlangt CSB auch für den Fahrerhaus-Trennvorhang. Stichwort Preis: Mit immerhin 68 500 Mark ist der Horizont merklich teurer als die importierten Kampfpreismobile dieser Klasse. Wer dafür im CSB einen sichtbar höherwertigen Ausbau erwartet, wird enttäuscht. Erst auf den zweiten Blick ist bei Verarbeitung, Installationen und Funktionalität ein Vorsprung zu erkennen, dazu kommt die Flexibilität von CSB bei Sonderwünschen. Unter der raren inländischen Konkurrenz ist der Horizont aber allemal eines der günstigsten Angebote.

Technische Daten (Stand: November 2001)
Hersteller: Bresler
Modell: Horizont 510 U
Basisfahrzeug: Citroën Jumper 33 MH
Typ: Campingbus
Preis: ab 35190 EUR
Sitze mit Gurt: 2
Schlafplätze: 2
Zul. Gesamtgewicht: 3300 kg
Länge: 5099 mm
Breite: 2024 mm
Höhe: 2600 mm
Basismotor: Diesel
KW: 94
PS: 127
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Autor

Foto

Weise/factum

Datum

11. November 2001
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