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Test: Concorde Liner

Neue Luxus- Integrierte als Krönung der Modellpalette.

Ein jeder Klebestreifen wird Tesa genannt. Braucht man ein Papiertaschentuch, verlangt man ein Tempo. Und ein Luxusreisemobil im Busformat heißt – na klar – Liner. Man mag den Markenlenkern Fantasielosigkeit vorwerfen, wenn sie ihre Luxusbaureihen in Anlehnung den legendären Clou Liner taufen. Doch was soll’s – ist mit dem großen Wort doch sofort die Einordnung klar. Und den Vergleich mit dem Urvater und Maßstab der Klasse muss jeder junge Konkurrent so oder so über sich ergehen lassen.
Das jüngste Beispiel heißt Concorde. Die neue Topbaureihe, die wahlweise auf Chassis vom Schlage eines Iveco Eurocargo, MAN LE 220 oder Mercedes Atego ruht, kann sich mit Fug und Recht in die Liner-Klasse einreihen.

Die mächtige, steil stehende Frontscheibe – nach eigenen Angaben die größte, die jemals hierzulande in ein Serienreisemobil eingebaut wurde – prägt das Gesicht. Elegante Scheinwerfer und vorstehende Spiegel aus dem Omnibuszubehör sind Zutaten, die den Liner-Look unterstreichen, und der verchromte Kühlergrill steuert einen Hauch American Motorhome bei. Neu für Concorde-Verhältnisse ist die Dachkonstruktion. Die Sandwichplatte ist seitlich umgebogen und reicht ein gutes Stück bis zur planen Wand herunter. Die so entstehende Aufbaurundung nimmt der mächtigen Wandfläche optisch einiges von der Wucht des immerhin 3,48 Meter hohen Mobils. Typisch Concorde sind dagegen die zahlreichen Klappen, die Zugang zu Stauraum und Bordtechnik im Doppelboden schaffen. Unter der Gürtellinie verbergen Kunststoff-Schürzen das Chassis. Manche Konkurrenten bevorzugen hier abgesenkte Fächer mit Klappen.

Im Aufbau finden Kenner den für die Marke typischen, schnörkellos eleganten Möbelbau mit Fronten in Echtholzfurnier. Der – verglichen mit der Charisma-Baureihe – um elf Zentimeter breitere Aufbau und die großzügige Barsitzgruppe schaffen eine luftig weitläufige Wohnatmosphäre. Wem das geschwungene Sofa nicht gefällt oder wer mehr Gurtplätze benötigt, bekommt zwei Sitzgruppenvarianten mit bis zu zwei weiteren Dreipunktgurten. Das hier gezeigte Modell 900 F mit Doppelbett längs im Heck besitzt noch einen Zwillingsbruder: den 900 L mit Einzelbetten. 80 Zentimeter kürzer ist der 830 H mit Doppelbett hinten quer. Winkelküche und Bad mit separater Dusche sind bei allen dreien identisch. Sie glänzen ebenso mit komfortabler Ausstattung wie mit aufwendiger Bordtechnik. Bei den neuen Liner-Modellen kombiniert Concorde geschickt Elemente der Ober- und Luxusklasse und ebnet damit den Weg auch für Aufsteiger – nicht zuletzt durch eine relativ moderate Preisgestaltung. Nur Liner-Einerlei und große Worte? Von wegen – ganz im Gegenteil.

Technische Daten (Stand: Oktober 2002)
Hersteller: Concorde
Modell: Liner 830 H
Basisfahrzeug: Iveco Eurocargo 80 E 21
Typ: Integrierter
Preis: ab 168000 EUR
Sitze mit Gurt: 2
Schlafplätze: 4
Zul. Gesamtgewicht: 7490 kg
Länge: 8350 mm
Breite: 2460 mm
Höhe: 3480 mm
Basismotor: Diesel
KW: 154
PS: 210
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Autor

Datum

13. November 2002
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