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Test: Concorde Concerto

Vorhang auf für den Concerto. promobil zeigt exklusiv das kompakte Einstiegsmodell in die reisemobile Oberklasse.

Neuer Name, modifiziertes Dekor, geänderte Polsterstoffe – fertig ist eine weitere Baureihe. Das Rezept für den Concorde Concerto scheint nur allzu bekannt. Tatsächlich wirkt der Integrierte den Geschwistern der Charisma-Reihe wie aus dem Gesicht geschnitten. Die Neuauflage eines beliebten Schlagers statt einer wirklich überraschenden Komposition? Um die Rolle des Concerto richtig interpretieren, hilft ein Blick auf das Gesamtwerk.
An die Stelle einer einzigen Integrierten-Serie treten künftig N gleich drei Baureihen. Symphonie mit dem Paukenschlag wird ein völlig neuer Liner im Reisebusformat (siehe Kasten Seite 10). Der Charisma, bislang der Hit, entschwebt nach weiterer Aufwertung ebenfalls in höhere Sphären. Für den Eintritt muss man künftig sechsstellige Euro- Beträge einkalkulieren. Da erscheint es nur konsequent, eine dritte, preisgünstigere Alternative ins Spiel zu bringen.
Kostensenkend wirkt sich hier die Variation des bekannten Themas aus. Dass der Concerto kurzerhand die Frontpartie des bisherigen Charisma übernahm, muss für den Käufer kein Nachteil sein. Prestige und Produktreife dürften davon profitieren. Auf den feinen Unterschied wird beim Serienmodell ein Concerto-Schriftzug am Bug aufmerksam machen.

Mehr Originalität kann die Seitenlinie für sich beanspruchen. Eine gerade nach hinten gezogene Dachlinie ohne charismatischen Knick kommt der Harmonie des Concerto zugute. Besonders stimmig erscheint der gefahrene I 6.1 - für 82 000 Euro ab jetzt der günstigste Concorde. Bei nur sechseinhalb Meter Länge ergeben sich in der Seitenansicht knuffige Proportionen. Technischer Hintergrund der flacheren Bauweise: ein gegenüber dem Charisma niedriger angesetzter Zwischenboden im hinteren Bereich. Durch seine Heckansicht betont der Concerto erst recht die eigene Note. Hier legte Concorde Hand an, um letztlich den Aufwand in Grenzen zu halten: Schlussakkord des Concerto ist kein aufwendiges GfK-Formteil, sondern eine schlichte Sandwichplatte. Auf dass das Ganze nicht platt wirkt, zieren aufgesetzte Profile die seitlichen Kanten. Ansonsten hält sich der Concerto bei Show-Einlagen zurück. Unverkünstelt folgt die Form der Funktion bis hin zur außen liegenden Anbindung der Motorhaubenscharniere - ein klassischer Auftritt für einen echten Concorde. Wer mit der reisemobilen Oberklasse vertraut ist, den könnte man ebenso mit verbundenen Augen in den Concerto führen.

Beim Anblick des Innenraums wäre es anschließend nicht weiter schwierig, den Hersteller zu erraten. Die Möbel haben Ecken und Kanten; das warme Dekor verbreitet nicht nur durch seine Bezeichnung Cognac-Erle entspannte Stimmung. Ebenso wenig fehlt im Concerto I 6.1 die typische Winkelküche und das vornehme Bad - mit diesem Ensemble haben sich Concorde-Ausbauten in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Irritieren könnten allenfalls die aufgesetzten Chromleisten an den Hängeschrankklappen. Auch sie können nicht ganz darüber hinwegtäuschen, dass der Concerto ohne echte Furniere und massive Hölzer auskommen muss. An Küchenfront und TV-Schrank fehlt die elegante Rundung. Im Vergleich zum Charisma hat man es doch eher mit Kammermusik statt großem Orchester zu tun. An die Substanz geht der Verzicht jedoch kaum. Die Wandstärken entsprechen denen des Charisma, eine Warmwasserheizung gibt es serienmäßig. Selbst die kleineren Wassertanks sind mit 180 Liter Inhalt im Klassenvergleich noch großzügig. Auch für Außenstauräume blieb Platz. Direkte Vergleiche mit dem Charisma sind beim kurzen 6.1 andererseits theoretischer Natur. Ein Modell, das alles, was sich anspruchsvolle Paare wünschen, auf so kompakter Fläche unterbringt, kann die höherwertige Baureihe nicht bieten. Der I 6.1 ist zwar relativ kurz, aber nicht klein. Das gilt auch fürs Fahren. Schließlich hat man es hier mit einem ausgewachsenen 4,6-Tonnen-Iveco zu tun. Ausgesprochen handlich wirkt der Kurze daher nicht. Beim Blick durch die riesige Frontscheibe ergibt sich das gleiche erhabene Gefühl wie bei einem dicken Neun-Meter- Charisma. Auch die effiziente Geräuschdämmung gehört zum guten Ton. Nur Musik ist beim Concerto nicht drin. Die Radioanlage fürs Konzerterlebnis kostet, anders als bei den teureren Concorde, Aufpreis.

Technische Daten (Stand: August 2002)
Hersteller: Concorde
Modell: ConcertoI 6.1
Basisfahrzeug: Iveco Daily 45 C 13
Typ: Integrierter
Preis: ab 82000 EUR
Sitze mit Gurt: 2
Schlafplätze: 2
Zul. Gesamtgewicht: 4600 kg
Länge: 6520 mm
Basismotor: Diesel
KW: 52
PS: 125
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Datum

13. August 2002
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